Das Musische Zentrum (MUZ) der Universität Ulm

und seine Gründerväter Prof. Caius Burri und Prof. Helmut Baitsch

Prof. Caius Burri und Prof. Helmut Baitsch

Etwas zur Geschichte

Die Universität Ulm wurde am 25.2.1967 eingeweiht und begann 1969 mit der Lehre von Medizin und den Naturwissenschaften (Physik, Chemie, Biologie, wenige Zeit später kam auch die Mathematik hinzu). Schon bald formierte sich aus den Studenten heraus ein Orchester (Universitätsorchester - gegründet 1972) und ein Chor (Universitätschor - gegründet 1976), die Konzerte organisierten.

In den 80 ern begründete Prof. Helmut Baitsch das Projekt "Musik in Therapie und Prävention". Dieter Trüstedt wurde nach Ulm berufen, um Instrumente zu bauen und die experimentelle Musik auf zu bauen . In diesem Kontext der Musiktherapie wurde die IBUEMU 1985 gegründet, aus der später die EMU/Experimentelle Musik und Kunst entstand.

Ab 1986 wurden die ersten Gruppenimprovisationen und Happenings der Gruppe IBUEMU der Öffentlichkeit vorgestellt. Später erfolgten die Aufführungen u.a. in Projekten mit dem Universitätsorchester und dann auch mit dem Universitätschor.

1987 erweiterte die Universität ihr Studienangebot um die Fächer Elektrotechnik, Informatik und Wirtschaftswissenschaften. 1989 wurde das Humboldt-Studienzentrum für Philosophie und Geisteswissenschaften feierlich eröffnet. Doch auch die schönen Künste sollten nicht unberücksichtigt bleiben:

Prof. Caius Burri rief zum einen die Kunstiftung pro Arte ins Leben und setzte sich mit ihr für die Entstehung des Kunstpfades, der um die Universität Ulm herum verläuft, ein. Dieser wurde von 1988 bis 1991 errichtet. Prof. Helmut Baitsch startete die Initiative „Die Universität braucht ein Musisches Zentrum. In diesem sollten die künstlerischen und kreativen Aktivitäten, die experimentelle Musik, die Malerei und das Theater, ein Zentrum, einen Ort bekommen. Kurzerhand wurden mit Hilfe des Bauamtes der Universität Waldarbeiterhütten aus Holz besorgt - hier am Campus aufgebaut und am 29.Juni 1991 als Musische Werkstatt - heute Musisches Zentrum - eingeweiht. (Text: Christine Söffing, Dr.Dr. Gerlinde Sponholz)

 

Die Gründungsdaten der Initiativgruppen des MUZ


Im Wintersemester 1972/73 formierte sich das Universitätsorchester
Im Wintersemester 1976/77 gründete Albrecht Haupt den Universitätschor.
1983
startete der Rektor der Universität, Prof. Fliedner, in Zusammenarbeit mit Astrid Schürmann die Tontafelaktion. Seitdem wird jedes Jahr für alle Erstsemester ein Tontäfelchen mit einem jeweils jahrestypischen Motiv hergestellt, gebrannt und als Erinnerung an das erste Semester verteilt.

1985 formierte sich die Guppe IBUEMU aus dem Projekt "Musik in Therapie und Prävention" heraus. Aus ihr entstand später die Gruppe EMU, die Gruppe experimentelle Musik und Kunst. Helmut Baitsch, Gerlinde Sponholz und Dieter Trüstedt entwickelten die ersten Ideen. Dr. Wolf-Dieter Trüstedt leitete die Gruppe sowie das Musische Zentrum bis Oktober 2010. Christine Söffing ist seine Nachfolgerin.

Im Wintersemester 1987/88 wurde das KUS - das Kammerorchester der Ulmer Studenten gegründet. Es wurde seit dem Sommersemester 2008 bis Ende des Sommersemesters 2015 von Philipp Vogler geleitet. Seit dem Wintersemester 2015/16 leitet Achim Schmid-Egger das KUS.

1988 begründete Sybille Herrlen-Pelzer in der Psychiatrischen Ambulanz der Uniklinik Ulm ähnliche Aktivitäten für die Patienten wie das MUZ. Sie und Helmut Baitsch (HB) pflegten regen Austausch. Jeden Donnerstag gibt es noch immer die Abendmusik.

1989 - 1991 wurde der Arbeitskreis Fotografie unter der Leitung von Jutta Wolf gegründet.

Im Sommer 1989 wurde die Bigband der Universität Ulm gegründet, die seit dem Wintersemester 2007/08 von Michael Lutzeier geleitet wird.

1990 gründete Christoph Denoix den VOX HUMANA Kammerchor.

Im Oktober 1991 wurde das Atelier eröffnet, das bis Januar 1993 von Herbert Volz geleitet wurde. Von Februar 1993 bis Mai 2010 war Frederic William Ayer Artist in Residence und Leiter des Ateliers. Von Januar 2011 bis März 2014 leitete Frank Raendchen das Atelier.

Im Mai 1992 wurde von Dr. med Pia Daniela Schmücker die Schreibwerkstatt gegründet.

1998 formierte sich die Anästhesistenband.

1999 gründete Dr. Kay Astrid Weithoener das Universitätsballett.

2006 gründete Isabell Gaus die Improtheatergruppe.

Im Wintersemester 2007/08 meldeten sich die Brassmaniacs unter der Leitung von Philipp Zey im MUZ.

Im Wintersemester 2009/10 gründete Elli Nebel die Sambagruppe - Gato Sorriso.

Im Wintersemester 2012/13 gründete Manuel Haupt den Kammerchor der Universität Ulm.

 

Seit Juni 1986 präsentieren die Initiativgruppen des MUZ Ausschnitte aus ihren Arbeiten bei den Musischen Tagen der Universität Ulm.

 

Hintergrundinformationen:

EMU-Buch 1989

1.  Aufbau des MUZ 1989/1990
Fotodokumentation

2. Die Universität Ulm braucht ein Musisches Zentrum
Eine Denkschrift
Verfasser: Prof.Dr.Dr. H. Baitsch, Prof.Dr. C. Burri,
Prof.Dr.Dr. P. Novak
Ulm, Januar 1989 Dritte, erweiterte Fassung
Vorwort zur dritten, erweiterten Fassung


Aufbau der des MUZ 1989/1990
und Einweihung 29. Juni 1991
Fotodokumentation

 

MUZ-Gelande 1989

 

MUZ-Baustelle 1989/1990

 

MUZ-Baustelle 1989/1990

 

MUZ-Baustelle 1989/1990

 

Helmut Baitsch auf der Baustelle

 

Bürgermeister Ulm, Helmut Baitsch, Foos Unibauamt, Dieter Trüstedt, Caius Burri

 

Helmut Baitsch und Caius Burri, während der MUZ-Eröffnung

 

Caius Burri, MUZ-Eröffungsrede

 

Helmut Baitsch und ... Böttcher, Uni-Orchester

 

Dieter Trüstedt

 

Konzert im Muz-Atelier

 

Konzert im MUZ-Atelier

 

Universitäts-Kanzler Eberhardt am Berliner -Design-Musik-Objekt mit Studentin
der Design-Klasse Nik Roericht / workend Dieter Trüstedt

 

Eröffnungskonzert des MUZ 1991

 

...... Gabi Engert-Timmermann, Helga Kast an der Rabuna

 

Gerlinde Sponholz am Chime

 

Nick Roericht, Design Berlin, HdK Ulm

 

Telefonzelle / Windharfe

 

Herbt Volz, nn, Fred Ayer

 

Rudi Volz / Sponsor der Windharfe

 

Musische Tage in der Uni-Mensa ca. 1991

 

Konzert im Burri-Institut / Helga Kast - Performance

 

Konzert im Burri-Institut / Helga Kast - Buttho

 

Konzert im Burri-Institut / Dieter Trüstedt und Jörg Schäffer


 

Geburtstagsgeschenk für Helmut Baitsch - ein Klang- und Spiel-Objekt.

 

Das Klang- und Spiel-Objekt in Herrlingen im Haus Helmut Baitsch:
links Ulrich Hahnel, rechts Helmut Baitsch, in der Mitte .....

 

Die Universität Ulm braucht ein Musisches Zentrum
Eine Denkschrift
Verfasser: Prof.Dr.Dr. H. Baitsch, Prof.Dr. C. Burri,
Prof.Dr.Dr. P. Novak
Ulm, Januar 1989 Dritte, erweiterte Fassung

Vorwort zur dritten, erweiterten Fassung

Die erste und zweite Fassung unserer Denkschrift war schnell vergriffen - ein Zeichen dafür, wie groß das Interesse an der Einrichtung eines Musischen Zentrums ist. Inzwischen ist viel geschehen. Insbesondere haben die formalen Planungsschritte deutliche und dabei überaus erfreuliche Fortschritte gemacht: Senat und Verwaltungsrat haben der Einrichtung eines Musischen Zentrums zugestimmt; die Universitätsverwaltung hat daraufhin dem zuständigen Ministerium die Nutzungsanforderung für das musische Zentrum vorgelegt und darin die zu fordernden Räume näher spezifiziert; weitere zustimmende Äußerungen aus allen Gruppen der Universität sind eingegangen, eine wahre akademische Bürgerinitiative quer durch alle Gruppen ist entstanden. Und - last but not least - ist zu der ersten Initiativgruppe auch C. Burri gestoßen; seine Pläne, auf dem Oberen Eselsberg einen Kunstpfad einzurichten, fügen sich nahtlos in die Überlegungen unserer Denkschrift ein, für deren dritte Fassung wir nun gemeinsam verantwortlich zeichnen.

