Wie vereinbar sind Familie und Beruf?

Wie familienfreundlich sind die Arbeitsbedingungen an der Universität Ulm? Das soll jetzt mit einer breit angelegten Mitarbeiterbefragung ermittelt werden, die von der Gleichstellungsbeauftragten Dr. Lucia Jerg-Bretzke in Kooperation mit der Sektion Medizinische Psychologie der Uni durchgeführt wird. Aufgerufen dazu sind alle Beschäftigten der Universität, der vorklinische Bereich eingeschlossen. „Präsidium, Dekanat und Personalrat unterstützen das Vorhaben ausdrücklich“, sagt Jerg-Bretzke, die hohe Erwartungen in die unter anderem  von der Diplom-Psychologin Kerstin Limbrecht wissenschaftlich begleitete Studie setzt.

Online und in Papierform: Handlungsbedarf dokumentieren
Denn: „Nur mit fundierten Daten und Informationen können gegebenenfalls Veränderungen initiiert werden.“ Und die Gleichstellungsbeauftragte vermutet, dass die Befragung noch Handlungsbedarf in Sachen Familienfreundlichkeit dokumentieren wird.

Wohl sei die Universität zu Recht seit 2008 als familiengerechte Hochschule zertifiziert, habe sie seither viele wichtige Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf getroffen oder eingeleitet. „Aber zwischen Zielsetzungen und Realität gibt es nach wie vor Lücken, bekanntlich nicht nur bei uns, sondern in der gesamten Arbeitswelt“, weiß die Wissenschaftlerin.

Zudem gingen Bekundungen der Verantwortlichen nicht immer einher mit der Praxis in den vielen Verästelungen eines Großbetriebs. Mehr Klarheit schaffen soll deshalb die bereits angelaufene Befragung, bei der neben demografischen Angaben wie etwa Alter, Ausbildung und Kinder die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ebenso ermittelt wird wie Belastungen durch die Arbeit, die Arbeitszufriedenheit, Fragen zur Gesundheit und Burnout-Aspekte.
Die Teilnahme ist online ebenso möglich wie in Papierform, erfolgt indes grundsätzlich anonym.

25 Minuten Aufwand für die Familienfreundlichkeit
„Rund 25 Minuten sind für die Antworten erforderlich“, beziffert Dr. Lucia Jerg-Bretzke den Zeitaufwand, der aus ihrer Sicht niemand an der Teilnahme hindern sollte, zumal der Fragebogen während der Arbeitszeit ausgefüllt werden darf.

„Denn nur mit einer hohen Beteiligung können wir bestehende Probleme auf diesem Gebiet repräsentativ darstellen und auf Basis dieser Ergebnisse schließlich neue Maßnahmen, Programme oder Projekte einleiten“, betont die Gleichstellungsbeauftragte, verweist in diesem Zusammenhang überdies auf einen besonderen Aspekt: Die jetzt gestartete Bedarfs- und Belastungsanalyse ist nur der erste Schritt im Rahmen einer so genannten Längsschnittstudie.

Das heißt: „Nach deren Auswertung werden wir im Sommer die Ergebnisse vorstellen und diskutieren sowie erste Konsequenzen anschieben.“
Danach werde die Entwicklung ein Jahr lang beobachtet und im Wintersemester 2013/14 die Befragung wiederholt. „Um den Erfolg der initiierten Veränderungen überprüfen zu können“, wie Jerg-Bretzke erläutert.  

Von Willi Baur

Mitarbeiterbefragung
Das erforderliche Passwort wurde allen Mitarbeitern der Universität Ulm per Post zugesandt.

Kontakt

Dr. Lucia Jerg Bretzke
Dipl.Psych. Kerstin Limbrecht
Medizinische Psychologie              
Frauensteige 6                            
89075 Ulm       

Gleichstellungsreferat  
Albert-Einstein-Allee 11
89081 Ulm