Abschlussarbeiten

diese Seite druckenzur StartseiteKontaktHomepage durchsuchenthis page in English

Diplomarbeit bei Dr. U. Wiedwald zurück zur Übersicht
   

Einstellen der hartmagnetischen Phase mizellarer Nanoteilchen durch Ionenbestrahlung und Heizexperimente

Allgemeine Kurzinformation zum Thema:
Die Nachfrage nach wieder beschreibbaren, nicht-flüchtigen Speichermedien immer höherer Kapazität erfordert die ständige Miniaturisierung des Volumens, in dem die Information abgelegt werden kann. Die Weiterentwicklung der heutzutage in magnetischen Festspeichern eingesetzten granularen Filme erlaubt jedoch nur eine geringe weitere Volumenreduzierung, bevor der Verlust der Information durch thermische Fluktuationen (superparamagnetisches Limit) droht. Diese Schwierigkeiten können durch wohl separierte, magnetisch ultraharte Nanopartikel (z.B. FePt und CoPt Legierungssysteme) umgangen werden, wobei jedes Teilchen ein Bit kodieren soll. Solche Legierungsteilchen mit nahezu identischen Durchmessern können heute routinemäßig in großen Mengen hergestellt und hexagonal geordnet auf planaren Unterlagen abgeschieden werden. Es stellt sich jedoch heraus, dass die Nanopartikel in der technologisch nicht attraktiven kubisch-flächenzentrierten und damit weichmagnetischen Struktur vorliegen. Erst durch thermische Behandlung bei 600°C lassen sich die Teilchen in die hartmagnetische, tetragonale Struktur umwandeln. Wählt man den Abstand der Teilchen allerdings zu gering (Kolloide mit 2-5 nm Abstand), so führt dies zu Agglomeration der Teilchen bei hohen Temperaturen und damit zum Verlust der selbstorganisierten Nanostrukturierung. Also ist es wünschenswert, die Übergangstemperatur so weit wie möglich zu senken. Diese Untersuchungen sollen zunächst an mizellaren Teilchen mit großem Abstand durchgeführt werden.
Aufgabenstellung:
Magnetische CoPt und FePt Nanopartikel werden mit Hilfe mizellarer Teilchenpräparation auf verschiedenen Substraten hergestellt. Durch Ionenbestrahlung mit Edelgasatomen soll die Anzahl der Gitterfehlstellen pro Teilchen so weit erhöht werden, dass sich die Umwandlungstemperatur von der weich- zur hartmagnetischen Phase bei möglichst geringen Temperaturen vollzieht. Die bestrahlten Nanopartikel werden dazu sowohl mit strukturellen als auch mit magnetischen Charakterisierungsmethoden untersucht.
Angewandte Techniken:
Eine Vielzahl von Techniken wird in dieser Diplomarbeit unter detaillierter Anleitung erlernt. Daher richtet sich diese Arbeit an Diplomanden mit ausgeprägtem Teamgeist. Ausgehend von der Teilchenpräparation mit chemischen Methoden und der Teilchennukleation mit Niederdruckenplasmen werden die magnetischen Nanopartikel mit dem Transmissionselektronenmikroskop (TEM), dem Rasterelektronenmikroskop (SEM), der Röntgendiffraktometrie (XRD) und der Photoelektronenspektroskopie (XPS) auf Gestalt und chemische Komposition untersucht. Die Bestrahlung findet am Ionenbeschleuniger der Abteilung Festkörperphysik statt. Die magnetischen Eigenschaften werden mittels SQUID-Magnetometrie und dem Röntgenzirkulardichroismus (XMCD) am Synchrotron BESSY II in Berlin vermessen.
 

Mizellare FePt Nanoteilchen auf Si nach dem Ätzprozess im Sauerstoffplasma.

Mobile Ätzkammer zur Herstellung von Nanoteilchen mit Schleuse, Verdampfereinheit
und XPS Analysekammer.