Jahresrückblick 2017

Januar

50. UUG-Vortrag als Auftakt des Jubiläumsjahres

Im Jahr 2017 feiert die Universität Ulm ihr 50-jähriges Bestehen. Das Jubiläumsprogramm startet mit dem 50. UUG-Vortrag: Prof. Anita Ignatius und Prof. Jörg Fegert sprechen über körperliche und psychische Aspekte von Traumata. Die Jubiläumsreihe der Ulmer Universitätsgesellschaft (UUG) thematisiert 2017 die Forschungsschwerpunkte der Alma Mater. Weiterhin laufen zu Jahresbeginn die neurowissenschaftlichen Vortragsreihen "Das Gehirn - ein außergewöhnliches Organ" sowie "Neurochirurgie zum Anfassen" an. Darüber hinaus stellt die School of Advanced Professional Studies (SAPS) ihre Schwerpunkte vor.

Vergabe der Forschungs- und Lehrboni

Hervorragende Nachwuchswissenschaftler sowie engagierte Dozentinnen und Dozenten der Universität Ulm erhalten Anfang Januar Forschungs- und Lehrboni. Weiterhin werden bei der Feierstunde in der Villa Eberhardt die Zertifikate für Hochschuldidaktik sowie erstmals der Lehrforschungspreis der Medizinischen Fakultät vergeben. Die von der Universität und der Ulmer Universitätsgesellschaft (UUG) gestifteten Forschungsboni über je 10 000 Euro sollen Nachwuchswissenschaftlern unter anderem bei der Vorbereitung von Drittmittelanträgen helfen. 2017 erhalten die Psychologin Dr. Sarah Wilker, der Physiker Dr. Jorge Casanova und Dr. Vitalii Makogin, Wissenschaftler am Institut für Stochastik, die Auszeichnungen. Auf Vorschlag der Studierenden gehen Lehrboni über 2000 Euro an Dr. Karin Stadtmüller von der Studienkommission Wirtschaftswissenschaften, Anne Landhäußer (Studienkommission des Instituts für Psychologie und Pädagogik) sowie an PD Dr. Benjamin Mayer, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Epidemiologie und Medizinische Biometrie. Aus der Fakultät für Naturwissenschaften werden Prof. Marian Kazda und Dr. Philipp von Wrangell ausgezeichnet. Den Lehrforschungspreis der Medizinischen Fakultät erhält Astrid Horneffer für ihr Engagement beim Ausbildungsprogramm "Train the Tutor".

Deutschlandstipendien

Über ein Deutschlandstipendium können sich 54 hervorragende Studierende der Universität Ulm freuen. Die 300 Euro monatlich kommen zur einen Hälfte von Unternehmen oder Privatpersonen und zur anderen Hälfte vom Bund. Unter den 30 Stipendiengebern sind in diesem Jahr unter anderem die Allianz Deutschland AG, das Ulmer Forum für Wirtschaftswissenschaften (UFW) oder die erfolgreichste Uni-Ausgründung, die Philips GmbH ULM Photonics. Bei der offiziellen Verleihung Ende Januar lernen sich Stipendiengeber und -nehmer kennen und werden durch das Helmholtz-Institut Ulm für Elektrochemische Energiespeicherung (HIU) geführt.

40 Millionen für Datenbank "Harmony"

Die Ulmer Universitätsmedizin (Innere Medizin III) ist maßgeblich an der Entwicklung einer europäischen Datenbank beteiligt, die die Behandlung von Erkrankungen des blutbildenden Systems verbessern soll. Das fünfjährige Projekt HARMONY wird mit insgesamt 40 Millionen Euro von der privat-öffentlichen "Innovative Medicine Initiative" gefördert. 51 Partner aus 11 Ländern tragen in der Datenbank anonymisierte Patientendaten zusammen. So können Ärztinnen und Ärzte auf die individuell beste Therapie für Erkrankte schließen. Zudem entstehen ein Expertennetzwerk und eine beispiellose Forschungsplattform.

