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Uni Ulm Internal.
Vorweihnachtszeit an der Uni Ulm: Wettende Professoren und slammende Biologen
Fast schon traditionell starten Ulmer Studierende mit Heinz Rühmanns Feuerzangenbowle in die Vorweihnachtszeit – präsentiert von der StudierendenVertretung (StuVe). In den letzten Jahren sind weitere „Pflichttermine“ hinzugekommen. So läuteten etwa Biowissenschaftler bei einer glühweinseeligen Weihnachtsfeier die Festtage ein – Stargäste inklusive. In der vollbesetzten Mensa trugen die Science Slam-Gewinner Siegfried Bolek („Wüstenameisen: Navigationsgenies ohne GPS“) und Benjamin Stegmann („Die Charakterisierung der oralen Mikrobiota von frugivoren Fledermäusen aus den Neotropen“) ihre humorvollen Präsentationen erneut vor. Besondere Musikalität bewiesen beispielsweise Mädchen und Jungen der Uni-Kindertagesstätte, die Verwaltungsmitarbeiter mit weihnachtlichen Klängen erfreuten.
Höhepunkt der Adventszeit: Physik-Weihnachtsvorlesung
Das absolute Highlight in der Adventszeit war auch 2011 die Weihnachtsvorlesung der Physiker, dieses Mal unter dem Motto „Wetten dass…? Die ultimative letzte Show“. An Thomas‘ (Tobias Pusch) und Michelles (Sarah Gugel) Seite nahmen Wettpaten aus der Professorenschaft Platz – darunter sogar ein zweiter Gottschalk.
Den Anfang machte allerdings Professor Fedor Jelezko. Vielleicht sollte der Physiker bei seinen künstlichen Diamanten bleiben, denn am Dienstagnachmittag schätzte er die Erfolgsaussichten einer Kettenreaktion zu positiv ein: Ein winziger Dominostein sollte größere Steine umwerfen und zahlreiche, mit Tischtennisbällen gespickte Mausefallen zum Zuschnappen bringen. „Leider verloren“, verkündete das Moderatorenduo und setzte den Wettverlierer mit einem Van-de-Graaf-Generator (Bandgenerator) unter Strom. Die Haare standen dem „elektrisierten“ Wissenschaftler nicht zu Berge, dafür aber Papierfetzen an seiner eigens für die Show angefertigten Krone.
Auch der Experimentalphysiker Professor Othmar Marti hatte kein Glück im Spiel und überschätzte eine Leuchtkugel, die von einer fahrenden Modelleisenbahn in die Luft geschleudert (und eigentlich wieder aufgefangen) werden sollte. Als Wetteinsatz fertigte der Absolvent der ETH Zürich aus den Bestandteilen einer elektrischen Zahnbürste in Sekundenschnelle einen funktionstüchtigen Motor. „Echte Schweizer Präzisionsarbeit eben“, raunte ein Zuschauer.
Wetten mit Knalleffekt und ein zweiter Gottschalk
„Topp, die Wette gilt“ hieß es auch für den erfolgreichen „Glycerinzauber“ einer Weihnachtsbäckerin. Zudem versuchte ein Kegelfreund alle Neune mit einer lautstarken Laserkanone zu Fall zu bringen. Absolut leise war hingegen eine Rauchtrommel, mit deren Ausstößen brennende Kerzen gelöscht werden sollten. Die erfolglosen Wettpaten mussten sich einem „Todespendel“ aussetzen (Prof. Matthias Freyberger) oder einen Nagel in eine in Stickstoff gehärtete Banane treiben (der zweite Gottschalk Kay-Eberhard).
Doch was wäre Thomas‘ ultimative letzte Show ohne Außenwette? Tatsächlich hatte sich Moderatorin „Kolumna“ bereits an der Rennstrecke positioniert. Beim hochmotorisierten Wettstreit fuhr die Kandidatin „Flotte Lotte“ im „Höllengefährt mit Lachgaseinspritzung und Raketenantrieb“, auch Bobby Car genannt, ihren Konkurrenten davon. Per „Klatschometer“ wurde sie später zur Wettkönigin gekürt.
Für den physikalisch angemessenen musikalischen Rahmen sorgten übrigens die „Wildecker Kreuzbuben“. Und zwar auf einem Saiteninstrument, das von Laserstrahlen in Schwingung versetzt wurde, und einem entzündliche Gase ausströmenden „Pyromanen-Klangrohr“.
Experimente der Vorlesungssammlung im TV
Obwohl das Publikum die Saalwette verlor (300 „Gefällt-mir-Klicks" auf der Facebook-Seite zur Show waren gefragt), kriegte Thomas nach der fulminanten Show sein Fett weg – und eine Sahnetorte ins Gesicht. Der langanhaltende Applaus galt den Moderatoren, Kandidaten und Wettpaten, aber vor allem Reiner Keller von der Vorlesungssammlung Physik. Gemeinsam mit Studenten hatte er die physikalischen Experimente zusammengestellt. „Ich gebe zu, dass wir die Experimente anspruchsvoll gestaltet haben, damit die Professoren ihren Wetteinsatz auch einlösen müssen“, schmunzelte Keller.
Erstmals sind auch lokale Medien auf die Physik-Weihnachtsvorlesung aufmerksam geworden:
Am Mittwoch, 21. Dezember, flimmern Thomas und Michelle zwischen 18:45 und 19:45 im SWR (Landesschau B-W/ Regio-News) über den Bildschirm. Bei Regio TV läuft am gleichen Tag ab 18:00 Uhr ein
Beitrag im Journal.
Von Annika Bingmann
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