Vorbemerkungen zur Geschichte dieser Initiative

Das Humboldt-Studien-Zentrum für Geisteswissenschaften hat im September 1988 durch seinen Sprecher Prof. Dr. Dr. Peter Novak folgendes Schreiben in der Universität Ulm zirkulieren lassen:
"Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
das Humboldt-Studien-Zentrum für Geisteswissenschaften hat sich eine Initiative aus dem Kollegenkreis zu eigen gemacht, welche das Ziel hat, bei der baulichen Weiterplanung unserer Universität auch ein Musisches Zentrum vorzusehen. Die wesentlichen Argumente für die Einrichtung eines derartigen Zentrums sind kurzgefaßt folgende:
Die Angehörigen der Universität, der Kliniken, der verschiedenen Forschungsinstitute und Dienstleistungseinrichtungen auf dem Oberen Eselsberg sollen in dem Zentrum die Möglichkeit zu vielerlei musischen Aktivitäten geboten bekommen. Hierzu müssen .Übungsräume unterschiedlicher Größe vor allem für Instrumenta-listen, Orchester, Kammermusik, Chor sowie für therapeutisches Musizieren, experimentelle Musik usw. zur Verfügung stehen. Diese Aktivitäten seien beispielhaft genannt für die anzustrebende Differenziertheit eines solchen Musischen Zentrums. Wir sind der Auffassung, daß dieses Zentrum mehr sein soll und wird als ein Ort lustvoller Zerstreuung. Vielmehr versprechen wir uns mit der Integration musischer Tätigkeiten in den Alltag von Forschung und Lehre eine wesentliche Förderung und Belebung unserer Kreativität und der schöpferischen Phantasie. Zugleich wird das Musische Zentrum ein Ort der Begegnung sein, in dem wir uns über Fächer- und Institutionengrenzen hinweg in spielerisch zweckfreiem Tun kennenlernen und Ideen austauschen können. Eine Universität mit betont naturwissenschaftlich-technischer Ausrichtung bedarf dringend eines solchen musischen Freiraumes.

Wir wenden uns mit diesem Schreiben an alle Interessierten mit der Bitte um Rückmeldung, ob Sie sich mit den oben genannten Zielen unserer Initiative identifizieren können. Einige Kolleginnen und Kollegen haben sich bereit erklärt, Sie anzusprechen und um Ihre Unterschrift zum Zeichen der grundsätzlichen Zustimmung zu bitten. Das Humboldt-Studien-Zentrum wird Sie dann über den Fortgang der Initiative informieren."

Vorausgegangen waren Kontakte mit dem Rektor der Universität, Herrn Prof. Dr. T.M. Fliedner, und dem Universitätsbauamt, Herrn Regierungsbaudirektor v. Wolff, sowie mit dem Preisträger des Planungswettbewerbes "Wissenschaftsstadt", Herrn Prof. Dr. Steidle. Die Idee, die ganz überwiegend naturwissenschaftlichtechnologische Ausrichtung der Wissenschaftsstadt Ulm auf dem Oberen.Eselsberg durch einen Bereich zu ergänzen, der über musische Tätigkeiten die kreativen Wurzeln und Fähigkeiten der hier arbeitenden Menschen fördert, fand wohlwollende ' Aufmerksamkeit und Zustimmung. Es ist die Idee der Wissenschafts- und Kunststadt Ulm.

Aus dem zunächst angesprochenen Kreis der Universitätsmitglieder sind schnell in großer Zahl Stellungnahmen eingetroffen, die sich ausnahmslos positiv zu dieser Initiative äußern. Einige dieser Kommentare werden beispielhaft weiter unten zitiert.

Die Ziele und die mögliche Gestalt eines derartigen Musischen Zentrums (MZ) werden nachfolgend ausführlicher dargestellt; vorangestellt findet sich eine Beschreibung des Status quo, mit dem sich die Universitätsmitglieder derzeit behelfen müssen.

1. Der Status quo

Die Universität verfügt im Bereich des Oberen Eselsberges über keine räumlichen Möglichkeiten, in denen sich Universitätsmitglieder aktiv musisch betätigen können. Dieser Mangel hat sich schon mehrfach als äußerst hemmend für die Arbeit beispielsweise des Universitätsorchesters und des Universitätschores ausgewirkt .

Insbesondere wird das Fehlen von Übungs- und Aufführungsräumen unterschiedlicher Größe beklagt. Die Hörsäle und Seminarräume der Universität sind von ihren baulichen Gegebenheiten her für derartige Zwecke denkbar ungeeignet. Auch fehlen entsprechende Räume für konzertantes Musizieren, insbesondere für kammermusikalische Ensembles; Übungsräume für einzelne Instrumentalisten und Kleingruppen sind ein ausgesprochenes Desiderat.

Die Situation in dem Universitätsbereich Oberer Kuhberg (ehemalige Hochschule für Gestaltung) ist relativ günstiger, wenngleich bei weitem nicht optimal. Sie kann den Bedarf, der für den weitaus größeren Bereich des Oberen Eselsberges besteht, nicht abdecken. Dankbar ist indessen festzustellen, daß in den Gebäuden der ehemaligen HfG durch die Entscheidungen des Verwaltungsrates der Universität und mit den Bemühungen des Bauamtes ein Raum für die Arbeitsgruppe "Musik in Prävention und Therapie" eingerichtet wurde. Dieser Raum wird intensiv und den Zwecken entsprechend genutzt; therapeutische Arbeit sowie Lehre und Forschung finden dort statt. Eine weitere Arbeitsgruppe, die sich mit experimenteller Musik sowie mit dem Bau von Instrumenten befaßt, arbeitet zeitweise in diesem (einzigen) Räum; eine Werkstätte für handwerkliche Tätigkeiten dieser Gruppe wurde vom Altenzentrum Dornstadt zur Verfügung gestellt, da ein geeigneter Raum hierfür im Universitätsbereich fehlt.

Die oben geschilderte Raumproblematik gilt in prinzipiell gleicher Weise für alle Universitätsbereiche hinsichtlich musischer Aktivitäten, wozu auch Theater, bildnerisches Gestalten und Meditation zu zählen sind. Beispielhaft seien hier genannt:

- Studentische Theatergruppen können ohne die räumlischen Hilfen von selten des städtischen Theaters kaum je ihre Aufführungen zustande bringen.
- Therapeutisches Musizieren mit krebskranken Kindern in der Universitäts-Kinderklinik wird allein schon dadurch erheblich erschwert, daß geeignete Räume fehlen.
- Stilles Sichzurückziehen zur Meditation, zu Atemübungen oder zu anderen Techniken der Lösung oder Konzentration kann nicht stattfinden, weil nirgends entsprechende Räume zur Verfügung stehen.

Die Beispiele ließen sich fortsetzen. Allen ist gemeinsam, daß der bisherige Bestand an Räumlichkeiten fest verplant ist für Aktivitäten des kognitiv-rationalen Lehrens und Lernens, so daß für die schöpferische Muße jedweder Art an unserer Universität schlicht der Platz fehlt.
Trotz dieser Behinderungen und Beengungen haben sich an unserer Universität in den letzten Jahren beachtliche musische Aktivitäten entwickelt, die Aufschluß auch darüber geben, wie sehr es sich hier um existentielle Bedürfnisse der Lehrenden und Lernenden handelt, die auf die Dauer nicht unterdrückt oder vernachlässigt werden dürfen.

2. Wieviele Menschen werden das Musische Zentrum nutzen?
Einige Bemerkungen zur Bedarfsschätzung

Die Universität hat derzeit in grober Schätzung rund 6 000 bis 7 000 Mitglieder, Lernende und Lehrende sowie alle Bediensteten der Verwaltung im engeren und weiteren Sinne eingeschlossen. Der Anteil derer, die schon jetzt konkrete musische Tätigkeiten ausüben, die also musizieren oder im Chor singen, malen oder töpfern, fotografieren oder Instrumente bauen usw., dürfte etwa 10 von 100 ausmachen. Möglicherweise ist diese Zahl eher unter-als überschätzt. Das wären schon derzeit 600 bis 700 Menschen, die als potentielle Interessenten für regelmäßiges oder gelegentliches Tun in einem MZ anzusehen sind. Mindestens die gleiche Größenordnung schätzen wir für den Personenkreis, der dazu motiviert werden könnte oder sollte, sich mehr mit musischem Tun einzulassen, als er dies bisher tut.

Es ist davon auszugehen, daß der Kreis der künftigen Interessenten aus den neuen Fachbereichen der Universität und aus den übrigen Einrichtungen auf dem Oberen Eselsberg (Kliniken, Forschungsinstitute, Dienstleistungseinrichtungen usw.) etwa in denselben Größenordnungen einzuschätzen ist.

Hinzu kommt eine quantitativ noch nicht abzuschätzende Bedeutung eines Musischen Zentrums für die Weiterbildungsaufgaben der Universität sowie für das Studium Generale. Die Ausstrahlung solcher Aktivitäten des MZ in die Stadt und die Region wäre ein erwünschter Effekt, der im Rahmen der weitgespannten regionalen Funktion der Universität zu sehen ist.

3. Was soll das Musische Zentrum leisten, welche Ziele werden verfolgt?
Was ist seine Philosophie?

Die Initiatoren für die Einrichtung eines MZ sind der Auffassung, daß die notwendigerweise einseitige Ausrichtung unserer Universität auf naturwissenschaftliche Fächer, auf Medizin und moderne Technologien eine Ergänzung auch und gerade hinsichtlich der musischen Fächer zwingend erforderlich macht. Gewiß waren schon immer die Beziehungen gerade der Mediziner zu den Künsten, insbesondere zur Musik und Malerei, recht eng. Ärzteorchester und Streichquartette mit Doktor(innen/en) gibt es zu Häuf. Gewandelt und verschärft haben sich in der neueren Zeit und gerade jetzt im Obergang in die Zeit der hochtechnischen Informations- und Kommunikationsgesellschaft die Anforderungen an die teilhabenden Menschen: Schöpferische Phantasie als Voraussetzung für problemlösendes Verhalten ist mehr denn je gefragt. Mehr denn je kommt es im Umgang mit der ins Astronomische gewachsenen Menge der verfügbaren Informationen auf schöpferische Fähigkeiten an, auf jene Kreativität, die mit dieser Informationskomplexität umzugehen versteht.

Musische Tätigkeit kann, so meinen wir, verschüttete und ungeübte Kreativität wieder wecken; und der schon oder noch wache kreative Mensch kann seine Fähigkeiten, seine Phantasie und seine schöpferischen Quellen durch das musische Tun immer wieder auffrischen und üben.

