Berufsbegleitender Studiengang Sensorsystemtechnik (M. Sc.)

Die Sensorik, das Kernthema des Masterstudiengangs „Sensorsystemtechnik“, ist eine der Schlüsseltechnologien unserer modernen Welt. Sensorsystemtechnik beinhaltet Entwurfsmethoden sowie Regelungs-, Kommunikations- und Informationstechniken, die es ermöglichen, die Komplexität von Systemen beherrschbar zu machen. Der Trend in der Sensortechnik geht zu immer komplexeren Systemen. Diese Systeme werten vielfältige Sensoren aus, fassen deren Daten geeignet zusammen und stellen sie in aufbereiteter Form dem Nutzer zur Verfügung. Immer mehr Signale werden maschinell (automatisch) ausgewertet, um Schlüsse aus vorhandenen Daten zu ziehen und Handlungsabläufe zu initiieren. Sensorsysteme sorgen in Regelkreisen für den effizienten Umgang mit Ressourcen, erhöhen die Sicherheit von Fahrzeugen, schützen Gesundheit und Leben in der Medizin, bilden einen Schutzschild gegen terroristische Übergriffe.

Studiengangleiter
Prof. Dr.-Ing. Hermann Schumacher
Institut für Elektronische Bauelemente und Schaltungen

Studiengangkoordinator
Steffen Moser

Module des Studiengangs

Studienziele

Der Masterstudiengang Sensorsystemtechnik verknüpft Hardware, Software und Infrastrukturaspekte mit Entwurfstechniken sowie Elementen des Managements komplexer Entwurfsprozesse. Durch diese Interaktion können Ergebnisse erzielt werden, die die einzelnen Elemente isoliert betrachtet nicht erreichen können. Erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen beherrschen neben speziellen Gebieten der Ingenieurwissenschaften, Informatik und Naturwissenschaften auch einschlägige Managementaspekte.
Neben das Wissen über Sensorfunktionen, das Kenntnisse aus Ingenieurwissenschaften, Physik, Chemie und verstärkt auch der Molekularbiologie verlangt, tritt die Sensorsystemtechnik als eigenständiger Wissenschaftszweig, der Entwurfsmethoden, Regelungs-, Kommunikations- und Informationstechniken zum Gegenstand hat, die es ermöglichen, die Komplexität solcher Systeme beherrschbar zu machen.
Die Systemtechnik definiert ein System als „ein Konstrukt oder eine Ansammlung unterschiedlicher Elemente, die zusammen Ergebnisse erzielen, die die Elemente allein nicht erreichen könnten. Zu diesen Elementen gehören Personen, Hardware, Software, Infrastrukturen, Handlungsanweisungen und Dokumente“. Diese Definition weist deutlich über die Bereiche der Ingenieurwissenschaften, Informatik und Naturwissenschaften hinaus und macht es notwendig, auch Management-Aspekte in die Ausbildung zu integrieren. Andererseits kann eine auf die speziellen Bedürfnisse der Sensorik zugeschnittene Systemtechnik auf vertiefte Kenntnisse insbesondere auch aus den Naturwissenschaften nicht verzichten; allgemeine Ausbildungen in Systemtechnik oder Systems Engineering bieten dieses Hintergrundwissen nicht.

Durch ein sowohl forschungs- als auch praxisnahes Studium besitzen die Studierenden nach erfolgreichem Abschluss des Masterstudiengangs Sensorsystemtechnik ein hervorragendes Spezialwissen und ausgezeichnete Kompetenzen für Aufgaben, die im technischen Umfeld sowie an der Schnittstelle zum Management angesiedelt sind.

Ein erfolgreich abgeschlossenes Masterstudium in Sensorsystemtechnik soll befähigen
  1. zu eigenverantwortlicher Tätigkeit in Unternehmen, bei denen Themen aus der Sensorik bzw. des Systems Engineering eine wichtige Rolle spielen, z. B. in der Fahrzeug-, der Maschinenbau-, der Telekommunikationsindustrie oder bei Softwareunternehmen,
  2. zur Leitung von Projekten, in denen es um die Methodik, die Analyse, das Modellieren ingenieurwissenschaftlicher, technischer Fragestellungen geht,
  3. zur Leitung von Teams in Bezug auf die Planungs-, Entwicklungs- und Forschungsaufgaben in technischen und öffentlichen Institutionen,
  4. zur Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer Universität sowie
  5. zum Zugang zu einer Promotion.

