von Frau Neufeld, Vorstandsmitglied des VSiW
Der "Verein Seniorinnen und Senioren in der Wissensgesellschaft " wurde im April 1998 mit Unterstützung des Bundesministeriums für Wissenschaft, Bildung, Forschung und Technologie gegründet, um älteren Menschen den Weg in die Wissensgesellschaft zu ebnen und ihnen die Möglichkeiten der modernen Informations- und Kommunikationstechnologien aufzuzeigen. Der gemeinnützige Verein VSiW ist keinesfalls eine Vereinigung der Senioren, wie man angesichts meiner "gereiften" Erscheinung vermuten mag, sondern eine Initiative für Senioren. Er ist hervorgegangen aus einer der 9 Arbeitsgruppen des "Forum Info 2000", einer Initiative der Bundesregierung, die im Oktober 1996 gestartet wurde, um Deutschlands Weg in die Informationsgesellschaft zu gestalten.
Aufgabe und Ziel des VSiW ist die Vermittlung von Medienkompetenz und die überwindung von Zugangshemmnissen zu Produkten und Leistungen der Informations- und Kommunikationswirtschaft für Seniorinnen und Senioren. Denn anders als die jüngere Bevölkerung hat sich die ältere Generation bisher kaum mit den neuen Technologien auseinandersetzen können. Die Chance, PC und Internet auch im höheren Erwachsenenalter kennenzulernen, sinkt erheblich nach dem Ausscheiden aus dem Beruf. Das Wissen, das ältere Menschen über das Internet haben, beschränkt sich zumeist auf das, was Rundfunk, Fernsehen und Presse vermitteln bzw. sie gelegentlich "beim ersten Blick über den Zaun" erspähen können. Immer mehr ältere Menschen sind aber, wie sich bei den ersten Aktionen des VSiW zunehmend bestätigt hat, daran interessiert, die neuen Technologien besser kennenzulernen und auszuprobieren. Diese Möglichkeit erhalten sie seit einigen Monaten durch den Verein Seniorinnen und Senioren in der Wissensgesellschaft.
Schon wenige Wochen nach seiner Gründung startete der VSiW mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie namhafter Unternehmen seine erste Aktion: eine bundesweite Informations- und Demonstrationskampagne "Senior-Info-Mobil - Internet- und Wohntechnik für Menschen ab 50", um ältere Menschen über Nutzen und Nutzung der neuen Technologien zu informieren. Ein zweistöckiger umgebauter Reisebus mit einem eingebauten Internet-Café gibt den älteren Besuchern Gelegenheit, PC und Internet kennenzulernen und in ersten Schritten selbst zu erproben. Darüber hinaus wird in einem mobilen "intelligenten Haus" gezeigt, wie ältere Menschen weiterhin in ihrer gewohnten Umgebung leben können, wenn körperliche Einschränkungen auftreten.
Das "Senior-Info-Mobil" und die begleitenden Mitarbeiter waren bereits in mehrtägigen Einsätzen in verschiedenen Städten aktiv und haben nicht nur Interesse geweckt, sondern auch nachhaltige Impulse ausgelöst, wie z.B. die an vielen Orten gegründeten Internet-Cafés für Senioren beweisen. Inzwischen haben sich ca. 100 weitere Städte um den Besuch des Senior-Info-Mobil bemüht, weit mehr als im Routenplan 1999 berücksichtigt werden können. Anläßlich der letzten Demonstration in Frankfurt a.M. informierten sich mehr als 1.500 ältere Menschen über die neuen Technologien rund ums Internet und die neue Wohntechnik. "Es herrschte Aufbruchsstimmung am Frankfurter Römer", stellte eine Besucherin am Schluß der Veranstaltung fest, und eine andere fügte hinzu: "Die eigene Freude der Veranstalter kam rüber!" Ein Erfahrungsaustausch wurde angeregt, u.a. auch die Frage aufgeworfen, welche Initiativen bzw. Projekte an den Orten, die das "Senior-Info-Mobil" bereits besuchte, inzwischen entstanden sind.
Die Antwort gibt das Internet. Hier finden Fragen und Antworten auf schnellstem Wege zueinander, und Information und Kommunikation sind nicht durch Entfernungen begrenzt - wie es vor allem auch diese Veranstaltung in Ulm, die Konferenz des Europäischen Netzwerkes "Learning in Later Life" deutlich macht.