Master of Science in Psychologie

Zentrales Merkmal des Ulmer Psychologiestudiengangs (Bachelor und Master) ist seine starke Forschungsorientierung in allen Phasen des Studiums.

Für den Masterstudiengang sind (wie im Bachelorstudiengang) die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Psychologie berücksichtig worden.

Dabei erwerben Studierende vertiefte Kenntnisse in folgenden Bereichen:

  • Forschungsmethoden und wissenschaftliches Arbeiten
  • grundlagenorientierte Perspektiven psychologischer Forschung
  • wissenschaftliche und berufsqualifizierende Kompetenzen in den Anwendungsfeldern der Psychologie

Ziele des Masterstudiengangs

Die Studierenden sind nach Abschluss ihres Studiums theoretisch und praktisch in der Lage die Ursachen und Konsequenzen des Verhaltens, Erlebens und Bewusstseins des Menschen zu verstehen und relevante Erklärungsmodelle zu entwickeln bzw. anzuwenden. Sie kennen grundlegende sowie fortgeschrittene methodische Vorgehensweisen und ihre jeweiligen Vor- und Nachteile – insbesondere aus eigener Erfahrung im Rahmen empirischer Projektseminare.

Absolventen sollen in die Lage versetzt werden, auf Basis ihrer methodischen Kenntnisse verbunden mit dem Einblick über alle psychologischen Teilfächer hinweg in der psychologischen Berufs- und Forschungspraxis nach wissenschaftlich begründeten Grundsätzen selbständig zu arbeiten.

Sie besitzen vertiefte Kenntnisse der wesentlichen theoretischen Ansätze in den Grundlagenfächern (Biopsychologische Psychologie und Neuropsychologie; Messen, Testen und Bewerten; Kognition und Selbstregulation) sowie speziell in den zur Vertiefung gewählten Anwendungsfächern (Klinische Psychologie, Gesundheitspsychologie, Instructional Design and Technology, Personal- und Organisationspsychologie, Mensch-Technik-Interaktion).

Schwerpunkte im Masterstudium

Schwerpunkte im Masterprogramm sind folgende fünf Anwendungsfächer:

  • Klinische Psychologie
  • Gesundheitspsychologie
  • Instructional Design and Technology
  • Personal- und Organisationspsychologie
  • Mensch-Technik-Interaktion

Für alle Anwendungsfächer liegen am Institut, in der Fakultät und in der Universität beste Anknüpfungspunkte vor.

Die Zusammenarbeit mit der Medizinischen Fakultät mit ihren Psychiatrischen Kliniken, der Neurologie, Epidemiologie und Psychosomatik stellt eine Bereicherung des Studienangebots dar, insbesondere für die Anwendungsfächer ‚Klinische Psychologie‘ sowie ‚Gesundheitspsychologie‘.

Die Anwendungsfächer ‚Mensch-Technik-Interaktion‘ sowie ‚Personal- und Organisationspsychologie‘ sind mit ihren Schnittpunkten zu den Fächern der Fakultät, der Informatik und den Ingenieurwissenschaften wie auch zu den Wirtschaftswissenschaften (z.B. Gesundheitsökonomie) ein naheliegendes Anwendungsfeld. Mit der Eingliederung des Fachs Psychologie in die Fakultät für Informatik und Ingenieurwissenschaften besteht an der Universität Ulm eine große Nähe zu technischen Fächern.

Die nutzerzentrierte Entwicklung und die Bewertung von neuen Technologien stellen wesentliche Schwerpunkte der ‚Mensch-Technik-Interaktion‘ sowie des Anwendungsfachs ‚Instructional Design and Technology’ dar. ‚Instructional Design and Technology’ legt seinen Fokus u.a. auf den Bereich des medienbasierten Lernens. Mit der ebenfalls angegliederten Lehrerausbildung besteht hier ein inhaltlich und personell etablierter Schwerpunkt in Forschung und Lehre.

Aufbau des Studiums

Das Studium umfasst in der Regel 4 Semester, in denen die Studierenden insgesamt 120 Leistungspunkte (LP oder ETCS) erarbeiten müssen. Die Studienmodule sind den folgenden vier Studienbereichen zugeordnet:

1. Grundlagenmodule (8 LP)

In den Lehrveranstaltungen des Moduls Grundlagenvertiefung wird die Kenntnis der Studierenden in den Grundlagenfächern mittels Vorlesungen vertieft. Hinzu kommen Seminare oder Forschungsorientierte Vertiefungen, die eine forschungsorientierte Beschäftigung mit aktuellen Fragestellungen ermöglichen.

Folgende drei Grundlagenfächer werden angeboten:

  • Biologische Psychologie und Neuropsychologie
    Vertiefung von bio- und neuropsychologischen Grundlagen von psychischen Störungen und generellem Erleben und Verhalten
  • Messen, Testen und Bewerten
    Vertiefung von methodischen und diagnostischen Themen über Forschungsmethoden und Diagnostik hinaus
  • Kognition und Selbstregulation
    Vertiefung von kognitiven und motivationalen Grundlagen in unterschiedlichen Bereichen (Gesundheit, Mensch-Technik, Lernen,…)

Die Wahl der beiden Veranstaltungen für das Modul ‚Grundlagenfächer‘ kann wahlweise aus dem gleichen Fach oder aus unterschiedlichen Fächern getroffen werden.

