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Arbeitsgemeinschaft Echinokokkose

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Letzte Änderung
03 / 07

Definitionen

Mit Hilfe moderner diagnostischer Methoden, insbesondere neuen Methoden der bild- gebenden Verfahren (Sonographie, CT, MRT), ist meist eine sichere Diagnosestellung möglich. Trotzdem kommt es immer wieder zu Mißverständnissen in der Verständigung der behandelnden Ärzte untereinander, da noch immer falsche Krankheits- und Erreger- bezeichnungen kursieren. Falsche Begriffe sind durchaus auch in Neuauflagen klassischer Lehrbücher zu finden! Die Verwirrung mag sich noch dadurch verstärken, daß sich der Fuchsbandwurm auch in Hunden entwickelt. Es wird daher empfohlen, sich ausschließlich an die hier verwendete korrekte Nomenklatur zu halten:

Krankheitsbild

Ziffer nach ICD 10

Erreger

Zystische Echinokokkose
E. granulosus-Infektion

B67.0 - B67.4

E. granulosus

Alveoläre Echinokokkose
E. multilocularis-Infektion

B67.5 - B67.7

E. multilocularis

 

 

 

 

 

Falldefinition

Für beide Erkrankungen gilt eine Diagnose als bestätigt, wenn die folgenden Kriterien erfüllt sind:

  • Histopathologischer Nachweis, falls verfügbar
    Operations- oder Punktionsmaterial. Der Genom-Nachweis mittels Nukleinsäure-Amplifikations-Technik (PCR) ist nicht validiert.
  • Positive morphologische Befunde durch bildgebende Verfahren
    Zur Absicherung evt. einen Spezialisten hinzuziehen. Die primäre Organlokalisation ist bei der alveolären Echinokokkose in 98% der Fälle die Leber, bei der zystischen Echinokokkose zu 80% die Leber, zu 20% die Lunge.
  • Positive serologische Befunde
    Die Serologie kann in 10 - 20% der Fälle negativ sein. Bei positiver Serologie ohne zusätzlichen dringenden Verdacht anhand bildgebender Verfahren ist die Falldefinition nicht erfüllt.

Die Herkunft eines Patienten wird zur Falldefinition und zur Differenzierung der Echinokokkosen nicht herangezogen, da sich die Endemiegebiete der beiden Parasiten in manchen Ländern überschneiden. In Deutschland kommt nur die alveoläre Echinokokkose autochthon vor; es gibt einige wenige Fälle von zystischer Echinokokkose bei Einheimischen mit ungeklärtem Akquisitionsort. Für Deutschland darf ferner die regionale Herkunft eines Patienten, der außerhalb der bekannten Endemiegebiete lebt, nicht als Ausschlußkriterium für eine alveoläre Echinokokkose verwendet werden, da hier die Verbreitung des Fuchsbandwurms lange Zeit unterschätzt wurde.

siehe auch:

Konsiliarlabor für Echinokokkose an der Universität Würzburg,
im Auftrag des Robert Koch-Instituts, Berlin

 

Ratgeber Infektionskrankheiten - Merkblätter für Ärzte des RKI
(Epid. Bulletin Nr. 45 / 05)