„Gesundheitspolicies im Rahmen der früheren DDR-Entwicklungshilfe - ein historischer Baustein von Global Health?“

Die frühere DDR hat im Rahmen ihrer strukturellen Möglichkeiten, deren Grenzen näher zu bestimmen wären, aktiv Entwicklungshilfe(-politik) betrieben. Dazu zählte auch die Zusammenarbeit im Bereich der Gesundheitsversorgung z.B. mit Mosambik – aber auch Nicaragua oder Algerien. Das Nachzeichnen der DDR-Entwicklungshilfepolitik u.a. exemplarisch mit Blick auf die Gesundheitspolicies kann aus historischer Perspektive möglicherweise Hinweise auf die Entwicklung und das Verständnis des Global Health-Begriffes als Policy-Initiative liefern. Im Projekt wird der Leitfrage nachgegangen, inwieweit eine deskriptive Darstellung dieses Aspektes der DDR-Entwicklungshilfe als ein historischer Baustein für Global Health dienen könnte? Dabei wird insbesondere untersucht, ob sich die früheren Zielvorstellungen der DDR-Entwicklungshilfe in den aktuellen Zielsetzungen von Global Health wiederfinden lassen. Überschneidungen könnten als starke Indizien für einen Beitrag des früheren DDR-Gesundheitswesens zur Entwicklung von Global Health als einer international wahrgenommenen Herausforderung gewertet werden. In diesem Fall wären die entsprechenden Überlegungen im Sinne von „lessons learned“ geeignet, auf Chancen und Risiken global ausgerichteter Gesundheitspoliciesinitiativen hinzuweisen. Für erkenntnisleitende Aussagen wesentlich erscheint ihre Einbettung in die Theorien der Entwicklungshilfepolitik und auch der Modernisierungstheorien – sowohl der damals als gültig angenommen als auch der heute vorherrschenden. Die Motivation der DDR wäre einerseits exemplarisch mit Blick auf Mosambik in der vergleichsweise engen Kooperation im Rahmen „Kampf der Systeme“ während des Kalten Krieges und andererseits im Bestreben der DDR um internationale Anerkennung gerade auch in der internationalen und suprastaatlichen Zusammenarbeit auf Ebene der UNO (WHO, UNHCR) zu suchen. Außerdem steht die Frage aus, welche Qualifikationskriterien für eine Zusammenarbeit mit den jeweiligen Ländern gegolten haben. Zugleich bleibt es vor diesem Hintergrund interessant zu erfahren, inwieweit die frühere DDR als auch die Bundesrepublik in entwicklungs- und gesundheitspolitscher Konkurrenz zueinander standen und inwieweit sich dieses Konkurrenzverhältnis auch in der Bereitstellung entsprechender Ressourcen und Strukturen niedergeschlagen hat.

 

Verantwortlich für das Projekt:

Florian Braune, M.A., Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin, Universität Ulm

Sebastian Kessler, M.A., Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin, Universität Ulm 

 

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