Lernergebnisse des Studiengangs

Der Masterstudiengang befähigt die Studienabsolventen, Kompetenzen in den einzelnen Teilgebieten, die für die Sensorsystemtechnik eine Rolle spielen, auf einem hohen universitären Niveau selbstständig zu erwerben. Die Studierenden erwerben Kenntnisse in den zentralen Bereichen Grundlagen der Systemtechnik, Sensorik, Systementwurf sowie zu Management-Aspekten. Diese beinhalten auch Kompetenzen in der eigenständigen Projekt-Durchführung und der Ergebnispräsentation.

Die Studierenden erwerben außerdem umfassende Kenntnisse auf speziellen Fachgebieten wie der Systemtheorie und Regelungstechnik, Modellbildung und Identifikation, aber auch zu Sensorprinzipien, integrierten Schaltungen, Halbleiter-, Bio- und Radarsensoren. Der Studiengang bietet aber auch Verbindungen zu Themen, die eher der Informatik zuzuordnen sind wie Entwurfsmethodik eingebetteter Systeme oder Sensornetze.

Erfolgreiche Absolventen des Masterstudiengangs Sensorsystemtechnik kennen übergeordnete Aspekte des Systems Engineering, einschließlich Projekt-, Risiko- und Qualitätsmanagement, die es gestatten, auch komplexere Sensorsysteme zu entwerfen und zu implementieren. Sie verfügen über das einschlägige Instrumentarium der Regelungstechnik, sind in der Lage, Verfahren für den Entwurf eingebetteter Systeme zielgerichtet einzusetzen, und kennen Sensorkomponenten mit hinreichender Tiefe, um sie in ihren Systemen optimal anwenden zu können.

Insbesondere soll ein Absolvent des Masterstudiengangs Sensorsystemtechnik:
  • Denkweisen, Methoden und Hilfsmittel der Systemtechnik kennen und in Projekten anwenden können
  • die Bedeutung von Voraus („upfront“)- Analysen zur Kostenminimierung kennen
  • (technische) Systeme mathematisch beschreiben, den Unterschied zwischen einem System und den Elementen eines Systems erklären und ein System managen können
  • den modellbasierten Entwurf eingebetteter Systeme beschreiben sowie Methoden und Algorithmen für Echtzeitsysteme auswählen und neu konstruieren können
  • die Zusammenhänge, die zur Entwicklung optimaler Zustandsschätzer und -regler führen erklären und die Methoden zur Identifikation, Schätzung und Regelung anwenden
  • Arbeitsprinzipien, Phänomene und Techniken von Sensoren verstehen und beschreiben können,
  • die Prinzipien der Hochfrequenztechnik und der Mikrowellentechnik zum Entwurf und der messtechnischen Überprüfung von Radarsensoren und drahtlosen Sensornetzen anwenden können
  • drahtlose Netzwerke und deren spezifische Anforderungen definieren, konstruieren und evaluieren sowie fundamentale Sicherheitskonzepte in drahtlosen Netzwerken kennen, auswählen und in Systemarchitekturen anwenden
  • sich in weiteren (Wahl-)Bereichen vertiefen und spezialisieren

 

Das im Studiengang vermittelte vertiefte Verständnis für den Entwurf komplexer technischer Systeme befähigt zu einer Risikobewertung solcher Systeme, auch über Sensorsysteme hinaus. Die Absolventen können so zu einer kritischen qualifizierten Diskussion der Chancen und Risiken neuartiger technischer Systeme in gesamtgesellschaftlichem Kontext beitragen. Bezogen auf ihr Fachgebiet erwerben die Studierenden im Studium Innovationspotential in der Produktentwicklung und -optimierung. Im überfachlichen Bereich erwerben sie Kompetenzen in Projektkonzeption, -durchführung und -präsentation und werden zu konstruktiver Teamarbeit befähigt.
Zudem erwerben die Studierenden Kompetenzen im wissenschaftlichen Arbeiten sowie im Projektmanagement (individuell und in der Gruppe). Diese werden einerseits durch die Projektarbeit im strategischen Prozessmanagement und die Masterarbeit erreicht sowie im Rahmen der Präsenztage, die unter anderem dazu dienen, das erworbene Wissen zu diskutieren bzw. in Fallstudien anwendungsorientiert zu vertiefen. Die Präsenztage dienen zudem als Plattform für einen Austausch zwischen den Studierenden, wodurch soziale Kompetenzen aufgebaut werden.

