Sprachminderheiten in Europa dargestellt am Beispiel von Sprachminderheiten im deutschen Sprachraum

Jutta Gotthardt
 JGotthar@t-online.de

Eine Minderheit ist ein kleiner zahlenmäßig unterlegener Teil einer übergeordenten Einheit. Je nach Art der Einheit und dem verbindenden Kriterium unterscheidet man verschiedene Formen der Minderheiten: ethnische, religiöse, sprachliche, soziale und andere.
Im folgenden Beitrag werden sprachliche Minderheiten beschrieben, begrenzt auf Minderheitengruppen im deutschen Sprachraum.

Wenn Sie diesen Link aufrufen,werden Sie über das Mercatorprojekt informiert. Es ist ein Informationsnetzwerk für Minderheiten der europäischen Union,das dazu beiträgt, den Status weniger benutzter Sprachen zu verbessern:
http://www.aber.ac.uk/~merwww/deuintro.htm

Nachfolgend werden Sprachen von Minderheiten vorgestellt, die im deutschen Sprachraum jeweils einer Bevölkerungsgruppe, jedoch nicht einem eigenen politisch definierten Land zu zuordnen sind:

  1. Friesisch
  2. Jenisch
  3. Jiddisch
  4. Rätoromanisch
  5. Romanes
  6. Sorbisch

1. Friesisch

Das Friesische ist eine westgermanische Sprache,die von ca. 400 000 Menschen gesprochen wird.
Unter folgender URL erfahren Sie etwas über Entstehung und Geschichte der friesischen Sprache:
http://www.ned.univie.ac.at/dt/index.htm

Was ist Friesisch?
Gegenstand der friesischen Philologie sind die friesische Sprach- und Literaturwissenschaft, die Landeskunde der friesischsprachigen Gebiete, sowie die Vermittlung der friesischen Sprache als Fremdsprache.
http://www.ms-net.uni-kiel.de/studiengaenge/fries/wasist.htm

Hinter der nächsten Adresse verbirgt sich ein friesisches Wörterbuch und eine Grammatik:
http://www.buske.de/friesi.htm

Wer die friesische Sprache beherrscht, kann ein Friesisch-Studium an der Universität Kiel absolvieren:
http://ms-net.av-studio.uni-kiel.de/studiengaenge/fries/start.htm

Eine Karte der niederländischen (auch friesischen) Dialekte:
http://www.ned.univie.ac.at/publicaties/taalgeschiedenis/dt/dialektkarte.htm

"Wenn die Biike lodert..." - Nordfriesisches Brauchtum:
http://www.flensburg-online.com/shwww/sh-biike.html

Friesisch ist kein Dünen-Dänisch oder Deich-Platt! 
http://www.nordfriiskinstituut.de/sprache.html

 

2. Jenisch

Jenisch ist die Sprache des "fahrenden Volkes", der Stratzensammler (Stratzen=Lumpen) und der Wanderhändler. Im Dorf Loosdorf wird heute noch "Jenischen" gesprochen.

Gaunerwirtschaft, Populärkultur und Sprache:
http://www.uni-flensburg.de/philosophie/gauner.htm

Woher kommt das Jenische? Man sagt, es kommt aus dem Rotwelsch. Ende des 30jährigen Krieges bis zum Ende des Napoleonischen Zeitalters wurde es gesprochen, später wiederentdeckt.

Hier ein kleines Jenisch-Glossar:
http://www.cityinfonetz.de/surige/page_jenisch.html

Die Geschichte der Jenischen, die Jenischen in Loosdorf, Gedichte und Berichte:
http://www.wu-wien.ac.at/usr/h92/h9251606/bal/Jenisch/Jenisch_Wegweiser.html

Hier erfahren Sie etwas über das fahrende Volk aus einem schweizer Zeitungsbericht:
http://www.8ung.at/zigeuner/schweiz/page3.html

Sergius Golowin, schweizer Schriftsteller:"Wäre ohne die Jenischen unsere Kultur denkbar?":
http://www.sp-aargau.ch/ruebe/archiv/nr44/03-golowin.htm

Auszug aus dem Protokolldes Regierungsrates des Kantons Zürich v. 4.6.1997:
http://zueri.ch/kantonsrat/task/geko/k97/doc/dk97121.htm

Gedenkstätte Ebensee:
http://www.swe.uni-linz.ac.at/staff/bob/VWM/buchmed/huonker.htm

 

3. Jiddisch

Für fast 1000 Jahre war jiddisch die Umgangssprache der aschkenasischen Juden.
Sie ist neben dem Hebräischen die meistgesprochene jüdische Sprache. Sie hat in ihrem Ursprung semitische, slawische und germanische Anteile.

