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Prof. Jürgen Mlynek Ehrendoktor der Universität Ulm
Bei Wahl seiner Forschungsgebiete enorme Weitsicht bewiesen
Die Fakultät für Naturwissenschaften der Universität Ulm hat am Freitag Professor Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft und damit der größten Forschungsorganisation Deutschlands, die Ehrendoktorwürde verliehen. „Die Auszeichnung erfolgt in Anerkennung seiner wegweisenden Beiträge zur Quantenoptik, insbesondere der ersten Realisierung eines Atominterferometers und des Heisenberg-Mikroskops, der Messung der Wignerfunktion von Materie und Licht und der Mikroskopie einzelner Moleküle“, erklärte Dekan Professor Axel Groß, Laudator Professor Wolfgang Schleich würdigte unter anderem die enorme Weitsicht des Geehrten bei der Wahl seiner Forschungsgebiete.
Wegweisende Pionierforschung
Professor Mlynek sei während seiner gesamten Karriere nie in den eingefahrenen Gleisen geblieben, sondern habe ständig neue Forschungsgebiete aufgegriffen, stellte Schleich fest. „So wechselte er nach einer sehr aktiven und fruchtbaren Periode in der optischen Bistablität über Pionierarbeiten zum Lichtdruck auf Atome zum neu aufstrebenden Bereich der Atomoptik“, sagte der Direktor des Instituts für Quantenphysik der Universität Ulm und verwies in diesem Zusammenhang auf das von Mlynek in Konstanz geschaffene erste Atominterferometer sowie verschiedene „herausragende Experimente zu fundamentalen Fragen der Quantenmechanik“.
Darüber hinaus habe sich der mit zahlreichen hochkarätigen Ehrungen und Preisen ausgezeichnete Wissenschaftler schon sehr früh im Bereich der Quantenmetrologie engagiert, mit Arbeiten zum gequetschten Licht etwa und Präzisionsmessungen. „Auch eine Zusammenarbeit über die traditionellen Grenzen der Quantenoptik hinweg hat er angeregt.“
Ulmer Physik mit geprägt
Mit Forschungen an der Schnittstelle von Quantenoptik und Festkörperphysik zum Beispiel. Nicht zuletzt habe Professor Mlynek „bei der Wahl seiner Forschungsgebiete in Konstanz enorme Weitsicht bewiesen“. Viele davon seien heute, also fast 20 Jahre später, „in voller Blüte“ und auch die Ausrichtung des Fachbereichs Physik an der Uni Ulm sei durch die von ihm initiierten Themen geprägt: Die Atomoptik vertreten durch die neuesten Entwicklungen mit kalten Atomen, die Nahfeldoptik und Verbindung zur Polymerphysik, die Einzelmolekül-Spektroskopie und die Quantenoptik in Festkörpern. Professor Schleich zufolge teilweise auch dadurch erklärbar, dass ehemalige Mitarbeiter Mlyneks diese Forschungsrichtungen jetzt in Ulm vertreten wie die Professoren Othmar Marti und Jens Michaelis.
Wie überhaupt es ihn nicht überrasche, dass mehr als 20 früherer Studenten und Mitarbeiter Professor Mlyneks inzwischen hoch angesehene Lehrstuhlinhaber seien, Universitätspräsident oder Direktoren bei der Max-Planck-Gesellschaft. Unter den Lehrstuhlinhabern übrigens auch Professor Tilman Pfau, Leiter des 5. Physikalischen Instituts der Universität Stuttgart, der bei der Feier den Festvortrag („Fernbeziehungen zwischen Atomen“) übernommen hat.
Jedenfalls habe es der Geehrte stets in hervorragender Weise verstanden, Nachwuchswissenschaftler um sich zu scharen, sie zu begeistern und ihnen einen großen Freiraum zu geben, erklärte Wolfgang Schleich und erinnerte schließlich an eine weitere Verbindung des Ehrendoktors zur Uni Ulm: „Mein erster Ruf in Deutschland war auf eine C3-Professur am Lehrstuhl von Professor Mlynek in Konstanz, den ich aber zugunsten von Ulm abgelehnt habe.“ Kein Hindernis freilich für eine weitere erfolgreiche Zusammenarbeit, hier in der ersten DFG-Transregio-Forschungsgruppe in Deutschland, später Basis für den Transregio-Sonderforschungsbereich 21.
Ehrenpromotion zum Dr. rer. nat. h.c. de Luxe
„Eigentlich stehe ich solchen Ehrungen skeptisch gegenüber“, betonte Jürgen Mlynek. „Aufgrund meiner langjährigen Verbundenheit mit der Universität Ulm, die stets durch gegenseitige Wertschätzung geprägt war, nehme ich diese Auszeichnung aber mit Freude entgegen.“ In seiner Ansprache „Variationen zur Doktorarbeit“ schlug der frische Dr. h.c. einen Bogen vom genialen Promovenden Albert Einstein zur aktuellen Debatte um wissenschaftliches Fehlverhalten. Er halte nichts von zusätzlichen regulatorischen Maßnahmen außerhalb der Universität. Vielmehr hätten Universitäten die Pflicht, klare Qualitätsstandards zu setzen und Verstöße zu sanktionieren.
Universitätspräsident Professor Karl Joachim Ebeling hatte zu Beginn der Feier in Anwesenheit zahlreicher hochrangiger Gäste vor allem aus Wissenschaft und Wirtschaft von einer „außergewöhnlichen Ehrenpromotion“ gesprochen, eigentlich einer Ehrenpromotion zum Dr. rer. nat. h.c. de Luxe, um mit diesem inoffiziellen Titel in aller Kürze die größtmögliche Würdigung der wissenschaftlichen Leistungen des zu Ehrenden zum Ausdruck zu bringen“. Einer Ehrendoktorwürde zudem „vergeben von einer Universität und einer Fakultät, die beide jung und höchst dynamisch sind“, dokumentiert nicht zuletzt durch Platz 22 beim kürzlich veröffentlichten Times Higher Education Ranking der weltweit besten Universitäten, die jünger als 50 Jahre sind, als zweitbeste deutsche Uni hinter Konstanz auf Platz 11.
Von Willi Baur/Annika Bingmann


