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Neue Online-Plattform des Universitätsklinikums
unterstützt Pädagogen, Psychologen und Ärzte

- Professor Jörg Fegert
Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen. Diese verhängnisvolle Kombination führt dazu, dass sexueller Kindesmissbrauch oft unentdeckt bleibt. An der Ulmer Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie haben Wissenschaftler um den Ärztlichen Direktor Professor Jörg Fegert sowie den Projektkoordinator Dr. Hubert Liebhardt ein webbasiertes E-Learning-Curriculum entwickelt, das die Prävention und Früherkennung erleichtern soll.
Zielgruppe sind Pädagogen sowie Fachkräfte aus dem medizinisch-therapeutischen Bereich. „Mit unserer Online-Plattform wollen wir möglichst vielen Kontaktpersonen von Kindern helfen, auf sexuellen Missbrauch angemessen zu reagieren“, sagt Professor Fegert. Die Plattform ist jetzt bei dem Symposium „Sexuellem Kindesmissbrauch aktiv begegnen“ in Berlin vorgestellt worden. Professorin Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, hat das Angebot freigeschaltet.
Die Universitätsklinik Ulm ist aufgrund ihres Forschungsschwerpunkts „Missbrauchsprävention“ und ihres reichen Erfahrungsschatzes im E-Learning für die Entwicklung der Plattform ausgewählt worden.
Das Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für drei Jahre mit insgesamt 1,5 Millionen Euro finanziert.
Riesiges Interesse am Testlauf
In 30 Stunden soll das wissenschaftlich fundierte E-Learning-Angebot Nutzer für Anzeichen von sexuellem Missbrauch sensibilisieren. „Wie reagiere ich bei einem konkreten Verdacht? Was muss ich bei der Gesprächsführung mit Betroffenen beachten? Und welche Rechte haben die Opfer?“ Diese und viele weitere Fragen werden mithilfe von Texten, interaktiven Fallbeispielen sowie Filmsequenzen beantwortet. Ergänzende Angebote für pädagogische Berufe behandeln etwa Gefahren sexueller Übergriffe an Schulen und sollen „Fertigkeiten zur Entwicklung einer Kultur des Hinsehens und Hinhörens“ vermitteln. Ärztliches Personal sowie Psychologinnen und Psychologen erhalten Hinweise zur Diagnostik und Therapie physischer, aber auch psychischer Folgen von Missbrauch.
Bevor sie den Online-Kurs belegen können, müssen sich alle Teilnehmer mit einem Praxisstempel oder einer Bescheinigung ihres Arbeitgebers legitimieren. Das Interesse ist offenbar riesig: Für einen ersten Testlauf, der Mitte Juli für die Dauer von vierzehn Monaten gestartet ist, haben sich über 1200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet. Ein weiterer kostenloser Testlauf beginnt im Dezember, eine Registrierung ist ab sofort möglich.
Begleitende Studie und ständige Evaluation der Kursmaterialien
Ein Vorteil der Plattform ist sicherlich die Tatsache, dass die fünf Module samt Lernkontrollen zeitlich und räumlich unabhängig, also zum Beispiel auf dem heimischen Sofa, erarbeitet werden können. Aber sollte man Teilnehmer mit einem schwierigen Thema wie dem sexuellen Kindesmissbrauch alleine lassen? Dieser Frage gehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in einer begleitenden Studie nach. Im Losverfahren haben sie Teilnehmer des ersten Testlaufs in Gruppen eingeteilt, die sich teilweise nur dem Online-Selbststudium widmen oder zusätzlich an Präsenzterminen in Ulm oder in Berlin, Köln und Münster teilnehmen.
Nach Abschluss des Online-Kurses erhalten erfolgreiche Absolventen ein Zertifikat des Universitätsklinikums Ulm. In Zukunft soll die Teilnahme von Ärztinnen und Ärzten sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten mit Fortbildungspunkten belohnt werden. „Jetzt, nach Abschluss des ersten Jahres, werden die Testangebote kontinuierlich evaluiert und weiterentwickelt. Ab 2014 wird der Kurs dann mit allen Lerninhalten zur Verfügung stehen“, sagt Jörg Fegert.
Von Annika Bingmann