Abteilung für jiddische Kultur, Sprache und Literatur der Heinrich Heine Universität Düsseldorf:
http://www2.phil-fak.uni-duesseldorf.de/jiddisch

Jiddische Lieder und Klesmermusik:
http://hagalil.com/jidish/klezmer/aufwind.htm

Im Charlotte Paulsen Gymnasium in Hamburg-Wandsbeck gibt es eine Arbeitgemeinschaft "AG Jiddisch":
http://www.hh.shuttle.de/hh/cpg/ags/jiddisch.html

Hochschule für jüdische Studien in Heidelberg:
http://www.hjs.uni-heidelberg.de

Ein weltweites Projekt an der Universität Bochum zur Rettung der jiddischen Sprache:
http://www.refpresse.ch/agentur/meldungen/318.htm

Eine Klesmer-Gruppe in Berlin:
http://www.freilach.com/MITTE.HTM

Grammatik und Wörterbuch der jüdischen Sprache:
http://www.buske.de/jiddisch.htm

Reisebeschreibung und Begegnung einer deutschen Schulklasse mit der jiddischen Sprache und dem jiddisch-hebräischen Schriftsteller Jossel Birstein:
http://www.b.shuttle.de/b/anne-frank-gym/projdt1.htm

Lehrbuch der modernen jiddischen Sprache als Kassette:
http://www.zes.hu-berlin.de/med/katalog/jiddisch/

Die Geschichte der jiddischen Sprache:
http://www.mameloschn.de/html/body_die_jiddische_sprache.html

 

4. Rätoromanisch

Die Rätoromanische Sprache ist eine romanische Sprache, deren Name für viele verschiedene Mundarten steht, die in der Schweiz (Graubünden) und in Südtirol (vorwiegend Grödnertal und Gadertal, aber auch Vinschgau) heute noch gesprochen werden. Es werden drei wesentliche Sprachgebiete unterschieden:

Eine einheitliche Schriftsprache konnte nicht entstehen, aber ein mundartbezogenes Schrifttum ist in den verschiedenen Regionen erhalten bzw. neu gewachsen.

Unter nachstehender URL werden Sie über Kultur,Sprache und Brauchtum im Grödnertal (Südtirol) informiert:
http://groeden.com/deutsch/art/ladin.htm

Geschichtliche Entwicklung in den letzten 100 Jahren in Südtirol:
http://www.schule.provinz.bz.it/ms-st-ulrich/ladgeschdeu.htm

Über diese URL erhalten Sie umfassende Informationen der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf über verschiedene Bereiche der rätoromanischen Regionen, z.B. Institutionen, Datenbanken, Landeskunde usw.:
http://selene.rz.uni-duesseldorf.de/WWW/ulb/romj.html

Hier können Sie Museen besuchen,Sprache und Geschichte des Landes Südtirol kennenlernen:
http://www.alpineresearch.ch/alpine/geseKult1.html

Ladiner in Südtirol:
http://gfbv.de/voelker/europa/ladiner.htm

Romanistik Rätoromanische Abteilung der Universität Innsbruck; Bibliographie:
http://info.uibk.ac.at/c/c6/c611/Raetoromania.html

Ladinische Schule St.Ullrich:
http://www.schule.provinz.bz.it/ms-st-ulrich/stundenplandeu.htm

Rätoromanisch in Waltens/Vuorz, Geschichte, Landschaft, Sprache:
http://www.ucliva.ch/d/3/romanisch.html

 

5. Romanes

Romanes ist die Sprache der Sinti und Roma, die in Deutschland heute von ca.80 000-120 000 Menschen gesprochen wird.