Was das MZ noch leisten soll und könnte: Wir versprechen uns eine sehr konkrete Chance, daß Menschen aus ganz verschiedenen wissenschaftlich-technischen Tätigkeitsbereichen im MZ zusammentreffen, dort miteinander musizieren und miteinander sprechen. Dem Auseinanderdriften und Zerfallen in fachlich definierte Gruppen kann so entgegengewirkt werden; Ideen können ausgetauscht, neue Lösungen können im Gespräch erörtert und spielerisch ausprobiert werden. Der fachfremde Mitspieler vermag da und dort den Wald zu sehen, wo der Experte aus allzu großer Nähe nur noch die Bäume erkennen kann.
Das MZ wäre auch der Ort, an dem Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen unter Beteiligung namhafter Künstler, Komponisten, Interpreten und Wissenschaftler als Gäste stattfinden sollen; Verknüpfungen mit und Erweiterungen von herkömmlichen Studien-gangen erscheinen möglich.
Die Denkschrift des Senats der Universität Ulm (1986) "Entwicklungsperspektiven der Universität Ulm bis zum Jahre 2000" hatte schon dringend den Ausbau der sozialen und kulturellen Infrastruktur gefordert; unsere Überlegungen, wie sie in dieser Denkschrift niedergelegt sind, konkretisieren und bekräftigen diese Forderungen.

4. Wo sollte das MZ angesiedelt sein? Wie könnte ein Raumprogramm aussehen?
Sollen alle Räume unter einem Dach liegen?

Die Lokalisation des MZ sollte sich an diesen Zielen und Aufgaben orientieren: Es sollte dort angesiedelt werden, wo die Kommunikations- und Informationswege für alle Beteiligten in etwa gleich lang sind. U.E. erscheint es nicht problematisch, einen geeigneten Platz im Rahmen der jetzt schon vorhandenen Planung zu finden.
Das Raumprogramm sollte im Endausbau folgende Einheiten enthalten:

- Übungsräume für Instrumentalisten; die Räume sollten so ausgelegt sein, daß auch Kammermusik in kleiner Besetzung (Duo, Trio, Quartett) geübt werden kann.
- kleinere Übungsräume für Kammermusik und Chor in mittlerer Größenordnung;
- Räume für therapeutisches Musizieren (Musiktherapie) und_ex-perimentelle Musik; Übungsräume für größeres Orchester und Chor ;
- eine Studiobühne.;
- stille Räume für Meditation, autogenes Training, Yoga usw.;
- ein Studio für elektronische Medien mit Hörkabinen;
- Notenbibliothek;
- Werkstatträume für Instrumentenbau, Zeichnen, Malen, Töpfern;
- Lagerraum für Instrumente.

Diese Aufzählung ist nicht erschöpfend; auch kann die Zahl der Räume noch nicht definitiv angegeben werden.

Zur Dimensionierung der Räume:
Die kleineren Übungsräume sollten mindestens 10 m2 Nutzfläche haben; eine Zahl 10 derartiger Räume wäre optimal. Die mittelgroßen Räume sollten Nutzflächen zwischen 25 m2 und 50 m2 haben; fünf derartige Räume sollten vorhanden sein. Die großen Räume für Übung und Aufführungspraxis des Orchesters und Chors sollten genügend groß dimensioniert werden, damit neben dem sehr großen ausführenden Ensemble (an Oratorien, Kantaten usw. wirken bis 150 Personen und mehr mit!) auch noch Zuhörer im Raum Platz haben.

Die Räume sollten variabel/multipel nutzbar sein: recht unterschiedliche Gruppen mit unterschiedlichen Bedürfnissen sollen darin tätig sein können (im Kammermusikraum sollen beispielsweise auch Schlagzeuger üben oder Mal-Zeichenkurse stattfinden können). Auch größere Räume sollen sowohl für Übungszwecke als auch für Lehrveranstaltungen zu nutzen sein.

Zum Problem der Installation:
Außer Heizung (und gegebenenfalls Klimatisierung) sollten keine weiteren Installationen vorgesehen werden. Es sollte also keine Verwendung als Laboratorien mit entsprechend hoher Installation infrage kommen. Ein hoher Grad an Schallisolierung ist erforderlich. Für einige Räume sollten technische Vorkehrungen Ton- und Videoaufnahmen getroffen werden.

Sollte alles unter ein Dach kommen?
Zwingend erscheint dies nicht; zweckmäßig schon. Über diese Frage sollte noch gesprochen werden. Wichtig ist vor allem, daß schon in der ersten Baustufe das MZ mitberücksichtigt wird.

Inzwischen haben auf den vielen Ebenen der formalen und inhaltlichen Zuständigkeiten intensive Gespräche stattgefunden mit dem Ziel, die komplizierten Planungsschritte in der richtigen Reihenfolge zu tun. Es besteht offensichtlich ein weitgehender Konsens darüber, daß ein MZ gebaut werden soll; und über die Größenordnungen und das Raumprogramm sowie den voraussichtlichen Standort des MZ sind konkrete Vorstellungen entwickelt worden.

Des weiteren (November 1988) hat die Universitätsverwaltung aufgrund der Beschlüsse des Senats und des Verwaltungsrates und nach ausführlichen Gesprächen mit den Initiatoren und der Stadt Ulm eine differenzierte und konkretisierte Raumkonzeption entwickelt und als Nutzungsanforderung dem Ministerium für Wissenschaft und Kunst vorgelegt.

5. Werden für das MZ Personalstellen benötigt?

Das MZ wird ausschließlich von den Nutzern besiedelt, d.h. von dem Personenkreis, der in der Wissenschaftsstadt tätig ist, und von Gästen. Ein hohes Maß an Selbstverwaltung von selten der Nutzer wird angestrebt.

Erforderlich sind jedoch die üblichen verwaltenden und raumpflegenden Funktionen; so wird es notwendig sein, zwei bis drei Stellen vorzuhalten für einen Hausmeister, für die technische Organisation (Raumzuteilung usw.) und die Raumpflege.

6. Musische Aktivitäten in der Universität Ulm in Lehre und Forschung

Es ist schwierig, alle Aktivitäten eines Zeitraumes zu erfassen, denn nur die in den Ankündigungen dokumentierten Veranstaltungen lassen sich zuverlässig nachweisen. Nur gering und bruchstückhaft ist unser Wissen über die musischen Tätigkeiten der Universitätsmitglieder, die sich mehr im privaten Kreis abspielen, auch wenn sie dann und wann auch in den universitären Tageslauf eingreifen. Nachstehend werden Veranstaltungen genannt, die exemplarische Bedeutung haben:

Das Studium Generale beispielsweise enthält in seiner Ankündigung für 1988 folgende Veranstaltungen:
- Robert Schumann's Liederschaffen (Prof. Dr. F. Hirtler),
- Liederabend: Robert Schumann Dichterliebe op 48,
- James Joyce: Übertreibungstrieb (Dr. F. Senn),
- Das Leben leise wieder lernen. Literatur in Träumen (Prof. U. Kutter),
- Malerei des Barock - in Ulm um Ulm (Dr. G. Jasbar),
- Josef Albers - als Maler, Forscher und Pädagoge (Dr. D. Bauerle),
- Zeichnen und Aquarell-Malen (Kurs) (E. Holzwarth),
- Freies Malen und Aktzeichnen (Kurs) (B. Bartl).

Das Humboldt-Studienzentrum für Geisteswissenschaften hat 1988 folgende Veranstaltungen durchgeführt:

- Vortrag und Performance I und II "Soli Deo Gloria", J.S. Bach (Prof. Dr. Ch. Rueger, Musikhochschule Berlin),
- "Magie in Schwarz und Weiß": Franz Liszt (Prof. Dr. Ch. Rueger, Musikhochschule Berlin),
- "Russische Klaviermusik", vorgetragen und gespielt von Prof. Dr. Ch. Rueger, Musikhochschule Berlin.

Mehr forschungsorientiert ist das Projekt "Musik in Prävention und Therapie", das von der Abteilung Anthropologie im Zusammenwirken mit dem SFB 129 (Psychotherapeutische Prozesse) und mit Unterstützung der Peter-Klöckner-Stiftung seit 1986 betrieben wird. Psychotherapeutisch orientierte Grundlagenforschung wird in diesem Projekt verknüpft mit Einführungskursen für Studierende der Medizin und Weiterbildungsveranstaltungen für Musik-therapeuten. Hier sind vor allem die Patienten-zentrierten Selbsterfahrungsgruppen für Musiktherapeuten und Ärzte zu erwähnen. Diese letzteren Aktivitäten erfolgen in engem Zusammenwirken mit Kliniken der Universität und klinischen Einrichtungen der Region.

Therapeutisches Musizieren findet statt in der Universitätskinderklinik (Onkologische Station), im Rahmen der Psychiatrischen Ambulanz sowie (unter betont psychotherapeutischen Forschungsaspekten) im Rahmen des SFB 129 (Psychotherapeutische Prozesse) mit Unterstützung der Breuninger-Stiftung. Therapeutisches Musizieren wird von Angehörigen der Universität auch durchgeführt im Altenzentrum Dornstadt sowie mit Behinderten im Rahmen von Freizeitaktivitäten der "Lebenshilfe e.V.".

Folgende Lehrveranstaltungen und Vorträge zum Thema "Medizin und Musik" wurden über mehrere Semester hinweg angeboten und durchgeführt:

Seminare

Semiotische Analyse musiktherapeutischer Prozesse Hypothesen und Theorien der Musiktherapie Einführung in die Musiktherapie
Übungen zur Musiktherapie (insbesondere freie Improvisation) Musik und Mathematik

Vorträge

Die Musiktherapie der Wiener Schule Prof. Dr. Alfred Schmolz, Wien
Der psychoanalytische Ansatz der Musiktherapie Prof. Dr. Wolfgang Schröder, Zwesten

Musikpsychologische Wirkungsforschung
PD. Dr. Heiner Gembris, Akadem. Rat, Augsburg

Musikalität und Hemisphärendominanz Prof. Dr. Godehard Oepen, Freiburg
Spiel und Kreativität
Prof. Dr. Gerd Schäfer, Augsburg

Räumliche Begabung, Kompositionstalent und Geschlecht shormone PD. Dr. Marianne Haßler, Tübingen

Die Ausdrucksdynamik von neurotisch und psychosoma-tisch Erkrankten in der Musiktherapie. Das Lübecker Modell.
Thomas Maler, Med. Universitätsklinik Lübeck, Kulturanthropologe und Musiktherapeut.