Februar

Jubiläumsbus

Im Jubiläumsjahr ist ein eigens gestalteter Bus in Ulm und Neu-Ulm unterwegs. Der Anfang Februar präsentierte Gelenkbus ist rundherum mit Uni-Motiven wie der Jubiläumsvignette, einer Petrischale und einem Ausschnitt des Supermikroskops SALVE beklebt. Er soll die enge Verbundenheit zwischen Stadt und Universität ausdrücken sowie für die Veranstaltungen im Jubiläumsjahr werben.

Prof. Detlef Bückmann erinnert sich

Im Vorfeld des Gründungstags der Universität Ulm Ende Februar teilt Prof. Detlef Bückmann, Rektor von 1979 bis 1983, seine Erinnerungen an die Gründungszeit. Der Biologe und ehemalige Institutsleiter ist seit 1969 an der Universität Ulm tätig und somit einer der letzten Zeitzeugen.

Festakt zum Gründungstag

Mit mehr als 900 Gästen feiert die Universität Ulm am 24. Februar ihr 50-jähriges Bestehen im Congress Centrum Ulm (CCU). Ministerpräsident Winfried Kretschmann überbringt beim Festakt zum Gründungstag persönlich seine Glückwünsche und betont: "Gemeinsam mit der Hochschule Ulm und der Hochschule Neu-Ulm bildet die Universität heute ein Trio, das in Sachen Wissenschaft und Forschung den Ton in der Region angibt." Auch der Ulmer Oberbürgermeister Gunter Czisch unterstreicht, dass die Universität Ulm und die Einrichtungen der Wissenschaftsstadt den Weg in die Wissensgesellschaft geebnet hätten.

Den Wandel des "Institutionentyps Universität" in den vergangenen 50 Jahren erörtert der Festredner Prof. Peter Strohschneider, Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Er betont: "Die Universität ist ein Ort des Streitens, des Streiten-Könnens und der ,Zumutung' im positiven Sinne und zum Besten der Gesellschaft." Universitätspräsident Prof. Michael Weber zeigt einen Film der Gründungsfeier am 25. Februar 1967 im Kornhaus. Allerdings blickt der Informatiker nicht nur auf die Anfangsjahre zurück. Er spricht auch über aktuelle Erfolge der Universität und gibt Einblicke in die Struktur- und Entwicklungsplanung der nächsten Jahre.

Unter den Gratulanten sind bekannte Persönlichkeiten wie der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident Prof. Erwin Teufel und zahlreiche Parlamentarier. Weiterhin nehmen viele Universitätsrektoren und Kanzler am Festakt teil.

Jubiläumsball im Congress Centrum

Am Abend wird mit einem Jubiläumsball in den eigentlichen Gründungstag der Universität, den 25. Februar, hinein gefeiert. Rund 430 Gäste tanzen und erleben ein Bühnenprogramm - unter anderem mit Gedankenleser, Physikshow und Sambagruppe. Die Ulmer Universitätsgesellschaft (UUG) schenkt der Universität einen Scheck über 50 000 Euro und das Studierendenwerk steuert gegen Mitternacht eine mehrstöckige Torte bei.

März

10. Ulmer Denkanstöße

"Entscheiden in einer komplexen Welt" lautet der Titel der 10. Ulmer Denkanstöße Mitte März. Neben privaten Entscheidungen - etwa bei der Berufswahl - geht es um die professionelle Entscheidungsfindung von beispielsweise Juristen, Medizinern oder auch Schiedsrichtern. Den Eröffnungsvortrag hält der mittlerweile verstorbene Kulturmanager Dr. Martin Roth, der aufgrund des BREXIT die Leitung des Londoner Victoria & Albert Museums aufgab. Neben den Impulsvorträgen stößt das Kulturprogramm mit dem Theaterstück "Terror" von Ferdinand von Schirach und der Talkrunde mit Wieland Backes auf reges Interesse. Den Abschlussvortrag hält der "Fernsehrichter" Alexander Hold. Wie gewohnt werden die Denkanstöße vom Humboldt Studienzentrum für Philosphie und Geisteswissenschaften der Universität Ulm, von der Stadt Ulm sowie der Stiftung Bildung und Soziales der Sparda Bank Baden Württemberg organisiert.