In der folgenden URL werden Sie informiert über die Geschichte, Kultur und Verfolgung der Sinti und Roma, die in Deutschland leben:
http://www.zigeuner.de/sinti_und_roma_seit_600_jahren.htm

Das Dokumentations- und Kulturzentrum der Sinti und Roma in Heidelberg stellt sich vor:
http://www.lpb.bwue.de/gedenk/gedenk14.htm

Im Beitrag von Jaqueline Giere werden Autoren vorgestellt,die in unterschiedlicher Sichtweise die Volksgruppe der Sinti und Roma beschreiben;
http://www.lpb.bwue.de/publikat/sinti/sinti2.htm

Laufende Projekte Sinti und Roma im Burgenland,1945-1999 zur aktuellen Stunde
http://www.forschungsgesellschaft.at/proje_d.htm

 

6.Sorbisch

Der Spreewald ist heute noch ein Teil eines Siedlungsgebietes der Sorben. Die Sorben, auch als Wenden bezeichnet, gehören zu den westslawischen Völkern:
http://www.spreewald-online.de/21.htm

Hier bekommen Sie Einblick in die heute noch lebendigen Bräuche der Sorben in der Lausitz:
http://www.urlaubsspass.de/fuer_sie_entdeckt/oberlausitz/oberlausitz.htm

Die Grundschule "Astrid Lindgreen" stellt die Pflege des Sorbischen vor:
Unterricht in der sorbischen Sprache, Pflege der Bräuche, sorbische Zeitungen:
http://www.aod-media.de/1.Grundschule/sorbisch.html

Ein Fernsehmagazin in sorbischer Sprache:
http://www.orb.de/fernsehen/tv/luzyca.html

Philologische Fakultät der Universität Leipzig - Studiengänge für Diplomübersetzer:
http://www.uni-leipzig.de/~philol/studgaenge.html

Eine zweisprachige Mittelschule in Ratibor hat interessante Informationen für Sie:
http://home.t-online.de/home/03591600083-0001/sms_ra~1.html

Die sorbische und wendische Sprache an Brandenburger Schulen, sowie Fortbildung für Lehrkräfte in sorbisch/wendisch:
http://www.brandenburg.de/~mbjs/schule/24sorb.htm

Ein Besuch in der Oberlausitz: Osterbräuche und Faktorenhöfe
http://www.urlaubsspass.de/fuer_sie_entdeckt/oberlausitz/oberlausitz.htm

Studium der sorbischen Sprache an der Universität Potsdam
http://www.rz.uni-potsdam.de/u/slavistik/stud_sorb.htm

Hier finden Sie Publikationen in sorbisch (Zeitungen, Bücher, Videos u.a.)
http://www.kubon-sagner.de/149.html

In dieser Sprachschule kann man Niedersorbisch in Briesen lernen:
http://www-user.tu-cottbus.de/~muellerb/inhalt05/d0601.htm

Sprache der Sorben - Geschichte der sorbischen Sprache:
http://www.alpha-studio.de/sprache.htm

Eine sorbische Zeitung - "nowy casnik":
http://lakoma.tu-cottbus.de/Sorben/inhalt07/d02.htm


Ein umfassender Beitrag über Sprachminderheiten in West- und Osteuropa,von Peter Rosenberg, Frankfurt/Oder verbirgt sich unter nachfolgender Adresse. Wenn Sie den Wunsch haben, tiefer in das Thema der Situation von Minderheiten in Europa einzusteigen, finden Sie hier interessante Informationen über die unterschiedlichen Strukturen diesbezüglich in den Europäischen Ländern:
http://viadrina.euv-frankfurt-o.de/~sw1www/sprmin.htm


Quellen:

Suchmaschinen : Alta Vista,Yahoo,Hotbot
Brockhaus Enzyklopädie in 20 Bänden, 1972 Wiesbaden

Die Auswahl der Beispiele für die Minderheitengruppen wurden durch persönliche Entscheidung, also weitgehend subjektiv, getroffen. Wenn Sie aber bei den angegebenen Suchmaschinen die Sprach-Stichworte (z.B.Jiddisch) eingeben, finden Sie weitere Titel zum Thema. Sie erfahren insbesondere viel über Engagement und Aktivitäten von Menschen zum lebendigen Gebrauch ihrer Sprache.


Stand: März 2001