Lernmanagementsystem

Als Lernmanagementsystem (LMS) kommt ein System zum Einsatz, das es den Modulteilnehmerinnen und -teilnehmern ermöglicht, alle Geräteklassen vom PC über das Tablett bis zum Smartphone in allen gängigen Betriebssystemen zu nutzen.

Eine Installation des weit verbreiteten LMS Moodle wurde auf die speziellen Bedürfnisse der Nutzergruppe angepasst. Die Anpassung stellt sicher, dass durch ein adaptiertes technisches Layout ein visuelles Erscheinungsbild erzeugt wird, welches für alle Geräteklassen genutzt werden kann. Dies mindert sowohl den Wartungsaufwand als auch die Entwicklungszeit bei der Implementierung neuer Features.

Die hervorgehobene Anzeige von Bearbeitungsständen in Bezug auf Zwischenfragen und Übungsblättern soll Studierenden jederzeit ein hohes Maß an Überblick über den aktuellen Bearbeitungsstand eines Moduls ermöglichen.

Die Integration des Open Source-Videokonferenzsystems "BigBluButton" eröffnet zudem Sprechstunden und Tutorien. Die Software steht Studierenden jederzeit für die eigenständige Organisation von Besprechungen zur Verfügung.

Studieren in Teilzeit

Einzigartige Kombination von Inhalten
Das Curriculum beinhaltet stark ingenieurwissenschaftlich ausgerichtete Themen des Systems Engineering, Sensorprinzipien und Sensornetze, der Regelungstechnik und des Embedded Systems, kombiniert diese aber mit wirtschaftswissenschaftlich orientierten Inhalten.

Blended-Learning Konzept
E-Learning Konzepte werden mit virtuellen Klassenzimmern und wenigen, mehrtägigen Präsenzphasen zur Vertiefung von Lerninhalten und zum individuellen Austausch der Studierenden untereinander und mit den Dozentinnen und Dozenten kombiniert.

Durchgängig modularisiert
Die einzelnen Module des Masterstudiengangs können einzeln und weitgehend unabhängig voneinander belegt werden. Einzelne aufeinander aufbauende Module sind speziell gekennzeichnet. Den Studierenden werden Modelle zum Studienaufbau empfohlen. Für jedes erfolgreich absolvierte Modul erhalten Sie ein Zertifikat der Universität Ulm. Dieses wird auch zu einem späteren Zeitpunkt als Studienmodul im Masterstudiengang Sensorsystemtechnik angerechnet.

Verlässliches didaktisches Konzept
Für jedes Modul, das Sie belegen wollen, kennen Sie im Vorfeld sämtliche Rand­bedingungen: den zu erbringenden zeitlichen Lernumfang, die angebotenen Lernformen und didaktischen Lernpfade, die vorgesehenen praktischen Übungen, die Termine der Präsenzzeiten an der Universität, die durchzuführende Arbeitsphase, den Modulabschluss mit Form und Termin der Prüfung.

Freie Modulwahl
Ein ausgewogenes Unterstützungsmodell und die freie Wahl der Anzahl der pro Semester zu belegenden Module ermöglicht es unseren Studierenden, ihr Studium mit ihrer individuellen Karriereplanung und ihrer familiären Situation in Einklang zu bringen. Sie studieren somit zeitlich und weitgehend auch ortsunabhängig!

Dauer des Studiums
Die Dauer Ihres Studiums bestimmen Sie selbst! Es ist möglich, den Masterstudiengang Sensorsystemtechnik ist in einer Mindestzeit von eineinhalb Jahren zu studieren, Sie können die Zahl der Module, die Sie belegen aber reduzieren und studieren dann über einen entsprechend längeren Zeitraum.

Intensives Betreuungs- und Unterstützungskonzept
Um den effizienten Lernfortschritt zu fördern stellen wir in intensive, interaktive Betreuungs- und Unterstützungswerkzeuge durch die Dozenten und Lehrbeauftragten bereit. Jeder Studierende erhält in jedem Modul einen persönlichen Mentor, an den er sich mit seinen Fragen wenden kann. Wir garantieren die Rückmeldung zu Ihren inhaltsbezogenen Fragestellungen an Arbeitstagen binnen 48 Stunden und die Überprüfung eingereichter Seminaraufgaben innerhalb von 72 Stunden.