Ausstellung zum Uni-Jubiläum

Einen Rundgang durch die Ulmer Universitätsgeschichte ermöglicht eine zum Jubiläumsjahr konzipierte Ausstellung. Anfang März wird die Schau im Foyer der Sparkasse Ulm in der Neuen Mitte eröffnet. Mit Ausstellungstafeln, Exponaten wie dem Talar des Gründungsrektors und einem Multimediatisch leben nicht nur die Anfangsjahre wieder auf. Forschungserfolge der jungen Uni verdeutlichen beispielsweise der "Ulmer Koffer" aus der Notfallmedizin, ein autonomes Fahrzeug im Miniaturformat sowie Exponate aus der Batterie- und Handyforschung. Anschließend ist die Ausstellung unter anderem im Universitätsklinikum zu sehen.

10 Jahre Internationale Graduiertenschule Molekulare Medizin

Seit zehn Jahren bildet die "International Graduate School in Molecular Medicine" Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus. Dieses Jubiläum feiert die Doktorenschmiede bei ihrem Spring Meeting Ende März. Seit 2007 wird die Einrichtung im Zuge der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder gefördert.

ULM LECTURES mit hochkarätigen Vortragenden

Mit einem Nobelpreisträger startet die öffentliche Jubiläums-Vortragreihe ULM LECTURES im Stadthaus. Der erste Referent, Prof. Harald zur Hausen, ehemaliger Vorsitzender des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg, forscht vor allem zur Entstehung von Krebserkrankungen durch Virusinfektionen. In seiner ULM LECTURE Anfang März geht es um Erkrankungen des Menschen, die durch den Verzehr von Fleisch und Milch ausgelöst werden. Weitere ULM LECTURES halten die Mitentdeckerin der Genschere CRISPR-Cas, Prof. Emmanuelle Charpentier, der Krebsforscher Robert A. Weinberg sowie der "Ameisenpapst" Prof. Bert Hölldobler. Aus den Bereichen Mathematik, Physik und Chemie stammen die ULM LECTURES im zweiten Halbjahr von Prof. Pierre-Louis Lions, Prof. Williams Phillips (im Bild rechts) und Prof. William Moerner, Pionier der höchstauflösenden Fluoreszenzmikroskopie. Alle Vortragenden sind durch einen Nobelpreis oder andere hochkarätige wissenschaftliche Auszeichnungen geadelt.

April

Studierendenwohnheim Upper Westside fertiggestellt

Der dritte und letzte Bauabschnitt des Studierendenwohnheims Upper Westside auf dem Oberen Eselsberg wird feierlich eröffnet. Der 10 Millionen Euro teure Neubau bietet 98 Wohnheimplätze, eine Kinderkrippe mit Spielplätzen und ein Fitnessstudio des Hochschulsports. Zudem ziehen die Psychosoziale Beratungsstelle und andere unterstützende Dienste ein. Insgesamt beherbergt das von "Bogevichs Architekturbüro" geplante Gebäudeensemble nun 400 Studierende aus 46 Nationen.

Wieder beste junge Uni Deutschlands

Im THE "Young University Ranking" ist die Universität Ulm erneut die beste junge Universität Deutschlands. Im weltweiten Vergleich belegt sie einen hervorragenden achten Platz, gehört also zu den Top 10! Angeführt wird das Ranking der jungen Universitäten unter 50 Jahren von der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (Schweiz), gefolgt von asiatischen Hochschulen und der Universität Maastricht.

Erster "Lehrstuhl" aufgestellt

Der Ulmer Kulturmacher Ralf Milde baut einen ersten "Lehrstuhl" am Münsterplatz auf. Der Backenzahn mit Sitzfläche symbolisiert die universitäre Zahnmedizin. Zur Einweihung tragen die Klinikdirektoren des Zentrums für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde selbstgedichtete Verse vor. Das Unternehmen bredent sponsert das Sitzmöbel. Ein weiterer Beitrag zur "Universitätsallee" wird im Sommer aufgestellt: Der Baum des Lebens steht stellvertretend für die biowissenschaftlichen Institute.

