Ulmer Absolventin bei Nobelpreisträgertagung

Die klügsten Köpfe der Welt zu Gast am Bodensee 59 Nobelpreisträger und 675 vielversprechende Nachwuchswissenschaftler aus mehr als 70 Ländern. Alleine diese Zahlen sprechen für sich.

In Lindau: Meike Chevillotte mit Prof. Edmond Fischer, 1992 Nobelpreisträger Medizin

Auch in diesem Jahr hatten sich wieder über 20 000 Studierende und Absolventen aus den Bereichen Chemie, Physik und Medizin um die Teilnahme an der 60. Nobelpreisträgertagung in Lindau beworben. Unter den hochkarätigen Auserwählten war auch Meike Chevillotte, Alumna und Promotionspreisträgerin der Internationalen Graduiertenschule für Molekulare Medizin an der Universität Ulm.

Die Infektionsbiologin, die inzwischen als Post-Doc am Robert Koch Institut in Berlin arbeitet, hat zahlreiche positive Eindrücke vom Bodensee mitgebracht: »Viele der berühmten Wissenschaftler habe ich als bescheidene, zugängliche Menschen erlebt«, so Chevillotte. Selbst Nobelpreisträger im fortgeschrittenen Rentenalter hätten noch richtig Spaß an der Forschung und würden sich nicht auf ihren Lorbeeren, sprich Nobelpreisen, ausruhen. Chevillotte selbst forscht zu den molekularen Mechanismen der Virus-Wirt Interaktion von Hepatitis
B und C Viren. In Lindau hat sie viele Visitenkarten mit Nachwuchswissenschaftlern aus aller Welt ausgetauscht. »Bei den Nachmittagsdiskussionen mit 30 bis 50 Teilnehmern konnte ich sogar Probleme
meiner aktuellen Forschung ansprechen und wurde in der Ergebnisdeutung bestätigt. Dabei war der Austausch mit dem Nobelpreisträger Edmond Fischer besonders bereichernd«, so die 30-Jährige. Die Atmosphäre bei der Tagung habe sie darin bestärkt, weiterhin in der Forschung arbeiten zu wollen. Meike Chevillotte hat ihr Biologiestudium in Tübingen mit der Note 1,0 beendet. Während ihrer Promotion im Fach Virologie am Universitätsklinikum Ulm
war sie Mitglied der Graduiertenschule für Molekulare Medizin. Ihre Dissertation bei Professor Thomas Mertens trägt den Titel »Novel Approaches for optimisation of human cytomegalovirus antiviral therapy based on viral resistance profiles« und wurde ebenfalls mit der Bestnote beziehungsweise
mit »summa cum laude« bewertet. Für die Nobelpreisträgertagung wurde
Meike Chevillotte von der Graduiertenschule über den Sponsoren Südwestmetall vorgeschlagen. In einem mehrmonatigen Auswahlverfahren,
bei dem Bewerbungs- und Empfehlungsschreiben sowie die bisherigen
Leistungen in Forschung und Lehre berücksichtigt wurden, konnte sich die Infektionsbiologin durchsetzen. In diesem Jahr hat Chevillotte als einzige Ulmer Absolventin die Tagung besucht – eine mehr als würdige Vertreterin der Graduiertenschule sowie der gesamten Universität.

18.08.2010 11:55 Age: 3 Jahre