Christine de Pizan

Christine de Pizan hat die Literatur ihrer Zeit um den weiblichen Blick bereichert

geboren 1365 in Venedig, lebt ab 1368 in Paris, -Todesjahr nicht genau bekannt: 1430?

Christine de Pizan hat die Literatur ihrer Zeit um den weiblichen Blick bereichert

Zitat : " Aber wenn die Frauen diese Bücher geschrieben hätten, - dessen bin ich sicher, - dann sähe alles ganz anders aus, denn sie wissen wohl, dass man sie zu Unrecht beschuldigt."
Margarete Zimmermann sagt:
Keine andere Frau des Mittelalters hinterlässt uns so viele Spuren ihrer Lebensumstände, ihres Denkens, ihrer Teilnahme am Zeitgeschehen, wie Christine de Pizan."


 Kurzbiografie

Christines Vater, Thomas de Pizan wird als Hofastrologe und Leibarzt an den Hof des französischen Königs, Karl V., des "Weisen" (1338-1380), berufen. Christine erlebt somit, zusammen mit ihren beiden Brüdern, eine unbeschwerte Kindheit in einem privilegierten Umfeld.
Mit 15 Jahren wird sie mit dem um 10 Jahre älteren Notar, Etienne Castel, standesgemäß verheiratet. Auch ihr Mann wird in den königlichen Dienst berufen .Die Ehe ist glücklich, wie sie immer wieder dichterisch zum Ausdruck bringt. Innerhalb 5 Jahren schenkt sie drei Kindern, (eine Tochter und zwei Söhne) das Leben. Dann bricht ein Schicksalsschlag über sie herein. Im Herbst 1380 stirbt König Karl V. und die Familie muss erfahren, dass die Privilegien und beruflichen Positionen von Vater und Ehemann kontinuierlich abnehmen, ihnen abgesprochen werden. Weitere Schicksalsschläge folgen: Im Jahr 1387 stirbt ihr Vater, drei Jahre später ihr Mann, mit 34 Jahren. Christine erlebt sich als "Opfer der launischen Schicksalsgöttin Fortuna." Sie steht vor völlig veränderten Lebensverhältnissen und muss feststellen, dass sie eine nicht ausreichend versorgte Witwe ist und in der Verantwortung steht, für ihre Mutter, ihre drei Kinder und einer Nichte den Lebensunterhalt zu sichern. Dabei muss sie die schmerzliche Erfahrung machen, wie demütigend es ist, sich in einer Männergesellschaft vorzufinden, die ihre gesellschaftliche und finanzielle Unerfahrenheit missbrauchen und mitleidlos ihrem Schicksal gegenüberstehen. Es ist für Christine aber auch der Zeitpunkt, gegen Unrecht und Unterdrückung die Stimme zu erheben. Christine de Pizan beginnt zunächst den Lebensunterhalt mit Kopierarbeiten zu verdienen. Dann aber beginnt sie über ihre Erfahrungen und gewonnen Einsichten selbst zu schreiben. Sie schreibt über Missstände und Diskriminierungen und gegen frauenfeindliche Tendenzen. (In diesem Zusammenhang ist für sie der Rosenroman, Teil 2, von Jean de Meung zum Schlüsselerlebnis geworden.) Sie kritisiert das Frauenbild dieses Werks.
Die dichtesten, und aus heutiger Sicht sicher informativsten autobiographischen Passagen, enthält wohl ihr Prosawerk, die "Avision Christine." Christine bezeichnet die von ihr verfassten literarischen Texte als eine Verbindung aus Gelehrsamkeit und Erfahrung.
Wann Christine de Pizan starb weiß man nicht genau. Bekannt ist lediglich, dass das >Ditie< in dem sie Johanna von Orlean besang, ihr letztes Werk war.

Margarete Zimmermann: Christine de Pizans Bedeutung erschöpft sich weder in ihrer Feminität, noch in ihrem Eintreten für die Sache der Frau. Zu entdecken bleiben die politische Autorin und die Philosophin Christine, sowie ob erste Ansätze zu einer historisierenden Betrachtung menschlichen Verhaltens zukunftsweisenden Charakter besitzen.

Wieland Christoph Martin (1733-1813) über Christine de Pizan: "Nach deinem Tod wird ein charaktervoller weiser Fürst kommen, der aufgrund seiner Vertrautheit mit deinen Werken, sich wünschen wird, zu Deiner Zeit gelebt und Dich mit eigenen Augen erblickt zu haben."


erstellt: Mathilde Block 2002

 Quellen und Literatur

Primärliteratur: Pizan,Christine de: Das Buch von der Stadt der Frauen.

Sekundärliteratur: Meyer, Ursula,: Die Welt der Philosophinnen
Pernoud, Regine: Christine de Pizan
Hans Küng: Frauen im Christentum - von der frühen Kirche bis in die Moderne

Bild: www.jimandellen.org

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