Prof. Marchfelder koordiniert Schwerpunktprogramm

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert ein Schwerpunktprogramm zum CRISPR-Cas-System, das als "Genschere" Furore macht. Koordiniert wird das Programm von Prof. Anita Marchfelder, Wissenschaftlerin am Ulmer Institut für Molekulare Botanik. Dem Schwerpunktprogramm "Weitaus mehr als nur Verteidigung: die vielen verschiedenen Funktionen des CRISPR-Cas-Systems" gehört auch die Mitentdeckerin der Genschere und Direktorin des Max-Planck-Instituts für Infektionsbiologie in Berlin, Prof. Emmanuelle Charpentier, an.

Mai

Neuer SFB bewilligt

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligt die Einrichtung eines Sonderforschungsbereiches (SFB) der Universität zur Erforschung körpereigener Peptide. Der SFB 1279 trägt den genauen Titel "Nutzung des menschlichen Peptidoms für die Entwicklung neuer antimikrobieller und anti-Krebs-Therapeutika" und wird für zunächst vier Jahre mit rund 12,1 Millionen Euro gefördert. Das menschliche Peptidom gilt als unerschöpfliche Quelle für neuartige Biowirkstoffe. Ziel des Projektes ist es, körpereigene Peptide zu identifizieren, die eine antimikrobielle oder krebshemmende Wirkung haben. Sprecher des SFB ist Prof. Frank Kirchhoff, Leiter des Instituts für Molekulare Virologie.

Deutsche Hochschulmeisterschaft im Triathlon

Bei der Deutschen Hochschulmeisterschaft im Triathlon über die Sprintdistanz, die in diesem Jahr erstmals in Ulm stattfindet, schafft es das Herren-Team der Uni in der Mannschaftswertung aufs Siegertreppchen: Lucas Engelhardt, Michael Rapp und Simon Ostertag erkämpfen sich bei sommerlicher Hitze einen dritten Platz. Die erfolgreichsten Triathleten kommen bei den Frauen von der Universität Erlangen-Nürnberg, die es sowohl in der Einzelwertung (Larissa Rexin) als auch in der Mannschaftswertung auf den ersten Platz schaffen. Bei den Männern ist die Universität des Saarlandes siegreich, und zwar ebenfalls in der Einzelwertung (Ian Manthey) und als beste Herrenmannschaft. Veranstaltet wird der Wettkampf vom Hochschulsport der Uni Ulm und dem Ulmer Einstein-Triathlon.

Juni

Podiumsdiskussion zur Vergangenheit von Gründungsrektor Heilmeyer

Als Hämatologe und Gründungsrektor genießt Prof. Ludwig Heilmeyer bis heute großes Ansehen. Im 50. Jubiläumsjahr der Universität gerät allerdings auch die problematische politische Gesinnung des erfolgreichen Wissenschaftsmanagers in den Blick. In einer öffentlichen Veranstaltung an der Uni stellt der Ulmer Medizinhistoriker und -ethiker Prof. Florian Steger im Auftrag der Universitätsleitung Forschungsergebnisse zur Vergangenheit von Heilmeyer vor. Der Direktor des Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik in der Medizin kommt in seinem Bericht zu dem Ergebnis, dass dem Wissenschaftler zwar juristisch betrachtet nichts vorzuwerfen ist, dass aber seine opportunistische Haltung und politische Gesinnung durchaus fragwürdig sind. Der vielfach ausgezeichnete Mediziner Heilmeyer war Mitglied des militanten Freikorps Epp, des Stahlhelm und führte in Jena den Nationalsozialistischen Dozentenbund an. Auslöser für die Ulmer Nachforschungen war der im Herbst 2016 erschienene Bericht einer Freiburger Historikerkommission zur Straßenumbenennung. Als besonders problematisch gilt Heilmeyers Umgang mit den Werken jüdischer Kollegen sowie dessen persönlicher Einsatz für Fachkollegen, die als Kriegsverbrecher verurteilt waren.

