EMU Protokoll
17. März 2005

Gründonnerstag, 24. März, sollten wir mal Pause machen und über den Sinn des Lebens nachdenken.

Das nächste Treffen ist Donnerstag 31. März mit Torkeltanz um 15 Uhr, ArtLecture 16 Uhr und Nachdenken über

Verzaubern von Räumen mit Klängen, Bewegungen, Formen und Farben.

Dieses "Verzaubern" können wir prosaischer benennen. Auslöser war ein Gedanke von Christine Söffing zur Meditationsmusik. Leider ist die Meditationsmusik ziemlich verkommen durch zuviel kommerzielles Gesums. Also besser wir verzaubern.

Das ist nur ein Vorschlag. Nachdem Pure Data weder in der Basis-Form (Rauschen, Sinusse, Filter, Hüllkurven etc.) noch in der komplexen Form (1000-Eisteilchen-Meß-Daten machen Musik, Chaos-Klaviere mit merkwürdigen Formeln etc.) in der EMU durchsetzbar ist, denke ich an folgendes

Konzept für das Sommersemester 2005:

Teil 1
6 Wochen lang
Arbeit am Thema der Raumverzauberung. Ich werde diverse Programme (natürlich Pure Data) entwerfen, die für Raumklänge geeignet sind. Die EMUs arbeiten mit diesen Programmen, verbessern sie und entlocken ihnen Musiken und Klänge zum Thema Verzauberung. Das ist für die EMU insgesamt und besonders für Isolde Werner. Dazu durchaus auch akustische Instrumente, Stimme, Naturmaterial (Laut-Klavier mit Thomas Kaltenbrunner).
Dazu kommt das Thema: Farben. das ist was für Christine Söffing und die EMU.
Dann das Thema Form: das ist die Körperform (Ursula Ritter) und auch die abstrakte Form (Programm Henrik Kühn). Also Tanz und abstrakte Filme (Flashfilme u.a. aus Escher-Grafiken). Wer will Flash lernen? Und wer will Premiere lernen incl. DVDs-Herstellen?
Alles wird zu einem komplexen Gesamtgebilde verbunden. Ich sehe Stundenfilme (CDs, DVDs, Flash, Computer live) mit Klängen, Grafiken, Tanz etc., dann Raum-Installationen und schließlich auch Editionen mit diesem Material. Also ausreichend Arbeit.

Teil 2
6 Wochen lang
Dieter Trüstedt programmiert und komponiert eine Musik zum Flug durch eine Cirruswolke.
Die Komposition besteht vor allem aus mehreren Pure Data Programmen, die vom EMU-Ensemble eingeübt und am 21. Juli 05 im Stadthaus Ulm uraufgeführt werden. Die EMU braucht die Programme nicht im Einzelnen zu durchschauen - wir machen Musik damit, so wie wir es auch in MUZ 2004 in der Mensa gemacht haben.

So müßte es funktionieren.


ART-LECTURE EXPERIMENTE

Um etwas über den Klang-Raum zu erfahren, haben wir einige simple Schaltungen in Pure Data eingesetzt. Wird ein Sinus über beide Lautsprecher (rechts und links und weit genug auseinander), so hören wir beim Wandern durch den Raum, dass der Ton lauter und leiser wird. Wir wandern durch das Interferenzfeld des Sinustones beider Lautsprecher. Bleiben wir stehen, dann ändern sich nichts. La Monte Young setzt diesen Effekt in seinen Arbeiten ein. Seine Klangräume kann man/frau nur erfahren beim Wandern durch den Raum.
Christine, Isolde, Thomas, Henrik und Dieter sind im Musikhaus herumgelaufen. Es hat funktioniert.

Dann experimentierten wir mit dem Begriff Kohärenz und Inkohärenz:
Eine Rauschquelle wird auf beide Lautsprecher gegeben.
Ergebnis: wir hören das Rauschen aus der Mitte zwischen den beiden Lautsprechern.
Dann verwendeten wir zwei unabhängige Rauschquellen für jede Seite.
Ergebnis: das Rauschen kommt irgendwo her. Ein Richtungshören ist unmöglich. Im 2. Fall sind die beiden Quellen inkohärent.

Dann machten wir denselben Versuch mit gefiltertem Rauschen - eine Art Mischung aus dem Interferenz-Feld- und dem Kohärenz-Feld-Versuch. Hier war das Interferenzfeld kaum wahrnehmbar, weil der - aus dem Rauschen gefilterte - Sinus naturgemäß sehr stark in der Amplitude geschwankt hat - siehe linkes Bild unten.
Beim rechten Versuch freuten wir uns vor allem über den schönen Klang. Wir haben auch ein Quinte eingestellt: 220 zu 330 Hertz, das Verhältnis also 2 zu 3. Es war gar nicht einfach diese reine Quinte zu erkennen.

