Musischer Tag 2007 am 13.12.2007 im Stadthaus Ulm

Hommage für Helmut Baitsch

Leitung, Programm, Werbung, Aufbau: Dieter Trüstedt
Presse: Frederick William Ayer
Technik: Klaus Schmidtke

Uni-Bigband, Ltg. Michael Lutzeier
Blaue Noten

Text der Bigband zum Konzert:
Latin statt Lametta! Swing und Groove statt Rentierhuf! Rote Mützen sind tabu, dafür gibt es umso mehr blaue Noten. Süßer das Sax von Bandleader Michael Lutzeier nie klingt, das steht mal fest. Draußen rieselt womöglich leise der Schnee, aber drinnen lässt die Uni Bigband Ulm den Putz von den Wänden rieseln. Drum: Kommet, ihr Jazzfans, denn eine Silent Night wird das garantiert nicht.

Hommage an Helmut Baitsch
von Frederik William Ayer

(dt)

Uni-Ballett, Ltg. Kay Astrid Weithöner
Ma mère l’oye, Maurice Ravel

EMU Laptop-Ensemble - ZeitRaum

Objekt: Gregor Quade, Klaus Schmidtke und Christine Söffing
(ks)

Atelier, Ltg. Frederick William Ayer
Simple Opera – Ayer und Studenten

(dt)

2+2 = 5 – Bolero à la Ravel
Tanz von Tatjana Meier

Uni-Orchester, Ltg. Burkhard Wolf
Doppelkonzert d-moll für Violine und Oboe, J.S. Bach

Pressegespräch: Fred Ayer, Christa Kanand, Dieter Trüstedt

(ks)

Publikum - ca. 200 über den Abend wechselnd, je nach Programm und Fans.

(dt)

EMU Experimentelle Musik und Kunst, Ltg. Dieter Trüstedt
ECHO – Isolde Werner
Lilablassblau – Andhi Pabst

Improtheater, Ltg. Isabel Gauss
Sprachspiele, Licht und ein Flügel

Brass Maniacs - Swing, Blues, Funk

Kritik in der SÜDWEST PRESSE Ulm / 15. -17. Dez 2007 / Ulmer Kulturspiegel

KONZERT / Ein Marathon der Uni-Ensembles im Stadthaus: „Hommage an Helmut Baitsch"

Kreativität, Sitzfleisch, Stehvermögen

Ensembles des musischen Zentrums der Universität Ulm boten im vollen Stadthaus eine Hommage an den verstorbenen Uni-Rektor Helmut Baitsch. Ein fast vierstündiger Veranstaltungsmarathon. Am Ende heizten die Brass Maniacs dem verbliebenen Publikum ein.

CHRISTA KANAND

Jetzt schlägt's 13! Jedenfalls war es elf Uhr, als nach einem bereits dreieinhalbstündigen Veranstaltungsmarathon die Brass Maniacsihr Debüt feierten. Vor einem Jahr hatten sich die „blechverrückten"Studenten formiert. Mit John Coltranes fetzigem „Mr. PC" steckten sie ihr Revier ab: Standards mit funkigern Sound, mitreißend. Für die noch rund 70 begeisterten Zuhörer hatte sich das Warten gelohnt.

Nicht jeder der knapp 200 Besucher im Stadthaus hatte genug Sitzfleisch oder Stehvermögen bei dieser „Hommage für Helmut Baitsch". Die Universität mit Kreativität im Mega-Format. Schon Wilhelm Busch hatte einst gewusst: „Musik ist angenehm zu hören, doch ewig braucht sie nicht zu währen." Alle wollten Helmut Baitsch ehren. Kollege Frederick William Ayer erinnerte an den in diesem Jahr verstorbenen Freund, ehemaligen Uni-Rektor und Gründer des musischen Zentrums (MUZ) der Uni Ulm: „Er ist hier mit uns." Angefangen hatte die Uni-Bigband unter Michael Lutzeier: satte Soli, Duelle der Solisten, auch die neue Sängerin Jule Langanky (in Duke Ellingtons „Solitude") wurde mit Zwischenapplaus und Gejohle gefeiert.

Zu Ausschnitten aus Ravels vom Band eingespielter Märchenmusik „Ma mere l'oye"tanzte das Uni-Ballett. Zehn Grazien um Kay Astrid Weithöner gefielen mit Körperbeherrschung, synchronen Bewegungen, leichtfüßiger Anmut und Ästhetik. „Zeit-Raum" nannte das fünfköpfige Laptop-Ensemble um Leiter Dieter Trüstedt (EMU, experimentelle Musik und Kunst) seine Präsentation. Live wurden Klaviertöne, Wind und Rauschen erzeugt, die auf die Video-Projektion eines dreidimensionalen Gebildes abgestimmt waren. Noch faszinierender später die polyphonen Klangdimensionen in „Echo" mit Sängerin Isolde Werner und Andhi Pabst, der aus Farben Töne erzeugte.

Aus Fred Ayers Atelier kamen die amüsante Gruppenperformance „Simple Opera" und Tatjana Meiers Tanzsolo „Bolero ä la Ravel", suggestiv und voll geschmeidiger Ausdruckskraft.

Und was es an diesem Abend nicht noch alles gab: Große Bewunderung erspielte sich das Streichorchester unter Burkhard Wolf in Bachs Doppelkonzert d-Moll für Violine und Oboe mit Daniel Herr und Stephanie Schütz, die als Solisten auf Profi-Niveau glänzten. Schlagfertig, fantasievoll und vergnüglich ging es in Pantomimen und Sprachspielen der Improtheater-Gruppe mit Isabel Gauss zu - ein Publikumserfolg.

Dokumentation

Fotos: Dieter Trüstedt (dt) und Klaus Schmidtke (ks)