Verbreitung
Der Hundebandwurm ist weltweit und in allen Klimazonen verbreitet; er kommt sowohl in Wildtierzyklen (z.B. Wolf - Elch) als auch in Haustierzyklen (Hund - Huftiere) vor. Letztere sind für das Auftreten menschlicher Infektionen bedeutsam; als klassische Endemiegebiete gelten daher Regionen mit intensiver Schaf-, Ziegen-, Rentier- oder Kamelhaltung (z.B. Türkei, Australien, Südamerika). Das schließt insbesondere Gebiete mit einem hohen Anteil an nomadisch lebender Bevölkerung ein (Mauretanien, Ostafrika, Sibirien), wo eine Verfütterung roher Schlachtabfälle dieser Weidetiere an die Hütehunde üblich ist und den Zyklus aufrecht erhält, und die mangelnde Hygiene im Umgang mit den Hunden zu einer Übertragung auf Menschen führt. In Deutschland war der Hundebandwurm ursprünglich in Mecklenburg und Pommern stark verbreitet, in angrenzenden Gebieten (Thüringen, südl. Niedersachsen, Sachsen) war er weniger häufig. In allen übrigen Gebieten kamen Erkrankungen nur sporadisch vor. Das Gesetz zur Fleischbeschau wurde 1900 eingesetzt und bereits in den 20-er Jahren wurde deutlich, daß die Erkrankungszahlen bei der einheimischen Bevölkerung allmählich abnahmen. Heute sind ca. 90% der Patienten mit zystischer Echinokokkose Ausländer, die aus den bekannten Endemiegebieten im Mittelmeerraum (Spanien, Italien, Türkei) oder den Ländern der ehemaligen Sowjetunion stammen. Die deutschen Patienten waren vor ihrer Infektion entweder häufig in diese Länder gereist oder haben von dort Hunde importiert.
Der Fuchsbandwurm ist ein Parasit der kalten und gemäßigten Klimate der Nordhalbkugel; er wurde bisher in den meisten Ländern nachgewiesen (Ausnahmen z.B. Britische Inseln, Finnland, Schweden). Erkrankungen des Menschen sind allgemein viel seltener als bei der zystischen Echinokokkose, wohl aufgrund des primären Zyklus in Wildtieren (Fuchs – Nager). In Gebieten mit hohen Befallsraten bei Haus-, Hüte- oder Schlittenhunden kann die alveoläre Echinokokkose jedoch extrem häufig sein (Alaska, China). In Deutschland sind die Endemiegebiete größer als bisher angenommen. Neben den klassischen Gebieten der Schwäbischen Alb, Alb-Donau-Region und Allgäu kommen auch in Nordbayern, Hessen und der Eifel einzelne Erkrankungsfälle in längeren Zeitabständen vor. Etwa 90% der Patienten mit alveolärer Echinokokkose stammen aus Deutschland, die übrigen sind Zuwanderer aus der Türkei, Kasachstan oder Südrussland.
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