Maßnahmen zur Gewährung von Chancengleichheit durch Drittmittelgeber

Die Universität Ulm hat sich als Ziel eine familienfreundliche Gestaltung von der Arbeits- und Studienbedingungen gesetzt. Seit November 2008 ist unserer Hochschule als  "familiengerechte hochschule" zertifiziert. Es werden verschiedene Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf gefördert, wie z.B. Teil- und Gleitzeitarbeitsmodelle, Tages- und Ferienbetreuung für Kinder. Weitere Informationen rund um das Thema "Studium, Beruf und Familie" finden Sie unter folgendem Link.

Im Bereich Forschungs- und Technologietransfer möchten wir unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über Unterstützungsmöglichkeiten informieren, die von Drittmittelgebern angeboten werden.


DFG

Die DFG setzt sich aktiv für die Chancengleichheit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ein. Im Rahmen der Förderverfahren kommen dabei sowohl strukturelle als auch individuelle Maßnahmen zur Chancengleichheit zum Einsatz.

Strukturelle Maßnahmen zur Verbesserung der Chancengleichheit sind z.B.:

  • Abschaffung aller absoluten Altersgrenzen in den Förderverfahren der DFG
  • Bereitstellung von pauschalen Mitteln für Chancengleichheitsmaßnahmen in koordinierten Verfahren
  • Prüfung von Gleichstellungskonzepten der antragstellenden wissenschaftlichen Einrichtungen bei der Begutachtung in koordinierten Förderverfahren

Zu den individuellen Maßnahmen zählen z.B.:

  • Anrechnung von Mutterschutz- und Elternzeit auf Antragsfristen, die auf einen bestimmten Punkt im Verlauf einer wissenschaftlichen Karriere Bezug nehmen (beispielsweise Promotion)
  • Berücksichtigung individueller Lebensumstände (beispielsweise verminderte Publikationsleistung wegen Mutterschutz und Elternzeit) bei der Beurteilung der bisherigen wissenschaftlichen Leistung
  • Projektunterstützungsmöglichkeiten bei familienbedingten Ausfällen in Projekten, insbesondere wegen Inanspruchnahme von Mutterschutz und Elternzeit

Unter dem Link Chancengleichheitsmaßnahmen in den einzelnen Förderverfahren der DFG finden Sie weitere ausführliche Informationen. Da aufgrund der individuell sehr verschiedenen Rahmenbedingungen oft keine Standardlösungen möglich sind, wird der Projektleitung empfohlen sich mit der Geschäftsstelle der DFG in Verbindung zu setzen und sich beraten zu lassen. Unter diesem Link finden Sie zu verschiedenen Fragestellungen die richtigen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in der DFG-Geschäftsstelle.


BMBF

Beim BMBF gilt "Chancengerechtigkeit" als Leitprinzip bei allen politischen Entscheidungen, Maßnahmen und Aktivitäten und wird bei der Entwicklung von Programmen und Maßnahmen, bei der Vergabe von Fördermitteln, bei Umsetzung und Evaluation berücksichtigt.

Als strategische Maßnahmen sind das:        

zu nennen.


EU

Die Europäische Gemeinschaft fixierte 1999 im Vertrag von Amsterdam erstmals das Ziel Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen in der Forschung zu erreichen. Diese Zielstellung spiegelt sich auch im 7. Forschungsrahmenprogramm (7.FRP) wieder.

  • Es wird angestrebt, die Beteiligung von Frauen, einschließlich des gesamten Evaluierungs-, Konsultations- und Implementierungsprozesses, auf 40 % zu erhöhen.
  • Es wird unabhängig vom Alter gefördert, so entstehen keine Nachteile durch Auszeiten durch Kinder.
  • Beim ERC Starting Grant (Förderung 2-12 Jahre nach der Promotion) verlängert sich die Antragsberechtigung durch Anerkennung von Elternzeiten.
  • Für Marie Curie Stipendien gelten höhere Sätze der mobility allowance für "researchers with family obligations"

Weiterhin wurde die Kontaktstelle Frauen in die EU-Forschung (FiF) vom Referat Chancengerechtigkeit in Bildung und Forschung des BMBF eingerichtet. Diese berät und informiert Wissenschaftlerinnen zu Fördermöglichleiten und Antragstellung des 7. EU-Forschungsrahmenprogramm.


VolkswagenStiftung

Die VolkswagenStiftung setzt sich mit Nachdruck für Chancengerechtigkeit im Wissenschaftssystem ein.

Zu besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie in der Wissenschaft werden verschiedene Förderinstrumente angeboten, wie z.B Anpassung von Projektlaufzeiten, Teilzeittätigkeit  und Zuschuss zur Kinderbetreuung.

Ausführliche Informationen finden Sie im Merkblatt „Familienbezogene Leistungen“ .

Weiterhin hat die Volkswagenstiftung ihre Förderung um eine „Dual Career“-Option erweitert. Hier werden weitere Fördermöglichkeiten für die Lebenspartner/innen geboten, wobei er oder sie inhaltlich nicht an eine der Förderinitiativen der Stiftung gebunden ist.


Christiane Nüsslein-Volhard-Stiftung

Die Christiane Nüsslein-Volhard-Stiftung richtet sich explizit an Doktorandinnen in einem Fach der experimentellen Naturwissenschaften oder der Medizin, die wegen der zusätzlichen Belastungen durch Kind/er ihren Berufsweg als Wissenschaftlerin gefährdet sehen.

Dem soll, durch eine finanzielle Förderung von 200 bis 400 Euro im Monat über einen Zeitraum von einem Jahr, entgegengewirkt werden. Dazu heißt es: „Die finanzielle Unterstützung soll zur Entlastung im Haushalt und bei der Kinderbetreuung beitragen, um Zeit für die wissenschaftliche Arbeit zu gewinnen. Diese Mittel können z.B. zur Einstellung von Haushaltshilfen, Anschaffung von Geräten wie Spül- oder Waschmaschine und für zusätzliche Kinderbetreuung verwendet werden (z.B. Babysitter in den Abendstunden oder während Reisen zu Tagungen).“ [1]

Dabei ist zu beachten, dass der Lebensunterhalt bereits durch eine Stelle oder ein Stipendium abgesichert sein sollte und die Kinderbetreuung durch z.B eine Kindertagestätte oder ein Tagesmutter gewährleistet ist.

[1] www.cnv-stiftung.de/de/vorhaben.html


Bitte kommen Sie auf uns zu, wenn Sie von einem weiteren Drittmittelgeber gefördert werden (oder Förderung beantragen möchten) und über Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie informiert werden möchten.