11.11.1998


Familienforschung/Genealogie


Einleitung:


"Nicht nur Bäume haben Wurzeln" - diese Erkenntnis hat wohl viele Menschen dazu gebracht, sich wieder mit scheinbar
vergessenen Dingen zu befassen, mit Werten wie Tradition, Heimat u.ä. Von der Suche nach seinen Wurzeln hat auch ein
Thema profitiert, das jahrzehntelang in Deutschland nicht besonders gefragt war, die Familienforschung.

In der Zwischenzeit gibt es nicht nur eine Fülle von Literatur, sondern auch das Internet bietet interessante Möglichkeiten, sich
mit der Erforschung seiner Vorfahren, seiner Abstammung zu befassen. Aber auch die tiefgehende wissernschaftliche
Erforschung von familiengeschichtlichen Zusammenhängen und ihren soziologischen, biologischen und historischen
Hintergründen, die Genealogie, bedient sich des modernen Mediums Internet.

Für beide Gebiete sollen einige Hilfen, in Form von Internetadressen und Literaturangaben geboten werden, die den
Interessierten zu einer Vielzahl von Ausarbeitungen, Forschungsmethoden, Quellen, einschlägiger Literatur u.v.m. führen sollen.



Begriffserklärung:


Zu Beginn der Beschäftigung mit seiner Familiengeschichte stösst man immer wieder auf die Begriffe Stammbaum und
Ahnentafel, sei es, dass sie für die eigene Familie schon bestehen, sei es, dass man beabsichtigt, einen Stammbaum neu zu
erarbeiten. Dabei muss man wissen, dass früher nur der Adel seine Vorfahren kannte. Eine Ahnentafel, die mindestens acht
adelige Vorfahren einer Generation aufwies, wurde damals als Beleg vornehmer Geburt benötigt.
Bürger und Bauern dagegen hatten lange Zeit keinen Stammbaum vorzuweisen, denn ihr Lebenslauf war nicht von Kriegstaten
und ehrenvollen Ämtern geprägt, sondern von harter Arbeit und Mühsal. Erst im Laufe der Zeit konnten auch sie zu Ansehen
und Bedeutung gelangen, sei es als Handelsleute, sei es durch Besitz oder handwerkliche Qualitätsarbeit.
Heute hat jedermann die Möglichkeit, seine Familiengeschichte gegebenenfalls selbst zu schreiben und für Kinder und
Kindeskinder zu gestalten.

Von einer Ahnentafel spricht man, wenn alle Vorfahren (Ahnen) erfasst werden sollen, d.h.
aufsteigend z. B. die beiden Eltern, die 4 Grosseltern, die 8 Urgrosseltern usw. Der Stammbaum dagegen besteht aus allen
lebenden und verstorbenen Familienmitgliedern, die seinen Familiennnamen tragen. Hier setzt die Familienforschung an, indem
der Forschende, ausgehend von den wohl jedermann bekannten lebenden Familienmitgliedern, Schritt für Schritt in die
Vergangenheit zurückschreitet und alle Details über die Namensträger zusammenholt.







Hier nun einige nützliche Adressen:


URL´s für die private Familienforschung:

http://www.genealogy.com/familyexplorer/index.html
Sehr umfangreiche Sammlung von Informationen über Ahnenforschung und damit zusammnehägende Gebiete. Auch Einführung
für Anfänger.

http://www.bawue.de/~hanacek/info/ddatbase.htm#b
Zusammenstellung von Links zu allgemeinen und regionalen Informationen. Dabei auch Datenbanken, genealogische
Nebenquellen, z.B. Archive, Online-Bibliothekskataloge etc.
Besonders geeignet zur Erforschung des eigenen Familienstammbaumes.

http://www.bawue.de/~hanacek/info/darchive.htm
Für den Familienforscher unverzichtbare Links zu den wichtigsten Archiven in Deutschland und vielen anderen Staaten der
Welt. Einige Geduld erforderlich, da die benannten Adressen oft durch neue ersetzt sind und weitere Suche eingeleitet werden
muss.

http://ourworld.compuserve.com/homepages/familienforschung/
Zum ersten Einstieg in das Gebiet der Familienforschung gut geeignete Darstellung. Enthalten sind Verzweigungen zu Literatur
und weiterführenden Arbeiten.

http://www.dino-online.de/seiten/go14ff.htm
Hier findet man Homepages, Literatur und e-mail-Adressen mit persönlichen und wissenschaftlichen Forschungsergebnissen zu
Familien. DINO ist eine Art Suchmaschine, in die Sie auch Ihren eigenen Namen eingeben können. Vielleicht sind Sie
überrascht von den Ergebnissen !!

http://www.familytreemaker.com/wftgerm.html#goals
Hier handelt es sich um ein weltweites Projekt, das nach Aussage seiner Initiatoren
u.a. Menschen, die ihre Familiengeschichte erforschen möchten, dabei helfen soll, ihre Stammbäume zu erstellen. Ein einziger
Treffer kann oft viele wichtige Hinweise liefern und Monate -- oder sogar Jahre -- an Nachforschungen ersparen. Es ermöglicht
Ihnen auch, Ihre eigenen Forschungsarbeiten zu veröffentlichen und anderen Ahnenforschern zur Verfügung zu stellen.



