Bundesverdienstkreuz für Professor Alexei Khokhlov
Führender Polymerforscher und Schlüsselperson des deutsch-russischen Austauschs

Prof. Alexei Khokhlov (rechts) erhält das Bundesverdienstkreuz vom Universitätspräsidenten Prof. Karl Joachim Ebeling

Professor Alexei Khokhlov, Leiter des Ulmer „Institute of Advanced Energy Related Nanomaterials“, ist vom Bundespräsidenten Joachim Gauck mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Die Verleihung erfolgte am Freitag durch den Ulmer Universitätspräsidenten Professor Karl Joachim Ebeling. "Ihre außergewöhnlichen Verdienste zu würdigen ist einfach. Es sind aber so viele, dass es schwer fällt, Prioritäten zu setzen", sagte Ebeling. Der Bundespräsident habe in jedem Fall eine gute Entscheidung getroffen und er fühle sich geehrt, Alexei Khokhlov an der Uni Ulm zu begrüßen. Neben dem russischen Generalkonsul Ruslan Karsanov  und weiteren Landsleuten Khokhlovs nahmen Oberbürgermeister Ivo Gönner sowie unter anderem Ulmer Weggefährten des Wissenschaftlers an der Zeremonie teil. Gönner nutzte die Gelegenheit, um Khokhlov mit der Einstein-Medaille auszuzeichnen.

Alexei Khokhlov ist Vizerektor der renommierten Moscow State University (Lomonossov-Universität) und hat an seiner Heimatuniversität den Lehrstuhl für Polymer- und Kristallphysik inne. Er ist zudem Russischer Staatspreisträger, gewähltes Vollmitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften sowie seit einigen Tagen Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats des Russischen Ministeriums für Bildung und Forschung.

Der Uni Ulm seit mehr als 20 Jahren verbunden
Seit mehr als 20 Jahren ist der international geschätzte Wissenschaftler der Universität Ulm eng verbunden - inzwischen als Honorarprofessor. Seine  Forschungsschwerpunkte in Deutschland umfassen die Wechselwirkung zusammengesetzter Polymere mit Oberflächen, die über spezielle Nanostrukturen verfügen. Dank Alexei Khokhlovs Expertise in der Nano- und Polymerforschung hat sich die Universität Ulm zu einem wichtigen Anlaufpunkt für russische Chemiker und Physiker entwickelt – vom Nachwuchswissenschaftler bis zum erfahrenen Forscher. In Ulm sind so bereits elf von Khokhlov betreute Doktorarbeiten erfolgreich abgeschlossen worden. Der Polymerphysiker gilt als Schlüsselperson des deutsch-russischen Austauschs.

Im Jahr 2001 wurde der damalige ständige Gastprofessor und Teilprojektleiter des Sonderforschungsbereichs 569 („Hierarchische Strukturbildung und Funktion Organisch-Anorganischer Nanosysteme") Alexei Khokhlov auf Vorschlag der Uni Ulm mit dem renommierten Wolfgang-Paul-Preis der Alexander von Humboldt-Stiftung ausgezeichnet. Das Preisgeld von 3,4 Millionen Mark ist unter anderem für den Aufbau des „Institute of Polymer Science“ (Leiter: Alexei Khokhlov) in  Ulm eingesetzt worden.

Inzwischen ist aus dieser Einrichtung mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) sowie der hiesigen Universität das „Institute of Advanced Energy Related Nanomaterials“ hervorgegangen. Unter der Leitung  des 59-Jährigen werden hier Nanomaterialien für Energieanwendungen, also Brennstoffzellen, Solarzellen oder etwa Lithium-Ionen-Batterien erforscht. Und zwar in Theorie, Experiment und Computersimulationen.

Feierliche Verleihung am Freitag
Bei der Zeremonie am Freitag ließ Alexei Khokhlov wissenschaftliche Gemeinschaftsprojekte  an der Universität Ulm in seinem Vortrag  „From Polymers to Energy-related materials“ Revue passieren. Er freute sich, viele seiner wichtigen Kooperationspartener, darunter die Professoren Wolfgang Witschel, Hanns-Georg Kilian, Peter Reineker, Martin Möller, Peter Bäuerle, Axel Groß und Paul Ziemann, im Saal zu entdecken.

Während Professor Martin Möller (jetzt RWTH Aachen) in seiner Ansprache  auf die Anfänge der Kooperation mit Khokhlov zurückblickte, schaute der Geehrte selbst in die Zukunft: "Ich freue mich über die Auszeichnung , habe diesen Erfolg aber auch Ihnen allen in Ulm zu verdanken“, sagte Khokhlov. Er komme immer gerne an die Universität und in die Stadt, denke sogar über viele weitere Kooperationsmöglichkeiten nach.

Für einen angemessenen musikalischen Rahmen sorgte übrigens ein Ensemble des Universitätsorchesters. Auf dem Programm standen natürlich Werke russischer Komponisten.

Verantwortlich: Annika Bingmann

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