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Trauer um Prof. Dieter Kolb

Die Universität Ulm trauert um Professor Dieter Kolb. Der auch international überaus geschätzte Wissenschaftler, bis September 2010 Direktor des Instituts für Elektrochemie der Universität Ulm, ist am Dienstag nach schwerer Krankheit verstorben, eine Woche vor seinem 69. Geburtstag.
Der promovierte Physiker, der sich schon früh der Physikalischen Chemie verschrieben und sich für dieses Fachgebiet auch an der Freien Universität Berlin habilitiert hat, war 1990 auf den Ulmer Lehrstuhl berufen worden. Dass die Universität Ulm in den folgenden zwei Jahrzehnten als eine von wenigen deutschen Hochschulen an der Elektrochemie festgehalten und auch dieser Weitsicht wegen der Standort Ulm mit dem Zuschlag für das Helmholtz-Institut für elektrochemische Energiespeicherung belohnt worden ist, darf auch dem Verstorbenen als Verdienst zugeschrieben werden. Aus gutem Grund hatte Universitätspräsident Professor Karl Joachim Ebeling kürzlich Kolb als "Nestor der deutschen Elektrochemie" gewürdigt.
Zahlreiche Auszeichnungen
Die weltweite Wertschätzung Professor Kolbs dokumentieren zahlreiche hochkarätige Auszeichnungen unterschiedlichster Art, ausgesprochen in den USA vor allem, in Kanada, Argentinien, Großbritannien und Italien, nicht zuletzt aber hierzulande durch die traditionsreiche Deutsche Bunsen-Gesellschaft für Physikalische Chemie, bekanntlich die Heimat der Elektrochemie.
Erst kürzlich war ihm für sein Lebenswerk die Frumkin-Medaille verliehen worden, die höchste Auszeichnung der Internationalen Gesellschaft für Elektrochemie (ISE), deren Präsident Kolb von 2003 bis 2004 war. "Die für mich wertvollste Anerkennung auf internationaler Ebene" (Kolb) sollte ihm im Frühjahr in Prag überreicht werden. An der Universität Ulm wird der Verstorbene nicht nur als Wissenschaftler unvergessen bleiben. In Erinnerung an seine 1992 an Blutkrebs verstorbene Frau hatte er 1994 die Franziska Kolb-Stiftung zur Förderung der Leukämieforschung eingerichtet.
Von Willi Baur
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