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Arbeitsgemeinschaft Echinokokkose

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Letzte Änderung
03 / 07

Geschichtliches

Die zystische Echinokokkose war schon im Altertum als Erkrankung bei Menschen und Tieren bekannt; für die wassergefüllten Zysten in der Leber hat sich im 19. Jh. der Begriff "Hydatide" eingebürgert (Rudolphi 1810). Die Herkunft der Zysten aus tierischem Gewebe wurde 1760 von Pallas (Leiden) erkannt, und wurde 1782 endgültig durch Goeze (Quedlinburg) nachgewiesen, der bei Zysten aus Tieren und Menschen die Protoskolizes beschrieb und als Bandwurmköpfe erkannte. Nachdem der Entwicklungszyklus des Parasiten durch die Infektion von Hunden mit Zysten aus Schafen von v. Siebold 1852 (Breslau) aufgeklärt war, wurde 1864 von Naunyn (Berlin) die Ätiologie der menschlichen Erkrankung bewiesen durch Infektion von Hunden mit Material aus infizierten menschlichen Lebern. Die chirurgische Entfernung der Zysten war schon im 16. Jahrhundert erstmalig erfolgreich. Bei günstiger Lokalisation der Zysten in Leber, Lunge oder anderen Organen galt die Krankheit schon früh als prinzipiell heilbar.

Erste Fälle von alveolärer Echinokokkose wurden zunächst falsch gedeutet und als Alveolarkolloid (Buhl 1852, München, Zeller 1854, Tübingen), Gallertkrebs (Luschka 1852) oder Rückbildungsform eines Carcinoms bezeichnet (Meyer 1854, Zürich). Virchow erkannte 1855 bei einem Patienten in Würzburg die parasitäre Herkunft der Leberläsionen und die Verwandtschaft zur zystischen Echinokokkose. End- und Zwischenwirte des Parasiten waren noch unbekannt, als Leuckart 1863 (Gießen) mit der Namensgebung Echinococcus multilocularis eine eigenständige Art postulierte. Eine Übertragung auf Hunde und die Gewinnung des adulten Wurms war 1882 erfolgreich (Klemm, München). 1892 gelang erstmals die Übertragung auf einen potenziellen Zwischenwirt, das Hausschwein (Mangold, Tübingen). Es dauerte dann noch weitere 50 Jahre, bis Rausch und Schiller (1951 - 1954, USA) in Alaska und Vogel (1955 - 1957, Hamburg) mit Untersuchungen auf der Schwäbischen Alb den Zyklus aufklären konnten und die Übertragung des Parasiten aus menschlichen Lebern auf End- und Zwischenwirte in mehreren Passagen gelang.