Ein herausragendes Beispiel aus der klinischen Praxis unserer Universität möge diese Aufzählung abschließen:
In der klinischen Abteilung der Poliklinik für Zahnerhaltung, Parodontologie und Kinderzahnheilkunde (Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. R. Mayer) wird seit Jahren erfolgreich "Musik" in Gestalt der Audio-Analgesie angewandt; sie wird von den Patienten sehr gern angenommen. Aus dieser klinischen Praxis ist eine Forschungsarbeit entstanden, die 1987 als Dissertation mit "summa cum laude" bewertet wurde: Jörg Deutscher und Martin Dörner "Subjektives Befinden und objektive Biosignale während zahnärztlich konservierender Behandlung mit Audioanalgesie".

Alle im Abschnitt 6 beispielhaft erwähnten Aktivitäten mögen aufzeigen, daß schon jetzt an unserer Universität in vielfältiger Weise wissenschaftliche Tätigkeit und musisches Handeln eng miteinander verwoben sind. Das Musische Zentrum würde also nicht leer stehen, es wäre schnell mit Leben erfüllt.

7. Der Kunstpfad auf dem Oberen Eselsberg

Die Einrichtung eines Musischen Zentrums sehen wir in einem engen geistigen und organisatorischen Zusammenhang mit dem Kunstpfad, den die Universität einer Initiative von Prof. Burri verdankt. Hierzu gibt es eine Tonbandniederschrift zu einigen Reden anläßlich der Eröffnung des Instituts für Unfallchirurgische Forschung und Biomechanik am 12. August 1988:

C. Burri: "Ulm wird zur Wissenschaftsstadt im besten Sinne des Wortes, diese Entwicklung machen wir alle mit Begeisterung mit, wir anerkennen dabei den Einsatz und die hohen Verdienste unseres Ministerpräsidenten, Dr. Lothar Späth, und unseres Rektors, Professor Fliedner. Ich selbst hoffe, daß mit der gewaltigen wissenschaftlich-technologischen Entwicklung auch Kunst und Kultur in dieser Stadt mithalten können. Gerade der Ministerpräsident, der Oberbürgermeister und der Rektor, als -be- und anerkannte Kunstliebhaber, sind eigentlich schon Garanten für dieses Anliegen. Wie schön wäre es, wenn auf dem Eselsberg nicht nur eine an den Wochendenden leere Wissenschaftsstadt, sondern auch ein Kunstpark entstehen würde, den die Ulmer Bürger gerne besuchen würden! Vielleicht könnte unser erster Beitrag dafür ein Funke sein."

Ministerpräsident Dr.h.c. L. Späth: "... und das, was mir hier besonders gefällt, ist die eigentliche Idee, nicht nur im engen Maßstab an die Forschung zu denken, sondern auch daran, was denn nun neue Qualitäten darstellen, auch neue Qualitäten für Arbeitsplätze, wie man das Spannungsverhältnis zwischen Ökonomie und Ökologie auflösen kann. Wie man Humanität auch im Bau verwirklichen kann und, das muß ich einräumen, die zwei Gedanken, neben der Wissenschaft auch noch Kunst hier einzubeziehen und die Ökologie dazu, die Architektur in dieses Spannungsverhältnis Natur/hochentwickelte Technologie zu bringen und dies gewissermaßen im Spannungsverhältnis darzustellen, sich dazu zu bekennen und deshalb diese Wertvorstellungen weiterzuent-wickeln über die reine Technik und Wissenschaft hinaus, ist eigentlich das Faszinierendste. Ich wäre beinahe nach Schluß der Vorrede zu spät ans Rednerpult gekommen, weil ich mir gerade eine Notiz machen wollte, weil ich glaube, mit dem Schlußsatz der Kunst- und Wissenschaftsstadt Ulm ist etwas bei mir festgehakt und der Minister muß eigentlich zum ersten Mal wirklich das Empfinden haben, wie wichtig es ist, Wissenschaft und Kunst in einem Ministerium zu haben. Und der OB, so wie ich ihn kenne, hat im selben Augenblick wie ich sich auch eine geistige Notiz gemacht, daß nämlich die Zuwendung zur Kunst in der Stadt Ulm - und da gibt es viele Initiativen und gute Entwicklungen - daß man da durchaus eine Brücke bauen könnte in diese Wissenschaftsstadt hinein und daß der Gedanke, daß wir am Ende nicht nur eine Wissenschaftsstadt, sondern eine Kunst- und Wissenschaftsstadt Ulm als eine interessante Entwicklung haben, auch dazu könnte ein erster Schritt hier getan sein. Dies ist ein Innovationsprozeß, der, glaube ich, sich gegenseitig ergänzt."

Oberbürgermeister Ludwig: "Nun aber war ein nächster, ein zweiter Schritt schon angesprochen worden. Sie waren es, Herr Professor Burri, der von einer Kunstlandschaft auf dem Oberen Eselsberg sprach, und der Herr Ministerpräsident, clever und schnell in der Auffassung, hat diesen Ball rasch aufgenommen. Warum eigentlich nicht? Ulm ist eine Stadt der Wissenschaft erst seit kurzem, aber Ulm ist eine Stadt der Kunst und Kultur seit Jahrhunderten. Es gibt einen vorzüglichen Boden von Kunst und Kultur in dieser alten Stadt. Warum sollten wir nicht die Anregung rasch aufgreifen und bedenken, wie wir dieser Wissenschaftsstadt auf dem Oberen Eselsberg die kulturelle und die künstlerische Komponente hinzugügen können ... Lassen sie uns gemeinsam, Stadt, Universität und Land, daran denken und lassen Sie uns gemeinsam prüfen, was wir für Kunst und Kultur auf dem Oberen Eselsberg Zusätzliches tun können! "

Die Presse reagierte schnell und positiv, so stand z.B. in der Schwäbischen Zeitung vom 13. August 1988 folgendes:

"Späth mit Burri einig: Ulm soll Stadt der Wissenschaft und der Kunst werden.
Auf dem Oberen Eselsberg soll nicht nur eine Wissenschaftsstadt, sondern auch ein Kunstpark für die Ulmer Bürger entstehen. Diese spontane Idee äußerte gestern Prof. Dr. Caius Burri, Chef der Abteilung Unfallchirurgie an der Universität, bei der Einweihung des von der Burri-Stiftung mit privaten Spenden errichteteten Instituts für Unfallchirurgische Forschung und Biomechanik. Ministerpräsident Lothar Späth, der mit seinem Kurzbesuch in Ulm demonstrativ die Leistung des Stifters würdigen wollte, fing diesen Ball sofort auf und bekräftigte die Absicht der Landesregierung, Ulm zu einer Kunst- und Wissenschaftsstadt zu machen."

Der Plan:

Die Ulmer Uni ist in eine unwahrscheinlich schöne und günstige Landschaft hineingebaut, wobei dem Bauamt mit den Herren Henrich, Foos und Mayer eine landschaftsarchitektonische Meisterleistung gelungen ist, werden doch die Betonbauten von großzügigen ökologischen Flächen umgeben und dies in einer Weise, daß die vielen hundert Autos auf den Parkplätzen kaum sichtbar werden. Diese Leistung ist ganz besonders hoch anzusetzen, die weitere natürliche Umgebung mit Wald und Wiesen wird auch in Zukunft gestatten, eine Kombination zwischen modernen Bauten und Natur zu gestalten, die den Aufenthalt der Beteiligten in der näheren und weiteren Umgebung angenehm gestalten. Der geplante Kunstpfad könnte diese positiven Endrücke verstärken und durch sorgfältige und überlegte Auswahl von guten Plastiken dazu führen, daß das ganze Gebiet zu einem Anziehungspunkt wird.
In der Endphase stellen wir uns den Ausgangspunkt des Plastik-Pfades im Zentrum zwischen Universität I und Universität vor. Hier soll ja auch das Musische Zentrum lokalisiert sein, in dem auch Wechselausstellungen von Bildern veranstaltet werden sollen. Von diesem Ausgangspunkt aus werden sich zwei Schleifen, die erste nach Nordosten, die zweite nach Südwesten um die Uni II in der Form einer 8 schlingen. Entlang von markierten Pfaden sollen Plastiken von renommierten, aber auch von jungen, vielversprechenden Künstlern aufgestellt werden, die in zwei Rundgängen (Nordost-Schleife/Südwest-Schleife) besichtigt werden können.

An Großplastiken sind auf der Nordost-Schleife bereits vorhanden:

Der Poet und seine Muse (Niki de Saint Phalle)
die Landschaftsplastik (Thieler)
das Mobile (Rickey)
eine Steinplastik von Giovanni Vetere
Adam und Eva (Niki de Saint Phalle)
Unifix (Burri)
The screw (Bartl, Burri) und
die Stelen von Max Bill,

Die Ulmer Kunststiftung ist bemüht, in den nächsten beiden Jahren sechs bis zehn Plastiken zu beschaffen, Kontakte und Verhandlungen werden zur Zeit geführt mit Hauser, Tin-guely, Nachi, Volz und der Berliner Gruppe Odious (Plastiker-Gruppe mit sechs Mitgliedern mit bereits hohem Be-kanntheitsgrad).

Es sollen drei bis vier Schwerpunkte in diese Schleife eingefügt werden, einer nördlich der Universitätsbauten, einer im Bereich des Botanischen Gartens, ein weiterer in der Waldnische bei den AN-lnstituten und möglicherweise ein vierter im Süden. Zwischen diesen "Plastik-Zentren" sollen Einzelplastiken zu stehen kommen, so daß ein abwechslungsreicher und hochinteressanter Rundgang entsteht.

Unter Einbezug bedeutender Plastiker werden die beiden Kunstpfade große materielle Belastungen bringen. Die Ulmer Kunststiftung hofft, gemeinsam mit dem Land Baden-Württemberg, der Stadt und der Industrie - möglicherweise mit Mitteln, die für Kunst am Bau vorgesehen sind - das dargestellte Projekt verwirklichen zu können.

8. Das Echo aus dem Kreis der Universitätsmitglieder und aus dem Umfeld

Das Rundschreiben des Humboldt-Zentrums, mit dem die Mitglieder der Universität Ulm gebeten wurden, sich zu den Plänen für ein Musisches Zentrum zu äußern, hat zu einem überwältigend positiven Echo geführt. In großer Zahl sind Briefe und Anrufe eingegangen; aus allen Gruppen erreichten uns zustimmende Äußerungen. Eine derartig breite und weitgespannte Bürgerinitiative, mit der ein fachübergreifender Entwicklungsschritt gefordert wird, hat es an unserer Universität noch nicht gegeben.