Juli

Ehrungen und Preise beim Jahrestag

Mit dem 50. Jahrestag und der Langen Nacht der Wissenschaft feiert die Universität einen zweiten Höhepunkt des Jubiläumsjahres. Historischer Anlass: am 4. Juli vor 50 Jahren wurde der Medizinisch-Naturwissenschaftlichen Hochschule der Titel "Universität" verliehen. Bei der großen Jahrestagsfeier im Hörsaal der Inneren Medizin rekapituliert der Präsident der Universität Ulm Prof. Michael Weber die erfolgreiche Entwicklung der Universität von der Medizinischen Hochschule zur internationalen Forschungsuniversität. Den Festvortrag zum Jahrestag hält Günther Oettinger. Der ehemalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg plädiert als EU-Kommissar für Haushalt für ein starkes und demokratisches Europa. Für seine Verdienste um die Universität erhält der langjährige ehemalige Ulmer Oberbürgermeister Ivo Gönner die Ehrensenatorenwürde. Altrektor Prof. Detlef Bückmann wird mit der Ehrenbürgerschaft der Universität ausgezeichnet.

Lange Nacht der Wissenschaft zieht zahlreiche Besucher auf den Campus

Rund 7000 Besucherinnen und Besucher machen sich im Anschluss an den Jahrestag auf den Weg zur Langen Nacht der Wissenschaft auf den Oberen Eselsberg. Mehr als 600 Mitarbeiter der Universität haben in monatelanger Vorbereitung dafür ein außergewöhnliches Programm auf die Beine gestellt. Dazu gehören wissenschaftliche Exponate zum Bestaunen und Anfassen: vom hochautomatisierten Fahrzeug über ein Brennstoffzellen-Flugzeug bis zum begehbaren Herzen. Weitere Besuchermagneten sind ein Science Slam und Physikshows, die Unfallsimulation der Notfallmediziner oder auch die Karibik-Bar des Uni-Segelclubs. Die Veranstaltung ist nach Meinung von Ausstellern und Besuchern ein voller Erfolg.

Wissenschaftspreis der Stadt Ulm

Für die innovative Entwicklung maßgeschneiderter Materialien erhält der Uni-Wissenschaftler Prof. Carsten Streb am Schwörmontag den Wissenschaftspreis der Stadt Ulm. Der Chemiker forscht am Institut für Anorganische Chemie I zu Metalloxid-Verbindungen, die durch ein spezifisches Materialdesign passgenau funktionalisiert werden können. Oberbürgermeister Gunter Czisch überreicht den mit insgesamt 15 000 Euro dotierten Preis im Rathaus. Das Preisgeld teilt sich der Uni-Wissenschaftler Streb mit Prof. Martin Heßling von der Hochschule Ulm, der für seine herausregenden Leistungen im Bereich Medizintechnik mit dem Wissenschaftspreis ausgezeichnet wird.

15 Mio. € für Verbund InnoSüd

Bei der Bund-Länder-Initiative "Innovative Hochschule" überzeugt der Verbund "InnoSÜD" der Hochschulen Biberach, Neu-Ulm, Ulm sowie der Universität Ulm die Gutachter. Rund 15 Millionen Euro fließen damit in den Wissens- und Technologietransfer. Das Ziel: Die Region Donau-Iller soll zu einer der führenden Innovationsregionen in Europa werden. Im Fokus stehen Zukunftsthemen wie Biotechnologie, Energie, Mobilität und Transformationsmanagement. Die Förderinitiative ist Teil des Exzellenzstrategie-Programms des Bundes und der Länder und speziell zugeschnitten auf Hochschulen und kleinere Universitäten.

Austauschprogramm mit Costa Rica

30 Jahre Austausch mit Costa Rica! Mit Vorträgen an der Uni und einem Fest im Botanischen Garten feiert die Universität Ulm das 1987 eingerichtete Austauschprogramms für Studierende der Biologie mit der Universidad de Costa Rica. Zu Gast sind zahlreiche Wissenschaftler aus dem mittelamerikanischen Land. Für landestypisches Flair sorgen nicht nur costa-ricanische Spezialitäten, sondern auch die neu eröffnete Fotoausstellung zum "Naturparadies Costa Rica" von Christian Schmid. Der Fotograf ist ein Alumnus des Austauschprogramms.

