Details

Vom Gehirn zur Robotik - Modelle der Wahrnehmung, der Handlung und des Lernes als Vorlage zur Entwicklung intelligenter Maschinen

Zeit : Dienstag , 20.3.2018, 10:00 Uhr
Veranstalter : ZAWiW
Ort : Universität Ulm, Albert-Einstein-Allee 11, O25, H 4/5, Übertragung in H1 und H2,

Vortrag im Rahmen der Frühjahrsakademie des ZAWiW

Dozent: Prof. Dr. Heiko Neumann, Institut für Neuroinformatik

Der Mensch verfügt über verschiedene sensorische Organe, um seine Umgebung zu erfassen und kombiniert die dabei entstehenden Informationen mit zuvor etabliertem Wissen. Diese Wahrnehmungen befähigen uns zum Planen, Entscheiden und Handeln in einer komplexen Umwelt. Dabei wird dieses Wissen durch Lernprozesse stetig erweitert und aktualisiert. Die Forschung zur künstlichen Intelligenz und Neuroinformatik hat stets Anleihen von Erkenntnissen von Leistungen biologischer intelligenter Systeme genommen und auf maschinelle Verfahren übertragen. Hierbei dienen verschiedene Metaphern der Formalisierung bestimmter intelligenter Leistungen, beispielsweise die Computermetapher kognitiver Prozesse oder die systemtheoretische Sichtweise der Informationsverarbeitung als dynamisches System.Der Vortrag beleuchtet verschiedene Aspekte aus diesem interdiszipli-nären Forschungsgebiet. Insbesondere dienen Lernprozesse der Anpassung und Erweiterung erlernten Wissens. Deren mathematische Formalisierungen dienen als Modelle für das Lernen von Wissensrepräsentationen, die auch u.a. in autonomen Fahrzeugen, Robotern oder intelligenten Programmen eingesetzt werden, letzteres um bspw. das Spiel Go zu spielen. Klassische Computerarchitekturen sind aufgrund ihrer Funktionsweise keine Vorbilder für die menschliche Informationsverarbeitung. Daher wurden in jüngerer Zeit gehirninspirierte, so genannte neuromorphe, Hardwarearchitekturen entwickelt, die es ermöglichen, neuartige Algorithmen nach biologischem Vorbild zu entwickeln, die wiederum für technische Anwendungen Einsatz finden sollen. Beispiele illustrieren die aktuellen Forschungsentwicklungen und zeigen die möglichen Zukunftsperspektiven.