Um Thomas etwas zu beruhigen, haben noch ein komplexes Sinusfeld hergestellt. Thomas meinte, die Versuche seien gar nicht so leicht zu verstehen. Es sind halt Basis-Experimente aus der Psycho-Akustik, wie sie in Deutschland noch an einigen Universitäten gelehrt wird. Sehr gut ist hier die Uni Oldenburg.

Wenn wir an den türkisenen Schieber schieben, ändert sich die Frequenz des jeweiligen Sinus-Generators. Wir können die Tonhöhen nach einer Oberton-Skala einstellen (so wie wir es hören, wenn das Programm aufgerufen wird) oder wir spielen mit den Frequenzen. Das war das erste elektronische Musikstück das Ulrike und Dieter Trüstedt vor fast 40 Jahren im Mechanischen Theater München aufgeführt hatten.
Dazu projizierten wir eine große weiße Kreisscheibe (Dia-Projektor mit Lochblende). Mit einem dicken Regeltrafo konnten wir die Helligkeit sehr langsam regeln. Am schönsten war die Stelle, wenn die Kreisscheibe gerade sichtbar wird.

Das waren unsere Experimente. Daraus entwickeln wir demnächst und Raum-Verzauberungs-Klänge, inclusive Farbe und Computer-Grafik.


Wir philosophieren gerade über etwas Skilaufen, Skiwandern und Ostern feiern. Randolf Pirkmayer, Mitglied der Echtzeithalle, hat ein Gebäude in Bad Gastein. Seine Mutter verwaltet das Ding. Es ist noch aus der österreichischen Kaiserzeit. Entsprechend eingerichtet und nicht irgendwie renoviert. Kachelöfen etc.. 20 EUR pro Nacht und Frühstück. Mittag- und Abendessen machen wir vor Ort selbst. D.h. wir bringen ausreichend Spagetti und Paesto und Olivenöl mit, auch Rotwein und anderes für den Abend. Vielleicht etwas Musik oder so? Ursula, Isolde, Randolf und Dieter mit großer Wahrscheinlichkeit. Platz gibt es offenbar ausreichend. Rückfragen vielleicht direkt an Randolf: Tel München 089 / 655 136.

Villa Mühlberger / Bad Gastein/ ÜF ab 25 EUR / Tel:(0043) 06434/2449 - amtliche Version.
von Randolf auf 20 EUR heruntergehandelt / Informationen aus dem Internet (Jazz im Sägewerk u.a.) / siehe auch "Baukulturelles Erbe 2001 mit 100.000 EUR für die Renovierung der Villa Mühlberger / oder auch: Villa Mühlberger , 5640 Bad Gastein, Kaiserhofstraße 2, Tel.-Festnetz: (+43)6434-2620 (oder: -2449) A. Oberhummer: (+43)676-3820424, dievilla@gmx.at /

Es wird wohl dieses Gebäude sein. Die Indizien sind eindeutig. Ob das Römische Bad im Haus noch in Funktion ist, weiß ich nicht. Etwas verrückt, aber auf geht's, das Leben währt nicht ewig.


Isolde Werner will mit uns ins Kino - im Anschluß an einen Donnerstag: Jackson Pollock. Dieser Künstler wird von Fred Ayer häufig zitiert. Er wird mit Fluxus, Cage, Beuys etc. genannt. Also unbedingt machen wir das aus diversen Gründen. Siehe: http://www.unikk.ch/forum/pages/ritual5.htm. Das ist ziemlich heftiges Material aus einer Umbruchzeit.
Isolde wird ein Video-Cassette mit dem Film besorgen. Wir treffen uns bei ihr. Das ist eine prima Idee.


Und am Montag 21. März, Frühlingsanfang, findet das 184. Montagsgespräch statt - mit Ursula Ritter, Dieter Trüstedt und Hans Wolf. Im Zentrum steht das CHAOS-KLAVIER. Siehe: http://www.luise37.de/2005/montagsgespraeche/184.htm .
Ursula tanzt die INNENTANGENTE und Dieter spielt alle 12 Minuten ein Klavierton-Cluster. Dazu läuft ein Escher-Film.
Anschließend spielen Hans Wolf und Dieter Trüstedt 10 Etüden aus dem Projekt Chaos- und Normal-Klavier.
Mal sehen, was die Diskussion erbringt.
Das Montagsgespräch ist der Auftakt zu einer Studienreihe, die auf CD bzw. DVD herausgegeben wird.