August

Beratungsstelle für Schwangere wieder in Ulm

Die Beratungsstelle Reproduktionstoxikologie ("Reprotox") gehört wieder offiziell zur Frauenklinik des Universitätsklinikums Ulm. Schwangere und stillende Mütter können sich dort zur Medikamenteneinnahme beraten lassen und darüber informieren, welche pharmakologischen Wirkstoffe möglicherweise eine schädliche Wirkung auf das Kind haben könnten. Geleitet wird die Beratungsstelle von dem Gynäkologen Dr. Wolfgang Paulus. Hervorgegangen ist "Reprotox" aus einer bereits 1976 eingerichteten Anlaufstelle, die zwischen 2002 und 2017 aus organisatorischen Gründen am St. Elisabeth Krankenhaus in Ravensburg angesiedelt war.

Ulmer Postdoktorand trifft Nobelpreisträger

An der Nobelpreisträgertagung der Wirtschaftswissenschaften in Lindau nimmt auch der Ulmer Postdoktorand Dr. Thai Nguyen teil. Trotz seines jungen Alters gilt der Wissenschaftliche Mitarbeiter vom Institut für Versicherungswissenschaften bereits als anerkannter Forscher in seinem Bereich. Der gebürtige Vietnamese, der im französischen Rouen promoviert hat, beschäftigt sich vor allem mit dem Risikomanagement von Lebensversicherungen. Das Besondere an seiner Forschung: Nguyen bezieht in seine mathematischen Modellierungen psychologische Faktoren ein.

September

Bei Exzellenzclustern weiter im Rennen

Im Wettbewerb um sogenannte Exzellenzcluster erreicht die Universität Ulm einen Etappensieg. Ausgehend von zwei Antragsskizzen stellt die Uni Vollanträge in den Bereichen Energiespeicherung und -wandlung sowie Quantentechnologie. Bei der Energiespeicherung und -wandlung steht die Suche nach den Batterien der Zukunft für die Energiewende und Elektromobiliät im Vordergrund. Die Uni kooperiert hier seit Jahren auch im gemeinsamen Helmholtz-Institut Ulm für elektrochemische Energiespeicherung mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT). In einem möglichen Exzellenzcluster Quantentechnologie verbinden Forscher aus Ulm, vom Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart und von der Universität Stuttgart die Quantenwissenschaft mit den Ingenieurwissenschaften und übertragen Ergebnisse aus der Grundlagenforschung in die Praxis. Ein Cluster kann mit bis zu zehn Millionen Euro für zwei Mal sieben Jahre gefördert werden. Mit der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder sollen die deutschen Universitäten für den internationalen Wettbewerb gestärkt werden. Die Vollanträge müssen bis Ende Februar 2018 gestellt sein, die endgültige Entscheidung fällt dann Ende September 2018.

Supermikroskop jetzt in Ulm

Salve SALVE! Das weltweit erste und bislang einzige Niederspannungs-Transmissionselektronenmikroskop mit zweifacher Bildfehlerkorrektur bezieht einen Neubau in der Nähe des Oberberghofs. Die Abkürzung SALVE steht für "Sub-Ångström Low Voltage Electron microscopy". Dahinter verbirgt sich eine Initiative der Universität Ulm zur Erforschung einer besonders materialschonenden Technologie zur atomar auflösenden elektronenmikroskopischen Abbildung. Die Entwicklung des 10,6 Millionen Euro teuren Geräts hat sieben Jahre gedauert. Das neue, speziell auf die Anforderungen des Supermikroskops ausgerichtete Gebäude entstand in einer Bauzeit von nur knapp eineinhalb Jahren. Mitte Dezember wird die Ankunft von SALVE groß gefeiert. Zum Festakt kommt unter anderem der Physik-Nobelpreisträger Prof. Klaus von Klitzing, Max-Planck-Instituts für Festkörperforschung und Honorar-Professor an der Universität Stuttgart.

