Verwendung von urheberrechtlich geschütztem Material

Wenn Sie Lernmaterialien in Lernmanagementsystemen oder auch auf offenen Plattformen wie iTunes U oder Youtube bereitstellen, müssen Sie die entsprechenden Rahmenbedingungen des Urheberrechts einhalten. Durch das UrhG sind Werke der Wissenschaft, Kunst und Literatur geschützt. Durch dieses Gesetz ist geregelt, inwieweit die Nutzung von Materialien beschränkt oder erlaubt ist. 

In welchen Fällen es zulässig ist, Materialien elektronisch bereitzustellen, wann Sie urheberrechtlich geschütztes Material in keinem Fall teilen dürfen und wo Sie vorsichtig sein sollten, erläutern wir im Folgenden. 

In welchen Fällen ist das Teilen von urheberrechtlich geschützten Materialien zulässig?

Es gibt viele Möglichkeiten, Materialien zu Lehr- und Forschungszwecken legal mit Studierenden oder in der Forschungsgruppe zu teilen:

Haben Sie Materialien selbst erstellt - z.B. Skripte, Lehrvideos oder Präsentationen -, so entscheiden Sie selbst, in welcher Form Sie diese Materialien teilen und mit wem. Aber Achtung: Bei Ihren Publikationen (z.B. Zeitschriften, Bücher, Buchkapitel) haben Sie in der Regel die Verwertungsrechte an den Verlag abgetreten und dürfen sie nicht elektronisch zur Verfügung stellen. Materialien, die von Kolleginnen und Kollegen oder Studierenden erstellt wurden, dürfen Sie mit der Zustimmung des jeweiligen Urhebers auch problemlos teilen (sofern die Person die Verwertungsrechte nicht abgetreten hat).

Der Königsweg für fremde Materialien sind Links und Linklisten. Dies gilt gerade auch für Materialien, die im Bibliotheksbestand des kiz lizenziert sind (z.B. E-Books und E-Journals). Aber auch andere online verfügbare Materialien teilen Sie am besten per Link. Einzige Einschränkung: Bitte verlinken Sie nicht auf offensichtlich rechtswidrige/urheberrechtsverletzende sondern nur auf vertrauenswürdige Quellen.

In Skripten, Vorlesungsaufzeichnungen oder Präsentationsfolien bietet es sich auch an, Fremdinhalte zu zitieren. Ob Sie die Voraussetzungen für ein Zitat erfüllen, können Sie hier nachlesen.

Bei Schriftwerken gilt, dass Sie kleine Teile eines Werks (max. 100 Seiten bzw. 12%), Werke geringen Umfangs (max. 25 Seiten) und auch einzelne Artikel aus Zeitschriften/Zeitungen nach § 52a UrhG teilen dürfen. Es gilt jedoch der Lizenzvorrang: Sollte der Rechteinhaber eine Lizenz zu angemessenen Bedingungen anbieten, so muss dieses Angebot gekauft werden, Teilen nach § 52a UrhG (Vergütung der Nutzung über die Pauschalzahlungen der Länder) ist nicht möglich. Siehe oben: viele Werke sind jedoch schon in der Bibliothek lizensiert und können verlinkt werden.

Fotos, ≤ 5 Minuten Musikstücke, ≤ 5 Minuten Kinofilme (älter als 2 Jahre), ≤ 6 Seiten Noteneditionen dürfen im Rahmen von § 52a UrhG elektronisch bereitgestellt werden (Schrankenregelung für Lehre und Forschung), sofern sie nicht nur illustrativen Charakter haben, sondern dem Lehr-/Forschungszweck dienen und nach Ende der Lehrveranstaltung/des Forschungsprojekts wieder entfernt werden.

Freie Werke (z.B. Gesetzestexte oder Werke, deren Autoren mehr als 70 Jahre tot sind) dürfen elektronisch geteilt werden.

Stellt der Rechteinhaber die Werke unter einer freien Lizenz (z.B. Creative Commons, Open Access...) können geteilt werden - bitte beachten Sie jeweils die Nutzungsbedingungen!

Bietet der Rechteinhaber eine Lizenz zum Kauf an, die Ihren Verwendungszweck umfasst, erhalten Sie durch Erwerb dieser Lizenz natürlich auch das Recht, die Materialien zu teilen.

 

 

Welche Materialien dürfen Sie auf keinen Fall elektronisch bereitstellen?

Außer in den oben genannten Fällen ist es nicht zulässig, urheberrechtlich geschütztes Material elektronisch bereitzustellen.

Wenden Sie sich bei Fragen und Hinweisen an uns

Wir beraten Sie gerne zu Ihren Fragen und Fallbeispielen. Gerne organisieren wir auch einen kurzen Workshop/Vortrag für Ihr Team, Ihre Arbeitsgruppe oder Ihr Fach. 

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