Kurze Anleitung zum DVD-Machen
(nach Henrik Kühn und dem Gedächtnis von Dieter Trüstedt)

1.
Bei vorhandenem VHS-Film. Selbigen abspielen und direkt auf Mini-DV-Band in einer Digital-Camera einspielen, d.h. digitalisieren.
2.
Premiere 6.5 starten mit DV-Pal mit 48 kHz für den Ton
3.
Dann Datei >Aufnehmen > Filmaufnahme (Camera über Fire-Wire direkt vom Rechner aus starten und aufnehmen etc.)
Aufgenommener Film will einen Namen. Er wird irgendwo im Premiere-Programm film.avi abgespeichert.
Dateigröße: 43 Sek. werden zu 387 MB avi.
So kann also jeder MiniDV-Film auf den Rechner transportiert werden.
4.
Film aus der Ablage ins Schnittfenster schieben.
Film eventuell schneiden, wenn es jemand schon kann. Am einfachsten den Film so lassen, wie er ist.
5.
Datei > Schnittfenster exportieren > Adobe MPEG Encoder > erweitert und editieren > eventuell MPEG auf max Qualität stellen (Henrik: dann gibt sich Premiere mehr Mühe beim Berechnen, dauert aber auch länger, d.h. 25 Minuten Rechenzeit für 43 Sekunden Film) die Bitübertragungsrate vielleicht bei 6000 kbit lassen, damit jeder DVD-Abspieler die DVD auch spielen kann.
Dann noch im Fenster Dateiname einen Namen und den Speicherort angeben, dann ist das Ergebnis leichter wiederzufinden.
Der Film hat jetzt nur noch 53 MB für den Bildteil (film.m2v) und 2.8 MB für den Ton-Teil (film.mpa). Also ungefähr um das 6 fache geschrumpft.
6.
Jetzt das kostenlose Programm zum DVD-Konfektionieren aufrufen: DVDAuthorGUI (aus dem Internet holen)
7.
"Add Title" > erst film.m2v aufrufen > dann fragt er nach der Tonspur: film.mpa
8.
dann "nav cmds" > den Titel anklicken (markieren !) und in den beiden Fenstern auf "jump title 1" klicken, damit später der Film sofort startet und sich auch immer wiederholt.
9. "author dvd" anklicken: DVDAuthorGUI rechnet jetzt und sagt dann, dass alles o.k. ist. Es entstehen die Dateien: AUDIO_TS und VIDEO_TS, wobei ersteres in Inhalt 0 hat. Diese Kiste hat nichts mit dem Video zu tun, ist nur für Audio-Anwendungen. Und in der zweiten stehen 5 merkwürdige Dateien: VIDEO_TS.BUP mit 6 kb / VIDEO_TS.IFO mit 6 kb / VTS_01_0.BUP mit 12 kb / VTS_01_0.IFO mit 12 kb und VTS_01_0.VOB mit den 57.434 kb.
10.
Wenn wir VIDEO_TS.IFO anklicken müßte der Film laufen, mit Ton und Video.
WIN DVD 4 fühlt sich offenbar zuständig. Zunächst hörte ich nur Ton und das Bild blieb starr. Dann bin ich mit dem Material auf den 2. Rechner. Und plötzlich lief der Film auch auf Rechner 1 mit WIN-DVD-4.
11.
Gebrannt wird der Film auf echten DVDs-Scheiben (wir hatten bei kleinen Film auch CDs probiert - irgendwie geht das nicht). Das Schmalspur Nero 6 (wird bei DVD-Brennern eventuell mitgeliefert) kann zwar nicht DVD als Film brennen, meckert auch, macht aber nichts:
DVD anklicken > Daten brennen > beide Ordner AUDIO_TS und VIDEO_TS in die Brenn-Liste schieben > brennen anklicken.
12.
DVD wiedergeben: Sollte in jedem DVD-Player funktionieren. Auf Rechnern funktioniert die Wiedergabe nicht unbedingt. Sony Vaio Laptops haben offenbar einen komplett funktionierenden Windows-Media-Player. Windows XP hat zwar den Windows-Media-Player: Wenn er DVDs abspielen soll, braucht man ein Plug-In, der ein paar EUR kostet.
Ähnlich ist es mit dem WIN-DVD-Player.
Der EMU HP Rechner kann die DVDs abspielen, weil die Leute so freundlich waren, einige Tools mitzuliefern. Henrik wußte selbige zu installieren. Läuft also bestens.

So ist das.
Wer besseres weiß - bitte schick ein e-Mail. Wird umgehend hier untergebracht.

Es gibt natürlich komplette Programme.
Adobe Premiere pro 1.5 kostet über 800 EUR und ist nur in Englisch offenbar.
Dann gibt es zum Encodieren nach MPEG2, zum Konfektionieren und Brennen Nero 6 Vollversion. Kostet aber auch so um die 60 EUR. Etwas schneiden geht wohl.