URL´s (auch) für wissenschaftlich orientiertes Arbeiten:

http://www.lrz-muenchen.de/~GHW/bib.html
Wissenschaftlich orientierte Homepage zu allen historischen Hilfswissenschaften, die von Studenten als Hilfsmittel für
Studierende wurde. Sie enthält u.a.gut verständliche Beispiele.

http://zr4.ub.uni-heidelberg.de/helios/fachinfo/fachref/gesch/tipfam.htm
Hier handelt es sich um einen hervorragenden Einstieg in alles was mit Genealogie und anderen einschlägigen Gebieten z. B.
Heraldik, Datenbanken zu verschiedenen Spezialgebieten u.v.m. zu tun hat. Besonders interessant ein Lernprogramm für die
"deutsche Schrift" (oft auch Sütterlinschrift genannt).





http://www.bawue.de/~hanacek/info/schlag01.htm
Diese Seiten sind besonders zum Verständnis von Fachausdrücken nützlich, denn beim Suchen in Bibliotheken und Archiven ist
oft das Aufrufen von Begriffen wichtig, um weiterzukommen. (z.B."Archivinventar")



Einzelbeispiele:

Karl der Grosse:

http://www8.informatik.uni-erlangen.de/cgi-bin/ll/BASE=kdg/INDEX=I59/LANG=germ/?LookupInternal
Darstellung der Ehen Karls des Grossen und der entsprechenden Nachkommen. Es soll sogar heute noch Personen geben, die
Ihre Abstammung auf Karl d.Gr. zurückführen ??

Die Mormonen:

http://www.ettl.co.at/mormon/deutsch/gen_gie.html
Da die Mormonen das weltgrösste familiengeschichtliche Archiv besitzen und dieses auch für den privaten Forscher höchst
interessant ist, soll hier der Wortlaut der entsprechenden website auszugsweise dargestellt werden:

"Für die Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage bedeutet Genealogie speziell das Erfassen der eigenen
(verstorbenen) Vorfahren, also das Erstellen eines möglichst detaillierten Stammbaumes. Familiengeschichte ist die Erweiterung
auf sämtliche Verwandten (lebend oder verstorben; blutsverwandt, angeheiratet oder adoptiert, etc.); sie beschränkt sich nicht
nur auf das Zusammenstellen der zur Identifizierung notwendigen Daten sondern umfaßt auch weitere Informationen, die zur
Charakterisierung der jeweiligen Person relevant sein können (z.B. Fotos, Tondokumente, Tagebücher, etc.).
Jedes Mitglied der Kirche soll seine eigene Familiengeschichte zusammenstellen, soweit dies möglich ist, und seine gesammelten
genealogischen Daten der Kirche zur Verfügung stellen. Diese Daten können dann von interessierten Personen auf der ganzen
Welt für ihre persönliche Forschung benutzt werden." Weitere Informationen ergeben sich aus der website
http://w3g.med.uni-giessen.de/gene/faqs/LDS.de


Sonstige verwandte Gebiete:

Heraldik:
Die Heraldik ist eine sog. Hilfswissenschaft der Geschichte. Ihr Untersuchungsgegenstand sind Wappen. Da mit der privaten
Familienforschung oft auch die Frage nach der Existenz oder auch der Schaffung eines Familien-Wappens verbunden ist, soll
hierfür eine sehr hilfreiche Bibliographie genannt werden, aus der Literatur und einschlägige Informationen ersehen werden
können.

http://www.ahnen-und-wappen.de/index.html

Oft ist die Inanspruchnahme von einschlägigen Vereinen oder Verbänden hilfreich.


Paläografie:
Darunter versteht man die Lehre von der Entwicklung und den Formen der Schrift.
Beim Studium alter Dokumente wird man immer wieder auf solche stossen, die in der alten "deutschen Schrift" verfasst wurden.
Deshalb sind einige paläografische Kenntnisse nützlich, zumindest aber die Fähigkeit, die deutsche Schrift zu lesen. Zu diesem
Zweck wird hier eine Möglichkeit zum Erlernen aufgeführt:

http://www.uni-sb.de/philfak/fb5/fr54/Noframes/slp/slp.htm


Chronologie:
Der deutsche Begriff lautet Zeitrechnungskunde. Das heutige System der Zeitrechnung und Zeiteinteilung ist noch gar nicht so
alt, wenn man bedenkt, dass z.B. der heute in der westlichen Welt fast ausnahmslos gültige Gregorianische Kalender erst 1923
auch von der damaligen Sowjet-Union eingeführt wurde. Für den Familienforscher ist die Kenntnis der wichtigsten Fakten eine
grosse Hilfe. Als Literatur empfiehlt sich das Büchlein von Hans Maier: Die christliche Zeitrechnung, Herder/Spectrum-Reihe,
Band 4018, Herder-Verlag, Freiburg, 1991.


Literatur:

Beispielhaft sei hier nur das Büchlein von Peter Bahn: Familienforschung, Ahnentafel, Wappenkunde - Wege zur eigenen
Familienchronik, Falkenverlag, Niedernhausen, erwähnt. Die angeführten Links sowie die Suchmaschinen führen zu einer Fülle
von Literatur aller Art.


Sonstiges:

Details über die Erstellung eines eigenen Stammbaumes unter Verwendung eines Computerprogrammes findet man (allerdings kommerziell) unter

http://www.ggsgmbh.com/stammbaum.htm







(Dietrich Bösenberg, November 1998)