Wir zitieren im folgenden einige der eingegangenen Stellungnahmen in bunter Folge:


"... mit Freude habe ich ... zur Kenntnis genommen, daß das Humboldt-Studienzentrum die Einrichtung eines Musischen Zentrums im Zusammenhang mit dem Ausbau der Universität angeregt hat. Ich möchte diese Idee sehr unterstützen, weil auch ich glaube, daß eine solche Einrichtung dringend gebraucht wird, um die einseitige fachliche Ausrichtung der Universität zu kompensieren und eine Atmosphäre intellektuellen Gleichgewichts zu schaffen..."
Prof. Dr. H.P. Großmann, Leiter des Universitätsrechenzentrums.

"Patienten der Psychiatrischen Ambulanz wird seit einigen Jahren Musiktherapie angeboten. Durch den Umzug der Ambulanz in die neue Medizinische Universitätsklinik dieser Tage ist es noch offen, ob die Musiktherapie fortgesetzt werden kann. Es wäre ein schwer in Worte zu fassender Verlust für Patienten und Therapeuten, wenn es nicht gelänge. Bedarf für Patienten der Medizinischen Klinik an kreativer Therapie besteht mit Sicherheit. Man denke nur an die Adipösen, Krebskranken und andere chronisch Kranke sowie Menschen in der Rekonvaleszenz. Ich bin an dem Musischen Zentrum als Psychotherapeutin interessiert, darüber hinaus aber auch als Privatmensch, da ich dichte und musiziere, gerne anspruchsvolle Ensembles mit Universitätskollegen und Freunden organisiere. Ich wünschte mir z.B. eine kammermusikalische Sommerakademie.. . "
Dr. med. Sybille Herrlen-Pelzer, Psychiatrische Ambulanz.

"... Der Plan für bauliche Maßnahmen zur Errichtung eines Musischen Zentrums an der Universität Ulm wird von selten des Ulmer Universitätsorchesters freudig begrüßt und entschieden befürwortet.
Die große Anzahl musizierender Ensembles an der Ulmer Universität mit meist steigender Teilnehmerzahl ist ein Indiz dafür, daß vielen Studenten aktive Musikausübung ein inneres Anliegen und echtes Bedürfnis ist.
Dabei kommt der Musik nicht nur Ventilfunktion zu angesichts von Studiengängen, die rein rational ausgerichtet sind; vielmehr hat Musik durchaus sozial-therapeutische und auch pädagogische Funktionen wahrzunehmen; um nur einige Stichpunkte zu geben:
- musisches Tun weckt kreative Fähigkeiten im weitesten Sinne,
- verhindert, mit einem Wort von Konrad Lorenz, "Weltblindheit", macht also aufgeschlossen für Mitmenschen und Umwelt,
- ist ein für das studentische Leben immens wichtiger Soziali-sationsfaktor durch die der Musik eigene gemeinschaftsbildende Kraft,
- bewirkt durch die Begeisterung am Musikerlebnis oft eine positive Verstärkung hinsichtlich Einsatzfreude, Leistungswillen und Durchhaltevermögen.
Hinzu kommt die ästhetische Schulung durch aktive Musikbeschäftigung, die ein Stück Allgemeinbildung ist und den "Scheuklappenspezialisten" verhindert. So könnte ein Musisches Zentrum an der Universität Ulm ein wenig das Defizit mildern, das durch die der Universität fehlenden Geisteswissenschaften hervorgerufen wird. Angemessene Raumverhältnisse (auch für Orchesterproben) lassen eher noch eine Steigerung der Musikaktivitäten erwarten. Die bauliche Verwirklichung eines Musischen Zentrums erscheint daher als eine für die gesamte Universität Ulm dringende Notwendigkeit ..."
Klaus Müller-Nübling, Universitätsmusikdirektor.

"... Musik als experimentelles Medium par excellence, ungeachtet seiner Verankerung im vermittelten Orchester, kann für andere Kreise sich dann erschließen, wenn durch räumliche Angebote ausgestattet mit vielfältigen low-scaled Instruments, d.h. Instrumente, deren Gebrauch auch für nicht Geübte möglich ist, ein Ambiente geschaffen wird, das Muse als notwendigen Bestandteil wissenschaftlicher Arbeit sieht.
Dieses musikalische Ambiente kann mit der Weiterentwicklung musiktherapeutischer Grundlagenforschung verknüpft werden, die in den letzten Jahren im psycho-sozialen Bereich der Universität angeregt wurde. Besonders die Verknüpfung der elektronischen Medien mit der musiktherapeutischen Grundlagenforschung bietet einen Entwicklungsraum für kreative Erfahrung mit neuen Kommunikationstechnologien ..."
Prof. Dr. Horst Kachele, Sektion Psychoanalytische Methodik.

"... Als ehemalige Medizinstudentin an der Universität Ulm hätte ich das Vorhandensein einer solchen "musischen Einrichtung" sehr geschätzt und gern genutzt; wie schön wäre dies also für die zukünftigen Studenten! Auch für die Patienten und das Pflegepersonal der Kliniken am Eselsberg, jeder auf seine Weise physisch und psychisch strapaziert und somit auf anderem Sektor ausgleichsbedürftig, sowie für alle (un-)mittelbar Beteiligten am universitären Geschehen, was sich "da oben" entwickeln wird, halte ich das "musische Zentrum" für überaus begrüßenswert und sinnvoll! ..."
Dr. med. Heike Kern, Universität Ulm, Mitarbeiterin am Projekt "Musik in Prävention und Therapie".

"... Als ehemaliger Student dieser Universität kann ich die Einrichtung eines Musischen Zentrums nur begrüßen. Allzu gut erinnere ich mich an das dringende Bedürfnis, zwischen zuweilen doch recht trockenen Studienveranstaltungen zu entspannen und Musik zu hören und zu machen. Schließlich war es auch die Musik, über die sich Bekanntschaften und Freundschaften mit Kommilitonen schlössen. Überäume und Instrumente (insbesondere Klaviere) standen jedoch nicht genügend im Uni-Gebäude zur Verfügung.
Sollte dem Abhilfe geschaffen werden können, würde die Uni sicher um einiges lebendiger..."
Ekkehard Spohr, Arzt, einem Krankenhaus,Ulm; zur Zeit Zivildienstleistender an

"... wenn wir an unsere eigene, jetzt zurückliegende Studienzeit denken, dann müssen wir sagen: Solch eine Möglichkeit, wie sie ein Musisches Zentrum bieten wird, haben wir uns immer gewünscht. Als Studenten verbringen wir häufig den ganzen Tag an der Universität; deshalb ist es für uns so wichtig, uns dort wohlzufühlen. Die wenige freie Zeit, die uns verbleibt, würden wir so gern kreativ, entspannend und sinnvoll verbringen können. ... Ein Musisches Zentrum zu bauen - das ist ein wirklich guter Vorschlag ..."
Cand. med. Cand. med. Cand. med. Cand. med. BWK Ulm.
Marion Saupe, zur Zeit im PJ am BWK Ulm, Edward Holch, Dipl.-Biol., Universität Ulm, Friederike Klier, Dipl.-Biol., Universität Ulm, Gerlinde Sponholz, Dipl.-Biol., zur Zeit im PJ am BWK Ulm.

"... Ich unterstütze die Initiative."
Prof. Dr. H. L. Fehm, Abt. Innere Medizin.

"... Gern teile ich . . . meine grundsätzliche Zustimmung für das Unternehmen mit ..."
Prof. Dr. Gaedicke, Universitäts-Kinderklinik.

"... Einen Ort und ein Angebot - wie im "Musischen Zentrum" konzipiert - habe ich während meines naturwissenschaftlichen Studiums und meiner 6-jährigen wissenschaftlichen Tätigkeit im Max-Planck-Institut für Metallforschung in Stuttgart und später für meine Studenten und für mich als Hochschullehrer (FH) sehr vermißt.
Die persönlichen Bereicherungen und Anregungen in den interdisziplinären Gruppen "IBU" und "EMU" sind für mich prägend - gerade auch im Hinblick auf meine berufliche Tätigkeit. Aus diesem Verständnis heraus möchte ich in den Gruppen "IBU" und "EMU" weiter mitarbeiten und bin dazu bereit, meine Erfahrungen aus diesen Gruppen kreativ in das konzipierte "Musische Zentrum" einzubringen..."
Prof. Dr. rer. nat. Peter Rave, Ulm.

"Wir haben von der Initiative, an der Universität Ulm ein Musisches Zentrum einzurichten, vernommen. Diese Idee unterstützen wir vollumfänglich und halten sie für sinnvoll und wichtig. Als Medizinstudenten würden wir die Möglichkeit sehr schätzen, zwischen täglichen Vorlesungen, Kursen und dem Wandern von Klinik zu Klinik einen Ort der Rekreation vorzufinden. Wir hoffen und wünschen, daß wir an diesem Projekt in absehbarer Zeit und noch während unserer Studienzeit Anteil nehmen können."
Susanne Rauch, cand. med., Universität Ulm
J.J. Debatin, cand. med., Universität Ulm
Diana Meier-Allmendinger, cand. med., Universität Ulm.

"... Diese Initiative kann ich nur mit größtem Nachdruck unterstützen. Ich habe innerhalb der Medizin seit Jahren Seminare angeboten im Themenumkreis von imaginativen Verfahren der Psychotherapie in ihrer klinischen Relevanz, meditativen Verfahren der Belastungs-Bewältigung (unter besonderer Berücksichtigung des Patienten in der Klinik und Thanatologie: Die eigene Einstellung zu Sterben und Tod und der Umgang mit dem schwerst-kranken Patienten). In allen diesen Seminaren geht es u.a. um den tiefen meditativen Umgang mit Bildern, mit Werten, mit Handlungsentwürfen. Diese Seminare sind von den Medizinstudenten sehr gut aufgenommen worden - ich mußte in der Regel Paral-lel-Seminare einrichten und Wartelisten einführen. Das Problem war bisher, daß die entsprechenden Räumlichkeiten für solche Seminare nicht zur Verfügung stehen. Meditation in technisch ausgestatteten Räumen, die Exploration der Einstellungen zu Sterben und Tod im Kontext einer anthropologischen Schädel-Sammlung - sind dem Inhalt und der Methode solcher Seminare unangemessen. Ich stelle mir vor, daß Räume in einem musischen Zentrum einen Kontext bieten würden, welche den Inhalt mittragen, statt ihn zu behindern. Ich begrüße deshalb ohne Einschränkung jede Initiative in Richtung auf ein Musisches Zentrum ..."
Prof. Dr. Ina Rösing-Diederich, Abt. Anthropologie, Feldforschung in den Anden (Bolivien).
zur Zeit Feldforschung in den Anden (Bolivien).