2. Forschungsmethoden und Diagnostik (12+8 LP)

In den Grundlagenmodulen Forschungsmethoden und Diagnostik sollen praxisbezogene Kenntnisse über Methoden empirischer Forschung sowie diagnostische Verfahren erworben werden. Hierbei stehen vor allem fortgeschrittene Methoden (z.B. multivariate Verfahren) im Vordergrund.

3. Anwendungsmodule (12+12 LP)

In den Anwendungsmodulen werden aufbauend auf den Grundkenntnissen aus dem Bachelorstudiengang Theorien und Verfahren der jeweiligen Anwendungsfächer behandelt. Die Verfahren werden im Seminar angewendet und kooperativ mit Veranstaltungen im Modul Forschungsmethoden analysiert. Zudem werden anhand von Fallbeispielen eigene Lösungsmöglichkeiten für Problemstellungen erarbeitet und mit etablierten Lösungsansätzen verglichen.

Zwei Module nach Wahl (je 12 LP)

  • Klinische Psychologie
    Vertiefung von störungsspezifischem Wissen und grundlegenden psychotherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten

  • Gesundheitspsychologie
    Vertiefung von Methoden und Anwendungsfeldern der Gesundheitspsychologie mit speziellem Fokus auf die Thematik ‚Prävention‘


  • Instructional Design and Technology
    Vertiefung in den Bereichen Lehr-Lernforschung, Medienpsychologie und Medienpädagogik; Gestaltung medialer Lernangebote für Aus- und Weiterbildung, Personalentwicklung sowie für Psychoedukation


  • Personal- und Organisationspsychologie
    Vertiefung in den Bereichen der Personal- und Organisationspsychologie zur Vorbereitung auf Tätigkeiten in der Personalauswahl sowie der Personal- und Organisationsentwicklung
  • Mensch-Technik-Interaktion
    Vertiefung allgemeiner Themen und Methoden der Mensch-Technik-Interaktion; spezielle Schwerpunkte auf Fahrer-Fahrzeug-Interaktion sowie Mediendesign

4. Berufspraktikum und Projektseminare (16 + 10 LP)

Das Berufspraktikum umfasst ein Praktikum im Umfang von 12 Wochen. Projektseminare können forschungs- oder anwendungsorientiert sein. In forschungsorientierten Projektseminaren wird eine eigenständige Beschäftigung mit einer forschungsrelevanten Fragestellung durch Umsetzung in eine empirische Untersuchung verlangt. Dazu wird nach einer seminarähnlichen theoretischen Einarbeitung die Operationalisierung, Versuchsplanung, Datengewinnung und Datenreduktion und -analyse unter Anleitung in Kleingruppen erfolgen. Beispiele für anwendungsorientierte Projektseminare wären Fallseminare im klinischen Bereich oder die Durchführung von Assessment-Centern im Bereich Personal- und Organisationspsychologie.

5. Kommunikation wissenschaftlicher Ergebnisse (10 LP)

Im Modul Kommunikation wissenschaftlicher Ergebnisse werden Techniken wissenschaftlichen Arbeitens vertieft und geübt. Hierzu zählen mündliche Präsentationen von Forschungsergebnissen sowie die Manuskripterstellung.

4. Masterarbeit (32 LP)

Seit dem Wintersemester 2011/12 bietet die Universität Ulm mit dem Master Psychologie (Master of Science - M. Sc.) einen Studiengang an, der den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Psychologie entspricht und einen starken Forschungsbezug inne hat.

Zulassung

 Informationen zur Zulassung finden Sie auf den Seiten des Dezernat II-1 Zulassung. Fragen zu Zulassung beantworten die jeweiligen Ansprechpartner der Zulassungsstelle. Außerdem haben wir die Informationen zum Masterzulassungstest kurz zusammengefasst.

Dokumente und Links

Allgemeine Informationen:

 Präsentation zur neuen Fächerstruktur im Masterstudiengang 

Empfohlener Studienverlaufsplan:

Prüfungsordnungen:

Vorlesungen und Module

Ausbildung zum psychologischen Psychotherapeuten

Der Masterstudiengang soll es den Studierenden ermöglichen, die Zugangsvoraussetzungen zur Ausbildung des Psychologischen Psychotherapeuten mit zu erwerben. Seit dem Psychotherapeutengesetz ist die Ausbildung in Psychotherapie gesetzlich geregelt. Demnach ist zur Zulassung für die Ausbildung der Abschluss eines Diploms in Psychologie mit einer Vertiefung in Klinischer Psychologie erforderlich. Da es noch keine verbindlichen Kriterien für die Aufnahme der Ausbildung mit einem Bachelor- oder Masterabschluss gibt, hat die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs) gemeinsam mit der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) (im März 2011 nicht verbindliche) Mindestanforderungen („Konsenskriterien“) an qualifizierende Studiengänge gestellt, die voraussichtlich bei der Bewertung von Abschlüssen berücksichtigt werden. Diese sind beim Aufbau des Studiengangs berücksichtigt.