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Vortragsreihe Amnesty International Ulm

Die Vortragsreihe des Amnesty International Hochschulgruppe beginnt am Mittwoch dem 13. Januar, 19.30 Uhr, H 7 mit dem Vortrag "Verratener Eid - Ärzte und Psychologen als Komplizen der Folter"

Vorträge:

  • Mi., 13.1.2010, 19.30 Uhr, H 7 "Verratener Eid - Ärzte und Psychologen als
    Komplizen der Folter"
  • Di., 26.1.2010, 19.30 Uhr, H 7 "Entkommen aus der Endlosschleife - Überwindung aus dem Foltertraumata"

 

Waterboarding, Elektroschocks, Vergewaltigung und Infektion mit HI-Viren – Verhörmethoden, die in Guantánamo zur Anwendung kamen. In seinem Bericht „über die Behandlung 14 hochkarätiger Gefangener in CIA-Gewahrsam“, der dieses Jahr veröffentlicht wurde, berichtet das Internationale Rote Kreuz über diese Verhörmethoden – und darüber, wie Mediziner bei dieser Art der Vernehmung mitgewirkt haben. Ein Häftling sagt aus, ein Arzt habe, während er dem Waterboarding unterzogen wurde, seinen Puls und Sauerstoffgehalt des Blutes gemessen. Lediglich bei akuter Gefahr für Gesundheit und Leben sei dieser eingeschritten. In einem anderen Fall wurde ein beinamputierter Häftling mit über dem Kopf zusammengebundenen Händen dazu gezwungen, tagelang auf dem verbliebenen Bein zu stehen. Gelegentlich habe ein Arzt die Schwellung des Beines untersucht und eine Unterbrechung der Folter angeordnet. “Ich schaue nur nach ihrem Körper, weil wir ihre Informationen benötigen“, wird ein Arzt im Bericht des Internationalen Roten Kreuzes zitiert.
Diese Intention ist Ausdruck dessen, dass wissenschaftliche Erkenntnisse auch bei der Begehung von Menschenrechtsverletzung Anwendung finden können. Dabei ist Guantánamo nur ein Beispiel dafür, dass Menschenrechte und moderne Wissenschaft nicht zu trennen sind. Moderne Wissenschaft kann aber nicht nur, wie in Guantánamo, an der Begehung schwerster Verletzungen der Menschenrechte beteiligt sein, sondern auch an der Aufklärung solcher. So können mit Hilfe moderner Analyseverfahren Verwandschaftsverhältnisse von gewaltsam auseinandergerissenen Familien aufgeklärt werden oder Leichen in Massengräbern identifiziert werden.

In einer von der Hochschulgruppe „Amnesty International“ organisierten Vortragsreihe werden diese Themen aufgegriffen. Die Vortragsreihe beginnt im Januar und soll zunächst vier Vorträge von Referenten unterschiedlicher Fachgebiete enthalten.
Die Hochschulgruppe „Amnesty International“ möchte mit dieser Vortragsreihe an einer stark naturwissenschaftlich geprägten Hochschule mit Schwerpunkt Medizin für die Relevanz von Menschenrechten auch im naturwissenschaftlichen Bereich sensibilisieren. Daher werden sich die Vorträge auch um Themen wie Folter und die Rolle der Medizin bei der Aufklärung von Menschenrechtsverbrechen drehen – in der Hoffnung, bei euch auf ein reges Interesse zu stoßen!

10.01.2010 14:50 Alter: 2 Jahre