Sommerakademie Katastrophenmedizin

Egal ob Naturkatastrophe oder Massenunfall: wie ärztliches Handeln in Ausnahmesituationen aussieht, lernen rund 70 Medizinstudierende bei der "Sommerakademie Katastrophenmedizin und Humanitäre Hilfe". Nach einem Theorieteil über zivil-militärische Zusammenarbeit am Beispiel eines Ebola-Einsatzes müssen die Studierenden beim Praxis-Parcours selbst Hand anlegen und Thorax-Drainagen oder Luftröhrenschnitte üben.

Oktober

Zukunftsforum Uni-Topia

Wie geht es mit der jüngsten Landesuniversität weiter? Wo steht die Uni Ulm in Zukunft? Ein ganz besonderes Gedankenexperiment wagen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des gemeinsamen Zukunftsforums der Ulmer Universitätsgesellschaft (UUG) und der Universität Ulm im Kornhaus. Der mit „Uni-Topia“ überschriebene Abend widmet sich Visionen und Erwartungen an universitäre Bildungseinrichtungen im Allgemeinen und an die Uni Ulm im Besonderen. Auf dem vom Wissenschaftsjournalist Dr. Jan-Martin Wiarda moderierten Podium sitzen hochkarätige Vertreter aus Forschung, Politik und Wirtschaft, darunter die baden-württembergische Wissenschaftsministerin, Theresia Bauer, und die Vorsitzende des Wissenschaftsrats, Prof. Martina Brockmeier. Unter anderem diskutieren sie über die Bedeutung von Forschung und Wissenstransfer in die Wirtschaft.

Spatenstich für Trainingshospital

Spatenstich auf dem Uni-Campus: Mit dem „University Hospital for Advanced Education Ulm“ kurz „To Train U - TTU“ entsteht eine moderne Aus- und Weiterbildungsstätte für das Medizinstudium. In speziell konzipierten und flexibel gestaltete Unterrichtsräumen und -laboren, so genannten „SkillsLabs“, sollen die Studierenden ärztliches Handeln und medizinische Fähigkeiten in klinischen Szenarien erlernen. Außerdem ziehen die Verwaltung des Medizinischen Dekanats und die Akademie für Neuroanatomie ein. Mittelpunkt des fünfstöckigen Baus wird ein Hörsaal mit 450 Plätzen sein. Im Sommersemester 2021 sollen die ersten Lehrveranstaltungen im TTU stattfinden.

10 Jahre 13b-Bachelor

Seit zehn Jahren bietet die Uni Ulm den „13b-Bachelor“ an. In diesem Modell können angehende Wirtschaftswissenschaftler bereits während des Studiums anrechenbare Leistungen für das Wirtschaftsprüfer-Examen erbringen, die sonst berufsbegleitend abgelegt werden. Die Universität und das Ulmer Forum für Wirtschaftswissenschaften (UFW) feiern das 10-jährige Bestehen der Zusatzqualifikation mit einer Festveranstaltung mit praxisnahen Vorträgen und einer Podiumsdiskussion.

Mit Res.Ul auf dem Weg zur Exzellenz

Wissenschaftlern den Weg zur Exzellenz ebnen will das Res.Ul, das Center for Research Strategy and Support. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Zentrums beraten Forscher vor allem bei der Antragsstellung und somit Einwerbung von Drittmitteln. Außerdem wirkt das fakultätsübergreifende Res.Ul beim Ausbau der wissenschaftlichen Infrastruktur und bei der strategischen Forschungsausrichtung der Universität mit.

Vertreter junger Forschungsuniversitäten in Ulm

Die Uni Ulm zeigt sich international. Bei der YERUN-Generalversammlung trifft sich Ende Oktober ein Netzwerk von 15 jungen europäischen Forschungsuniversitäten (Young European Research University Network/ YERUN) in der Donaustadt. Hochrangige Vertreter, darunter zahlreiche Präsidenten und Vizepräsidenten der Hochschulen, tauschen sich über aktuelle Herausforderungen wie die rasante Zunahme von immer größeren Datenmengen („Big Data“) oder die Weiterentwicklung der grenzüberschreitenden wissenschaftlichen Zusammenarbeit aus.