... Ob Sie sich mit den oben genannten Zielen unserer Initiative identifizieren können: " ... kann ich mit voller Überzeugung ..."
Prof. Dr. R. Rudel, Abt. Allgemeine Physiologie.

"Die Initiative zur Schaffung eines Musischen Zentrums an unserer Universität ist sehr zu begrüßen und verdient jede Form der Förderung."
Prof. Dr. Winfried Krone, Abt. Humangenetik.

"Das Musische Zentrum ist eine Idee, die ich voll unterstütze. Bis diese verwirklicht ist, sollte jedoch schon eine Stelle (mindestens!) für eine Musiktherapeutin/einen Musiktherapeuten für die Klinik geschaffen werden. Sozialer Dienst, Ärztinnen/Ärzte und Pflegepersonal sind gerade in einer Inneren Klinik physisch und psychisch völlig überfordert, die meist lange und schwer kranken Menschen adäquat zu betreuen."
Susanne Roller, Arztin, Abt. Hämatologie und Onkologie.

"Gute Idee: Findet meine Unterstützung."
PD. Dr. R. Hohage, Abt. Psychotherapie.

"... mit großem Interesse haben wir den Text des Humboldt-Studienzentrums zur Initiierung eines "Musischen Zentrums" in der zukünftigen Wissenschaftsstadt der Uni Ulm gelesen. Wir arbeiten an dem Projekt "Musik in Prävention und Therapie" ... Unsere Aufgabe ist es, für die Musiktherapie geeignete Musikinstrumente zu entwickeln, zu bauen, zu erforschen und in Gruppenkompositionen zu erproben. Besonders wichtig erscheint uns der fächerübergreifende Aspekt. Wir erleben in unserem Projekt das interdisziplinäre Zusammenarbeiten als äußerst befruchtend, sind doch in unserer Gruppe Mitarbeiter, Professoren und Studenten sowohl aus den heilenden Bereichen Medizin, Musik- und Kunsttherapie und Heilerziehung als auch aus den rein wissenschaftlichen Bereichen Physik, Mathematik, Religionswissenschaft und Biologie. Wir erfahren immer wieder, wie inspirierend es in der musikalischen Gruppenkomposition ist, wenn die verschiedenen Denklinien und -ansätze, wie sie in den einzelnen Berufen entwickelt wurden, zusammenkommen. Wir glauben, daß es auch in den streng wissenschaftlichen Disziplinen wichtig ist, offen zu sein für Einflüsse zum Beispiel auch aus den künstlerischen Bereichen. Wir denken dabei u.a. an Einstein's freies Geigenspielen oder an Plancks Beschäftigung mit der Harmonielehre, aber auch an die Arbeiten zur Musik von Kepler und Pythagoras und die Rückwirkungen auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse. Uns interessiert an Ihrer Initiative vor allem der Aspekt der "Experimentellen Musik". Wir erfahren in diesem Umfeld direktes, schöpferisches und kreatives Tun in einer Atmosphäre, in der die Frage nach dem Nutzen und der Bewertung nicht im Vordergrund steht. Viele aus unserer Projektgruppe haben in ihrem Studium eine solche Szene vermißt, eine Szene, in der sie mit ihren Kommilitonen, aber auch mit den Assistenten und Dozenten auf einer künstlerisch schöpferischen Ebene hätten zusammenkommen können.
Gerne wollen wir bei der Realisierung eines "Musischen Zentrums" aktiv mithelfen und uns an der inneren Gestaltung und Durchführung mit Ideen und Kräften beteiligen ..."
Dr. rer. nat. Wolf-Dieter Trüstedt, Diplomphysiker, bis 1973 Festkörperphysik am Physikdepartment, München, zur Zeit freier Mitarbeiter a.d. Uni Ulm; Armin Finger, Heilerzieher, Ulm; Ulrich Hahnel, Dipl.-Biol.; Helga Käst, Heilerzieherin im Bezirkskrankenhaus Günzburg; Rio Mäuerle, Student der Religionswissenschaft; Gabi Engert-Timmermann, Atemlehrerin, Pianistin an der Musikhochschule München; Ulrike Trüstedt, Kunsterzieherin, Komponistin, Kunstakademie München; Rudi Volz, Diplommathematiker, Ulm; Rotraut Wagner, Studentin, Spielstatt Ulm; Juliane Willeitner, Musikpädagogik, zur Zeit Studentin an der Uni München.

"Wäre ohne Frage ein großer Gewinn!"
Prof. Dr. W. Vogel, Abt. Klinische Genetik.

"Mit den o.g. Zielen identifiziere ich mich, bin später auch gern bereit mitzuwirken."
Prof. Dr. Reinhard Pfalz, Abt. Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde .

Aus der Universitäts-Kinderklinik erreichten uns Zustimmungen von:
Dr. Jürgen Greher, Dr. Heinrichs, Prof. Dr. Janos Homoki, Dr. Renate Oberhoffer, Dipl.-Psych. Helmut Weyhreter, Dr. Anna Wolf.

"... Ich unterstütze gerne Ihre Initiative, möchte aber anregend darauf hinweisen, daß es neun Musen gibt und die Initiativgruppe entsprechend auch Überlegungen zu Theater, Malerei usw. anstellen sollte."
Prof. Dr. Helmuth Zenz, Abt. für Medizinische Psychologie.

"Ja, ich bin dafür."
Dr. Peter Marschall, Abt. für Medizinische Psychologie.

"... Zunächst finde ich die Idee großartig und sicher vorbildlich für viele Universitäten. Das heißt, diese Idee muß verwirklicht werden!
Das Zentrum in seiner geplanten Vielseitigkeit kann ich von der musikalischen Seite her wirklich als grundsätzliche Notwendigkeit empfehlen.
Ich werde seit Jahren regelmäßig zu Semesterbeginn von den Studenten nach Übungsmöglichkeiten (Klavier und Übräume für Kammermusik) gefragt. Meine vielen Versuche, die Interessenten in Schulen oder Gemeindehäusern der Kirchen unterzubringen, waren einfach wegen der dortigen Auslastung erfolglos. Ein allererster Erfolg ist jetzt die Anschaffung eines Übklaviers durch die Universität im Seminarraum 155, N 24. Aber der Raum ist nur bedingt verfügbar. Es ist eine ganze Reihe solcher Möglichkeiten nötig.
Ein weiterer Aspekt sind die großen Uni-Ensembles, die gelegentlich auch zusammen proben: der Chor schwankt in den verschiedenen Semestern zwischen 80 und 120 Mitgliedern, das Orchester ähnlich. Ich fände einen großen Saal günstiger als zwei mittlere; dann hätte man einen großen Probensaal mit Konzertmöglichkeit .
Zu erwähnen ist die durch musikalische Betätigung gegebene Möglichkeit der Kommunikation der Studierenden untereinander und die so dringend nötige seelische Entspannung! ..."
Albrecht Haupt, Kirchenmusikdirektor.

"Ich unterstütze die Initiative des Humboldt-Studienzentrums für Geisteswissenschaften an der Universität Ulm, im Zuge der Ausbauplanungen der Universität auf dem-Oberen Eselsberg auch ein Musisches Zentrum vorzusehen!":
Prof. Dr. W. Sawodny, Abt. f. Anorgan. Chemie
Prof. Dr. V. Krivan, Sekt. Analytik und Höchstreinigung
Prof. Dr. K. Ballschmiter, Sekt. Informatik
Prof. Dr. H.A. Brune, Abt. Organ. Chemie I
Prof. Dr. M. Rothe, Abt. Organ. Chemie II
Prof. Dr. U. Thewalt, Sekt. Röntgen- und Elektronenbeugung
Prof. Dr. A, Ruoff, Sekt. Schwingungsspektroskopie
Prof. Dr. H. Seliger, Sekt. Polymere
Prof. Dr. H. Bodenseh, Abt. Chemische Physik
Prof. H. Jones, Abt. Phys. Chemie
Prof. Dr. A. Lentz, Abt. Anorgan. Chemie
Prof. Dr. R. Baltin, Abt. Theoret. Chemie
Prof. Dr. W. Wilke, Abt. Exp. Physik
Prof. Dr. H. Gruler, Abt. Biophysik
Prof. Dr. H.G. Kilian, Abt. Exp. Physik
Prof. Dr. W. Pechhold, Abt. Angewandte Physik
Prof. Dr. P. Reineker, Abt. Theor. Physik
Prof. Dr. R. Kimmich, Sekt. Kernresonanzspektroskopie
Prof. Dr. P. Fromherz, Abt. Biophysik
Prof. Dr. H. Jex, Abt. Festkörperphysik
Prof. Dr. H. Risken, Abt. Theoret. Physik
Prof. Dr. P.C. Hagele, Abt. Angew. Physik.

"... lange vordem Angehöriger der Universität Ulm und ihr auch heute noch durch vielerlei berufliche und persönliche Berührungsflächen eng verbunden, möchte ich der Initiative zur Einrichtung eines Musischen Zentrums innerhalb der Universität auf das lebhafteste Erfolg wünschen! In Ergänzung zu Ihrem Brief vom 9.9.88 meine ich, daß es bei einem solchen Vorhaben um mehr gehen könnte als nur um die Bereitstellung eines Freiraums und einen Ansatz zur Belebung von Kreativität und Phantasie. Ich denke, daß ein solches Zentrum ein erster Ansatz sein könnte, Konsequenzen zu ziehen aus der Einsicht, daß wir selber im Dienste der instrumenteilen Vernunft, der sich ja unsere Universität besonders verschrieben hat, Schaden nehmen und Schaden anrichten, wenn nicht zugleich die Seiten unserer Existenz sich mitentwickeln und Mitsprache erhalten, die ein solches Musisches Zentrum fördern würde und die seit langem - zur privaten Freiheitsarabeske verkommen - ihre Mündigkeit und ihr Gehör bei der Entscheidung lebenswichtiger Fragen unserer Gesellschaft und ihrer Weiterentwicklung, wie sie an der Universität gebahnt werden, verloren haben.
In diesem Sinne stehe ich gerne zu ideeller und materieller Förderung dieses verdienstvollen Vorhabens zur Verfügung ..."
Dr. Reimer Karstens, Arzt und Psychotherapeut.

