Philosophie und Geisteswissenschaften an der Uni Ulm

Vor dem Hintergrund einer natur- wissenschaftlichen und technisch- wissenschaftlichen Orientierung der Universität Ulm ist das Humboldt- Studienzentrum für Philosophie und Geisteswissenschaften aus der Überlegung entstanden, dem Universitätsgedanken im Sinne einer möglichst umfassenden Bildung gerecht zu werden.

Die Studierenden sollen in ihrer Universität ein Angebot vorfinden, das es ihnen erlaubt, ihre fachwissenschaftliche Ausbildung in Form einer umgreifenden akademischen Bildung zu erweitern. Der Name Humboldt versteht sich als Verpflichtung, so dass auch der Mensch im Mittelpunkt des Bildungsauftrages der Universität sichtbar bleibt.

In einer globalisierten Welt, deren komplexe und dynamische Strukturen zunehmend alle Ebenen von Gesellschaft, Technik und Wissenschaft durchdringen, ist es neben einem fundierten Fachwissen notwendig, deren Zusammenhänge zu kennen und zu verstehen, um eigenes Denken und Handeln adäquat ausrichten zu können. Führungsfunktionen in Wirtschaft und Forschung bedürfen zunehmend u.a. auch jener Qualifikationen, die dieser Komplexität in Form von sozialer Kompetenz und praktischer Urteilskraft gerecht werden. Diese praktische Urteilskraft gilt es besonders in ethischen Begründungs- und Anwendungsfragen auszubilden und zu schulen, wie z.B. in den Spannungsfeldern von Ethik und Wirtschaft, Ethik und Umwelt/Ökologie und Ethik und Medizin.

So zeichnet sich die Beschäftigung mit Philosophie u.a. durch ein exemplarisches Lernen aus, das auch Schlüsselqualifikationen vermittelt. Neben dem Erwerb von Grundtechniken, wie etwa der Logik und Hermeneutik, gilt es für den Studierenden, sich anhand philosophischer Diskurse ein methodisch-reflektiertes und kritisches Denken anzueignen, das die Grundlage jeder wissenschaftlichen Praxis darstellt. Insbesondere die Philosophie vermag es, ein historisch geschultes, begrifflich exaktes und methodisch-argumentatives Reflektieren zu entwickeln. Dadurch soll die Fähigkeit zur abwägenden Reflexion von Thesen oder Überzeugungen und zum Erkennen von oftmals stillschweigend gemachten, unter Umständen problematischen Voraussetzungen und Prämissen eingeübt und weiter ausgebildet werden.