November

Donau-Konferenz in Ulm

Anfang November, bei der 1. Danube Conference for Higher Education, tagen unter anderem Präsidenten und Kanzler von neun Donau-Universitäten zu Fragen der Hochschulführung und des universitären Wissenschaftsmanagements in Ulm. Veranstaltet wird die Donau-Konferenz vom Institut für Technologie- und Prozess-Management (ITOP) mit Unterstützung der Péter-Horváth-Stiftung.

40 Jahre Wirtschaftsmathematik

Die Uni Ulm kommt im 50. Jahr ihres Bestehens aus dem Feiern gar nicht mehr heraus: die Fakultät für Mathematik und Wirtschaftswissenschaften feiert mit einem Festakt 40 Jahre Wirtschaftsmathematik. Der an der Uni Ulm konzipierte und damals bundesweit einmalige Studiengang hat sich zu einem Erfolgsmodell entwickelt und wurde so zum Vorbild für Studienangebote in ganz Deutschland. Gleichzeitig begeht der Verein Studium & Praxis, der seit 30 Jahren unter anderem ein spezielles Mentorenprogramm für die Wirtschaftsmathematiker anbietet, noch ein weiteres Jubiläum. Bereits zum 20. Mal organisieren die Mitglieder den WiMa-Kongress, eine Kontaktbörse für Studierende und Absolventen des Studiengangs. Über 40 namhafte Unternehmen wie die Allianz oder Willis Towers Watson präsentieren sich im Uni-Forum.

Nanuuu Night auf dem Campus

Zum ersten Mal ist die Uni Gastgeberin einer Nanuuu Night: dieses Mal steht der Abend ganz im Zeichen der Lehre. Bei Vorträgen, Führungen und an Infoständen stellen Uni-Angehörige innovative und altbewährte Lehr- und Lernformen vor - vom virtuellen Labor bis zum Theatrum Anatomicum aus der Medizinerausbildung. Die Nanuuu Night ist eine Initiative des Stadtentwicklungsverbands Ulm/Neu-Ulm. Die unregelmäßig stattfindenden Veranstaltungen sollen die Forschungs- und Entwicklungsregion Ulm/Neu-Ulm präsentieren und ihre Akteure vernetzen.

Richtfest für das neue Forschungsgebäude

Richtfest des ZQB: Das neue Forschungsgebäude "Zentrum für Quanten- und Biowissenschaften" wächst planmäßig in die Höhe. Ab Anfang 2019 sollen Forscherinnen und Forscher in dem 23 Millionen Euro teuren Gebäude Sensoren und bildgebenden Verfahren auf Basis der Quantentechnologie entwickeln. Um dabei hochsensible Messtechnik störungsfrei nutzen zu können, bekommen die Laserlabore unter anderem ein auf Luftfedern gelagertes Sonderfundament. Ausgangspunkt für den Neubau war Ende 2012 die Einwerbung eines ERC Synergy Grants über 10,3 Millionen Euro durch die Gruppe "Quantum Devices and Biology" (BioQ), der Ulmer Physikprof. Martin Plenio und Fedor Jelezko sowie der Chemikerin Prof. Tanja Weil.

Dezember

15 Jahre German University in Cairo

Ein „Erfolgsmodell“ feiert Geburtstag: vor 15 Jahren entsteht die German University in Cairo (GUC) nach deutschem Vorbild. Auch an der „Patenuniversität“ Ulm wird das Jubiläum gewürdigt. Zum Festakt kommt eine Delegation aus ägyptischen Parlamentariern, Vertretern des Wissenschaftsministeriums und Journalisten. Tatsächlich ist die Entwicklung der GUC beeindruckend: aktuell sind 12 000 Studierende in 72 Studiengängen eingeschrieben. In den vergangenen 15 Jahren hat die private Universität außerdem rund 14 000 Absolventen hervorgebracht, über 1000 haben einen Masterabschluss oder sogar die Promotion erreicht. Neben einem regen Studierendenaustausch gibt es für ägyptische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Möglichkeit, Forschungskurzaufenthalten an den Universitäten in Baden-Württemberg, darunter Mannheim, Stuttgart, Tübingen oder Ulm, zu absolvieren.

 

 

Weihnachtsgruß des Präsidenten