"Ich bin sehr dafür!"
Prof. Dr. H. Heimpel, Abt. Innere Medizin III

"Diese Einrichtung wird auch von nichtwissenschaftlichen Universitätsangehörigen sehr begrüßt."
Gudrun Kern, Ab. Med. Soziologie Rita Pieper, Abt. Anthropologie Christa Kuisl, Abt. Anthropologie Silvia Gray, Abt. Anthropologie.
"Mit großem Interesse habe ich Ihre Denkschrift zum Aufbau bzw. Ausbau eines Musischen Zentrums an der Universität Ulm gelesen und kann dieses Projekt wärmstens unterstützen. Möge es ein Anfang für weitere kreative Tätigkeiten an der Universität Ulm sein."
Sigrid Amthor, Wahlsenatorin für den Bereich des nichtwissenschaftlichen Personals der Universität Ulm.
"Eine löbliche Initiative, der ich mich anschließen möchte." Wolfgang Hass, Abt. Med. Soziologie.
"Wissenschaft ist eine Sache des Verstandes und der Kreativität. Das eine bedingt das andere. Wir brauchen unsere Phantasie, um Ideen zu notwendigen, noch offenen und zu erforschenden Fragen der Wissenschaft zu finden, und wir brauchen unseren Verstand, um unsere kreativen Potentiale gezielt einzusetzen und zu verwerten. Deshalb finde ich es äußerst sinnvoll, wenn an einer Universität erstmals auch die Idee eines Musischen Zentrums verwirklicht werden soll, denn hier können wir neben dem allgemeinen "Denksport" unsere fast verschütteten kreativen Fähigkeiten üben und ausbauen. Wenn schon Einstein eine positive Wirkung seines Violinspiels auf seine forschende Tätigkeit feststellte - wie könnte es uns schaden? Hoffentlich können wir bald in die Räume des neuen Musischen Zentrums einziehen!"
Stefan Schmid, Dipl.Psych. und Musiker, Doktorand an der Sektion Psychoanalytische Methodik.

"Ein Musisches Zentrum mit Übungsräumen und Instrumenten (Musik) befürworte ich sehr."
Dr. Kalmbach, Universitätsprofessorin für Mathematik.

"Das Projekt, ein Musisches Zentrum am Oberen Eselsberg zu errichten, spricht den Bedürnissen der Studenten aus der Seele. Neben ganz neuartigen Entfaltungsmöglichkeiten für jeden einzelnen könnte dieses Vorhaben endlich die Möglichkeit bieten, ausgeprägte Standesdünkel zu brechen und Professoren, Studenten, Pflegepersonal und Putzfrau unter dem Dach der Kunst zu versammeln.
Wir achten Kunst am Bau, mehr noch benötigen wir jedoch einen Bau für die Kunst."
Lutz von Müller, cand. med., stellv. Fakultätsratmitglied Vorklinik.

"Als Pädagogen müßten wir von Berufs wegen an der Einrichtung eines Musischen Zentrums interessiert sein; wir identifizieren uns mit den Zielen Ihrer Initiative aus sachlichen Gründen und aus voller Überzeugung.
Musische Aktivitäten erfüllen keineswegs nur die Funktion der geistigen Ausgleichs- und Abendgymnastik. Ihr Einfluß auf die Entwicklung der Kreativität und ihre Bedeutung für die Sensibi-lisierung des Problembewußtseins sind vielfältig belegt. Mit der Gründung des Humboldt-Studienzentrums hat die Universität Ulm sich zum Bildungsauftrag der Universität bekannt. "Bildung" ist, was immer man darunter verstehen mag, auf den Zuspruch der "Musen" angewiesen.
Räume, im wörtlichen und im übertragenen Sinn genommen, in denen über das Studieren und Forschen hinaus auch der "Geist des Übens" kultiviert werden kann, werden an unseren Universitäten dringend benötigt."
Klaus Giel, Carmen Stadelhofer, Wiltraud Paule, Seminar für Pädagogik.

"Ich unterstütze diese Initiative." Anette Radbruch, Psychologin, Freiburg.

"... und Ihnen gleichzeitig zu Ihrer ausgezeichneten Idee, nämlich der Gründung eines Musischen Zentrums bei uns hier oben auf dem Eselsberg, Glück wünschen.
Ich darf hierbei vielleicht daran erinnern, daß wir seit Jahren erfolgreich innerhalb meiner klinischen Abteilung "Musik" anwenden, d.h. die Audio-Analgesie durchführen und ein entsprechendes Angebot durch Aushang in unseren Wartebereichen unseren Patienten zur Kenntnis geben - übrigens mit bestem (subjektivem) Erfolg, welcher zwischenzeitlich aber auch seine wissenschaftlich-exakte Untermauerung erfahren hat.
Alles in allem also "Musik und Musisches ist erwünscht", besonders hier oben auf dem (doch noch etwas abgelegenen) Eselsberg, und ich kann Sie zu Ihrer Initative nur recht herzlich beglückwünschen; hoffend, daß Ihnen eine Verwirklichung baldmöglichst gelingt, wobei ich Ihnen meinerseits gerne jedmögliche Unterstützung zusichere."
Prof. Dr. Reinhold Mayer, Poliklinik für Zahnerhaltung und Pa-rodontologie.
"Aus der Sicht einer Musiktherapeutin kann ich das Vorhaben eines "Musischen Zentrums" im Rahmen einer naturwissenschaftlich ausgerichteten Universität rundherum unterstützen. Sinnvoller Ausgleich zu hochspezialisierten Ausbildungen liegt m.E. vor allem in künstlerischen, expressiven Bereichen!"
Nicola Scheytt, Musiktherapeutin (DBVMT) und cand. psych., Tübingen

"Die Idee eines Musischen Zentrums finde ich großartig, nicht im Sinne eines "schönen Luxus'" oder "schmückenden Beiwerks", sondern weil sie dringende menschliche Bedürfnisse in architektonische Planung einbezieht."
Tonius Timmermann, Dipl.-Päd., Musiktherapeut DBVMT.

"Wir haben Ihr Memorandum (Musisches Zentrum) erhalten und mit großem Interesse gelesen.
Als Studenten der Wiener Schule für Musiktherapie sind wir immer wieder mit dem Problem der wissenschaftlichen Begründbar-keit der Methode "Musiktherapie" konfrontiert. Deswegen freut es uns besonders zu hören, daß dieses Zentrum u.a. auch die Möglichkeit zu musiktherapeutischer Grundlagenforschung bieten soll!
Mit der von Ihnen dargelegten Konzeption wäre erstmals im deutschsprachigen Raum der äußere Rahmen geschaffen, in welchem sich die Untersuchung komplexer musiktherapeutischer Prozesse angemessen realisieren ließe. Die positiven Effekte, die daraus für die Musiktherapie erwachsen könnten, wären unserer Meinung nach kaum zu überschätzen!
Wir werden die weitere Planung des "Musischen Zentrums" solidarisch und mit Interesse weiterverfolgen!"
Detlev Stubenrauch, Alexander v. Wangenheim, Petra Dorfner, Wien

"Wir freuen uns über den kreativen Weg - das sollte Schule machen! "
Gertrud Loos, Musiktherapeutin, 8700 Würzburg,
Dr. med. W. Strobel, Arzt f. Neurologie und Psychiatrie, 8709 Rimpar.

"... Die Idee, ein Musisches Zentrum bei der Weiterplanung der Universität Ulm vorzusehen, ist geradezu genial zu nennen. Würde dieses doch die Attraktivität unserer Universität wesentlich vergrößern und im Zusammenspiel von Wissenschaft und musikalischer Aktivität ein Modell musisch-kreativer Bildung abgeben. Aus der Sicht unseres Schulzentrums, insbesondere am Bedürfnis der Logopädenausbildung orientiert, ist eine Institution wie ein Musisches Zentrum ein schon lange schmerzlich bewußtes Desiderat. Gerade in der Ausbildung der Logopäden mit einem nicht geringen Teil an rhythmischen und musikalisch-therapeutischen Elementen im weitesten Sinne ist eine solche Einrichtung nicht nur wünschenswert, sondern dringend erforderlich. Darüber hinaus böte ein musikalisches Zentrum als Stätte gemeinsamen kreativen Tuns einen doch so notwendigen Ausgleich in der sonst schulmäßig strengen Ausbildung an unserem Schulzentrum mit rund 700 Schülern.
Ich wünsche und hoffe sehr, daß diese Idee bald umgesetzt und verwirklicht wird ..."
Dr. Richard J. Brunner, Akad. Direktor Schulzentrum für nichtärztliche medizinische Berufe.

"... Ich hoffe sehr, daß Ihre Vorstellungen realisiert werden können, denn ich halte gerade diese kulturellen Aktivitäten für eine Universität sowohl für die Studenten und Mitarbeiter wie auch für die Bevölkerung für außerordentlich wichtig. ..."
Prof. Dr. Horst Sund, Rektor der Universität Konstanz.

"Ich halte die Idee des Musischen Zentrums für sehr gut und dringend erforderlich. Besonders die musiktherapeutischen Aktivitäten scheinen mir wichtig. Ich halte es daher für erforderlich, mehrere oder zumindest einen Musiktherapeuten fest anzustellen, um die psychische Betreuung von Ärzten, Schwestern, Pflegepersonal etc. zu gewährleisten.
Roland Stein, Musiktherapeut, 8101 Riedering.

"Während meiner zweijährigen musiktherapeutischen Arbeit mit leukämiekranken Kindern an der Universitätsklinik Ulm konnte ich immer wieder erleben, wie dringend notwendig solche kreativen Angebote als gezielte Bewältigungshilfen sind. Ähnliches wäre generell zu fordern im Bereich aller chronisch-organischen Erkrankungen. Die Initiative für die Einrichtung eines Musischen Zentrums unterstütze ich nachhaltig, da leistungsorientiertes Verhalten und Rationalität in unserer Gesellschaft ohnehin überbetont sind. Einem solchen Zentrum käme insofern eine wichtige, ausgleichende und psychohygienische Aufgabe zu."
Wolfgang Bossinger, Diplom-Musiktherapeut (FH), Abt. Musiktherapie, Fachklinik für Psychiatrie und Neurologie, 7320 Chri-stofsbad Göppingen.

