Zecken

Ingrid Glienke


Jetzt ist wieder die Zeit gekommen, in der wir uns gern in der freien Natur bewegen, im Wald, im Garten, auf Feldern und Wiesen. Und da sind auch schon wieder die Warnungen, dass man sich unbedingt vor den Zecken schützen muß.

Was sind Zecken?

Die Zecken gehören zu den Gliederfüßern. Es gibt zwei Zeckenfamilien, die Schildzecken, die ein hartes Rückenschild besitzen und die Lederzecken, deren Oberseite lederartig ist. Ihre Mundwerkzeuge sind unter dem Rücken eingezogen.

Der Holzbock, die bekannteste mitteleuropäische Zecke, gehört zur Familie der Schildzecken. Als Blutsauger kann er Erreger von verschiedenen Infektionskrankheiten auf Menschen und Tiere übertragen. Die Frühsommer-Menigo-Encephalitis (FSME) und die Borreliose sind Beispiele der Infektionskrankheiten beim Menschen.

http://library.advanced.org/10576/dsys.htm

Verbreitungsgebiete und Lebensräume der Zecken:

Bayern: Die Flußtäler von Donau, Lech, Paar, Ilm, Vils, Inn, Salzach, Altmühl, Schwarze Laber, Naab, Regen und Maingebiet.

Baden-Württemberg: Rhein vom Bodensee bis Karlsruhe, Neckar von Rottweil bis Mannheim, Region um Freiburg, Täler des Schwarzwaldes.

Weitere gefährdete Gebiete: Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen, Berlin, Hessen und Rheinland-Pfalz.

Hochaktive Verbreitungsgebiete befinden sich an der Ostseeküste, Südschwedens, an der norwegischen Nordseeküste, in Teilen von Tschechien und Slowakei, in Österreich und Ungarn.

http://library.advanced.org/10576/karte/dger.htm

Die Zecken bevorzugen Standorte mit günstigen Bedingungen wie hohe Luftfeuchtigkeit und geeignete Temperaturen, z.B. an Waldrändern, auf Waldlichtungen mit hochwüchsigen Gräsern und Bachauen. Auch findet man sie häufig in der Laubschicht von Laub- und Mischwäldern. Ein Vorkommen von Zecken auf Bäumen kann man jedoch ausschließen. 

http://library.advanced.org/10576/doeko.htm

http://library.advanced.org/10576/dinfekt.htm

Die Entwicklung der Zecke:

Der Entwicklungszyklus der Zecke dauert zwei bis drei Jahre:

Sie werden von dem Weibchen nach der Begattung im Bodenbereich von Pflanzen und Sträuchern abgelegt (Herbst).

Durchläuft mehrere Häutungen (Frühling bis Sommer), häufige Wirte sind Kleinsäuger (Mäuse, Ratten, Reptilien).

Entsteht im Herbst und überwintert im Boden. Häufige Wirte sind kleine und mittelgroße Wirbeltiere (Eichhörnchen, Kaninchen, Vögel).

Entsteht nach dem Häuten der Nymphe im Frühjahr. Häufige Wirte sind größere Wirbeltiere (Rehe, Hirsche, Menschen).

http://library.advanced.org/10576/dent.htm

Infektionskrankheiten, die durch Zeckenbisse übertragen werden:

FSME

Die Erreger der Hirnhautentzündung (FSME = Frühsommer-Menigo-Enzephalitis) gehören zu der Gruppe der Viren. Die FSME-Erkrankung beginnt häufig wie eine Grippe mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Die spätere Infektion der Hirn- und Rückenmarkssäule kann zu bleibenden Lähmungen führen. Dem kann durch eine Impfung vorgebeugt werden.

http://library.advanced.org/10576/dfsme.htm

Borreliose

Die Erreger der Krankheit sind Bakterien.. Sie werden - wie bei FSME - durch den Speichel der Zecke übertragen. Erstes Symptom der Krankheit ist eine sich ständig vergrößernde, kreisrunde Rötung (Wanderröte) der Haut rund um die Bißstelle, die aber nicht in allen Fällen auftritt. Es können sich nach einigen Wochen auch ein Taubheitsgefühl, schmerzhafte Nervenentzündungen und Lähmungen an den Stellen entwickeln, an denen zuvor die Zecke gesaugt hat. Diese Symptome können sich zurückbilden und später wieder schubweise auftreten. Als Spätfolgen können aber Erkrankungen der Gelenke (besonders bei Knie- und Sprunggelenken), der Haut und des Herzens (z.B. Herzrhytmus-Störungen) auftreten. 

Die Borreliose kann durch einen Bluttest nachgewiesen und muß mit Antibiotika behandelt werden, eine Impfung ist bislang nicht möglich.

http://library.advanced.org/10576/dborre1.htm


Wie kann man sich schützen?

Vorbeugung:

Es empfiehlt sich das Tragen von heller, geschlossener Kleidung, so dass man die Zecken darauf gut erkennen kann. Auch helfen Insektenschutzmittel (wie Autan). Nach dem Aufenthalt in Zeckenbiotopen sollten Kleidung und Haut gründlich abgesucht werden, besonders zwischen den Beinen, in den Kniekehlen, unter den Armen, im Nacken und am Kopfansatz.

Bei längerem Aufenthalt in FSME-Gebieten sollte man sich frühzeitig gegen eine eventuelle Infektion impfen lassen.

Diese Impfung besteht aus drei Teilimpfungen, wobei die zweite Impfung im Abstand von 1 bis 3 Monaten, die dritte nach 9 bis 12 Monaten erfolgt.

Verhalten bei Biß einer Zecke:

Die Zecke sofort mit einer Pinzette oder mit den Fingernägeln entfernen. Die Zecke dabei soweit vorne wie möglich, direkt über der Einstichstelle erfassen und vorsichtig lockern. Die Zecke langsam mit drehenden Bewegungen nach oben herausziehen und möglichst nicht zerdrücken. Die Bißstelle vom Hausarzt ansehen lassen.

http://library.advanced.org./10576/dvorb.htm

http://focus.de:80/D/DR/DRU/DRU16/dru16.htm


Stand: März 2001