Praktische Anwendung
Obwohl das Studiendesign viele Online-Anteilen enthält legen wir besonderen Wert auf die  Praxisphasen: Während der Präsenzzeiten an der Universität Ulm haben Sie Gelegenheit bereits Gelerntes praktisch im Labor anzuwenden.

Studium für Spezialisten
Der Masterstudiengang Sensorsystemtechnik ist für Graduierte mit einem abgeschlossenen technischen Studium, beispielsweise der Elektrotechnik, Informationstechnik, Maschinenwesen, Physik oder ähnlichem konzipiert. Der erfolgreiche Abschluss des Studiums eröffnet Ihnen Möglichkeiten, in technisch ausgerichteten Unternehmen in Führungspositionen aufzusteigen oder zur Promotion im akademischen Bereich.

Garantierte wissenschaftliche Qualität
Die wissenschaftliche Qualität des Studienprogramms ist durch die verantwortliche Mitarbeit eines Kollegiums von Professorinnen und Professoren der Fakultät für Ingenieurwissenschaften und Informatik der Universität Ulm gesichert. Die Auswahl der Dozenten und Lehrbeauftragten zu komplementären, ergänzenden Inhalten erfolgt durch den Studiengangsleiter. Ein regelmäßiges Feedback und kontinuierliche Evaluation durch die beteiligten Dozentinnen und Dozenten sowie die Studierenden stellt die Optimierung der Qualität der Module sicher. Mit Abschluss des Studiums als Master of Science steht Ihnen die Möglichkeit zur Promotion an einer Universität offen.

Zulassungsbedingungen
1. Bachelor- oder Diplomabschluss in einem technischen Fach
2. Für das Studium: mindestens einjährige Berufserfahrung  

Akkreditiert durch

Auf einen Blick

Abschluss des StudiumsMaster of Science (M.Sc.)Diploma of Advanced Studies (DAS)Kontaktstudium (Zertifikat)
Studienumfang120 ECTS-Punkte (inkl. Masterarbeit)mind. 30 LeistungspunkteModule im Umfang von 3 bis 10 Leistungspunkten
Regelstudienzeit4 Semester in Vollzeit bzw. 8 Semester in Teilzeitin 2 Semestern berufsbegleitend absolvierbarjedes Modul 1 Semester
Studienorganisationca. 80% Selbstlern- und 20% Präsenz-Phasen
ModulePro Modul 3 bis 10 Leistungspunkte nach ECTS (1 ECTS entspricht ca. 30 Stunden Workload).
Die Module können einzeln gebucht und belegt werden.
Struktur/InhaltEs müssen aus jeder Modulgruppe (Grundlagen der Systemtechnik, Sensorik, Systementwurf und Management-Aspekte) mind. 12 Leistungspunkte nachgewiesen werden. Die verbleibenden ECTS werden durch eine Masterarbeit im Umfang von 30 Leistungspunkten und dem Modul "Berufspraktische Tätigkeit" abgedeckt.Es kann aus drei Schwerpunkten gewählt werden: Embedded Systems, Systems Engineering oder Sensorik. Es sind jeweils 4 (bzw. 5) Pflicht- (bzw. Wahl-) Module im Umfang von je 3-6 ECTS zu belegen. Zudem ist eine Abschlussarbeit im Umfang von 6 Leistungspunkten anzufertigen.Den Kontaktstudierenden stehen alle Module des Studiengangs zur Auswahl.
Bewerbung/AnmeldungBewerbungAnmeldung DASAnmeldung für einzelne Module
Bewerbungsschluss15. Januar bzw. 15. Juni15. März bzw. 15. September
KostenBei einer Immatrikulation sind Studiengebühren und verschiedene Beiträge zu entrichten.Details zu den DAS und den EntgeltenFür die Zertifikatskurse im Kontaktstudium werden je nach Umfang des Moduls Entgelte in unterschiedlicher Höhe fällig.
Zulassungsbedingungen1. Hochschulabschluss mit 180 ECTS + 1 Jahr Berufserfahrung1. Hochschulabschluss
AkkreditierungAkkreditiert von ASIIN e.V.
Kontakt und BeratungNutzen Sie unser Kontaktformular oder schreiben Sie eine Nachricht an saps(at)uni-ulm.de.
Telefonisch sind wir unter +49 (0)731/50-32401 für Sie erreichbar!