"In meiner Arbeit werde ich täglich mit den verheerenden Folgen einer leistungsorientierten und deshalb Kreativität-tötenden Gesellschaft konfrontiert.
Ich halte die Initiative, ein Musisches Zentrum einzurichten, für elementar und lebenswichtig."
Arnold Brunekreeft, Musiktherapeut und Ing. d. Elektrotechnik, 7260 Calw.

"Aus meiner langjährigen Erfahrung in der Altenarbeit (bei 600 Heimbewohnern) bitte ich Sie, die Senioren in Ihre Überlegungen mit einzubeziehen. Die demographische Entwicklung zeigt uns ja, daß es immer mehr ältere Menschen im Verhältnis zu der arbeitenden und jüngeren Bevölkerung geben wird.
Die Musiktherapie, die Bewegung mit Musik (Seniorentanz), der Instrumentenbau (wir haben mit einer Gruppe von der Uni Ulm gute Erfahrungen gesammelt), das "Freie Musizieren" (Improvisation - wozu man kein Instrument erlernt haben muß) befreien diese Menschen von ihrem Leistungsdruck, welchem sie in ihrem bisherigen Leben alles unterordneten.
Dies alles geht allerdings nur unter fachkundiger Leitung. Das Collegium musicum Ulm, welches ich leite, ist ebenfalls bereit, experimentelle Konzerte durchzuführen."
Wilhelm Sohn, Altenzentrum 7909 Dornstadt.

"Ich unterstütze Ihre Aktion sehr gerne, weil sie sinnvoll ist."
Prof. Dr. E. Kleihauer, Universitäts-Kinderklinik.

"Ich halte ein Musisches Zentrum an der Universität Ulm für außerordentlich wichtig!"
Prof. Dr. Ing. 0. Künzel, Fachbereichsleiter Techn. Informatik, Fachhochschule Ulm.

"... für die Zusendung Ihrer Denkschrift für ein Musisches Zentrum an der Universität Ulm danke ich Ihnen sehr. Ich finde den Plan großartig und unterstütze ihn Satz für Satz, weil er elementare Defizite des heutigen universitären und wissenschaftlichen Lebens betrifft. Wer im wissenschaftlichen Bereich arbeitet, spürt früher oder später die Folgen einseitiger Beanspruchung der rational-analytischen Kräfte. Das gilt in besonderem Maße für die naturwissenschaftlich-technisch geprägten Fächer, zu denen ja auch die Medizin gehört. Zwischendurch einmal eine Runde Tischtennis zu spielen, ist zwar besser, als es gar nicht zu tun, es genügt aber für einen wirklichen Ausgleich keineswegs. Vielmehr kommt es darauf an, die eigentlichen Gegenkräfte der Ratio, das freie Spiel der Phantasie und der Sinne, zu wecken und sich entfalten zu lassen; wichtig ist daneben aber auch, sich durch konzentrative Entspannung von der Fixierung auf die Verstandestätigkeit zu lösen.
Solche Aktivitäten kommen unmittelbar der Berufsarbeit selbst zu gute, indem sie Distanz schaffen und Kreativität freisetzen, die sich durch Anspannung des Verstandes und des Willens niemals erzwingen läßt. Als passionierter Geiger und Kammermusiker erfahre ich immer wieder diesen anregenden und "umstimmenden", die psychophysische Balance wieder herstellenden Effekt des Mu-sizierens, das in der Vereinigung handwerklicher, sinnlicher, spontaner sowie kommunikativer Elemente ein ideales Gegengewicht gegen die einseitige Verstandesarbeit ist. Das trifft natürlich auch für andere handwerklich-künstlerische Betätigungen zu. Wo und wie aber wäre dies alles besser zu verwirklichen als in einem innerhalb der Universität selbst vorhandenen Zentrum, wie Sie es vorschlagen? Ein solches Zentrum wäre, wenn ich recht sehe, ein völliges Novum an einer deutschen Universität. Es wäre ein Zeichen, das über Ulm hinauswirken könnte, wenn gerade die medizinisch-naturwissenschaftlich-technisch ausgerichtete Universität Ulm sich zur Einrichtung eines solchen Zentrums entschlösse, ..."
Prof. Dr. W.F. Kümmel, Medizinhistorisches Institut, Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

"... Ich möchte mich an diesem Projekt sehr gerne aktiv beteiligen ..."
Frau Dr. Voßbeck, Universitäts-Kinderklinik.

Weitere Zustimmungen:
Prof. Dr. B. Kubanek, Abt. Transfusionsmedizin Ulm
Prof. Dr. D. Lang, Universitätskinderklinik
Susanne Weißhaar, cand. math. oec, SFB 129
Dr. E. Küenzlen, Universitäts-Kinderklinik Ulm
Dipl.Psych. E. Seeger, Universitäts-Kinderklinik Ulm.

"Ich halte die Realisierung der vom Humboldt-Studienzentrum für Geisteswissenschaften ins Leben gerufenen Initiative, welche bei der baulichen Weiterplanung der Universität Ulm ein Musisches Zentrum vorsieht, für außerordentlich wichtig und hoffe, daß für möglichst vielseitige musische Tätigkeiten Raum geschaffen wird."
Christian Harnik
Johanna Seitz
Karin Strohm
Anja Szikat
Bert Riemenschneider
Markus Müller
Robias Matt
Eva-Maria Niehues
Susanne Tippke
Jörg Sander
Ulrike Jehle
Birgit Barthold
Thomas Müller
Sibylle Strobl
Rainer Eller
Frieder Wurst
Uwe Scheffer
Wolfgang Schätzle
Petra Waiser
Ulrike Wagner
sowie weitere 184 Unterschriften von Studentinnen/Studenten der Medizin.
Die Originallisten mit den Unterschriften der Studentinnen und Studenten wurden dem Rektor der Universität Ulm übergeben.

"... ich begrüße den Plan zur Einrichtung eines Musischen Zentrums an der Universität Ulm als wertvolle Erweiterung des kulturellen Angebots.
Ich werde mich bemühen, dieses Projekt als willkommenes Gegenstück zu den naturwissenschaftlichen Schwerpunkten an der Universität zu unterstützen..."
Markus Kenn, stellv. AStA-Vorsitzender der Universität Ulm.

"... Obwohl ich selbst nicht Mitglied der Universität bin, möchte ich - gleichsam als Außenstehender - Sie meiner ideellen Unterstützung dieses Vorhabens versichern. Schon in meiner Studienzeit in München mußte ich, als musizierender Bewohner eines Studentenappartements, die leidvolle Erfahrung machen, mit welch großen Schwierigkeiten das Musizieren in den eigenen vier Wänden verbunden ist (Platznot, Lärmbelästigung usw.). Es blieb damals ein unerfüllter Wunsch, auf eigens dafür eingerichtete Räume ausweichen zu können, gerade wenn man in einer Gruppe zusammenkam.
Ich kann mir gut vorstellen, daß auch viele musikausübende Studenten von heute mit denselben Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Deshalb stehe ich voller Sympathie Ihrer Idee eines Musischen Zentrums gegenüber zum Nutzen der Studenten, aber auch der Universitätslehrer, die auf diese Weise ein höchst wünschenswertes kommunikatives Forum finden können. ...
Dr. Gerald Jasbar, Kunsthistoriker und Museumspädagoge, Ulm.

"... Das Schreiben des Vorsitzenden des Humboldt-Studien-Zen-trums, in dem die Einrichtung eines Musischen Zentrums auf dem Oberen Eselsberg vorgeschlagen wird, habe ich mit Interesse zur Kenntnis genommen. Mit den diesbezüglichen Zielen der Initia-tiv-Gruppe und des Humboldt-Studien-Zentrums kann ich mich vorbehaltlos identifizieren. Ich halte die Einrichtung eines musischen Zentrums nicht zuletzt auch deshalb für wünschenswert, weil es eine Stätte der Begegnung und des Gedankenaustauschs für Angehörige aller Fakultäten sein soll."
Prof. Dr. H. Thomas, Abt. Physiologische Chemie.

Die nachstehenden Mitglieder und Gäste des SFB 129 befürworteten ausdrücklich dieses Vorhaben, ein Musisches Zentrum auf dem Oberen Eselsberg zu bauen:

PD Dr. Renate Arnold, Med. Uni-Klinik u. Poliklinik Ulm
Christoph Scheytt, Pfarrer am Klinikum Ulm
Agnes Scheytt
Dr. med. Heinz Ulrich Haug, Arzt f. Allgemeinmedizin
Dipl. Oec. Dieter Lehmann, Augsburg
Dr. Volker Bell, Bezirkskrankenhaus Günzburg
Dr. Stefan Blumenthal, Bezirkskrankenhaus Günzburg
Dr. Dietrich Münz, SFB Psychotherapeut. Prozesse
PD Dr. rer. biol. hum. Claus Bischoff, Abt. Med. Psychologie
MA Jennifer Hartog, Doktorandin, Abt. Anthropologie
Dr. Rüdiger Vogel, Bezirkskrankenhaus Günzburg
PD Dr. rer. biol. hum. Harald Traue, Abt. Med. Psychologie
Elke Traue
Martha Rissler, Abt. Med. Psychologie
Sigrun Bühler
Christoph Bergerhoff
Dr. Petra Bergerhoff, Abt. Med. Soziologie
Hilde Bollert, Abt. Med. Psychologie
Dipl. Psych. Helga Speidel, Abt. Med. Psychologie
Rosemarie Berti, Abt. Psychotherapie
Dipl. Psych. Cornelia Jacob, Abt. Med. Psychologie
Dipl. Psych. Peter Erdelt, Abt. Med. Psychologie
Elke Kunert, Bereichsbibliothek Hochsträß
Dipl. Psych. Christina Schwilk, Abt. Psychotherapie
Dipl. Soz. Wolfgang Hass, Abt. Med. Soziologie
Dr. Gabriele Fehm, Abt. Med. Psychologie
Prof. Dr. Rainer Krause, Universität Saarbrücken
Dipl. Psych. Roland Sträub, Psych. Landeskrankenhaus Weissenau
Dipl. Psych. Mathias Krüger, Psych. Landeskrankenhaus Weissenau
Dr. Erhard Mergenthaler, Abt. Psychotherapie