Regelbasierte und Constraint-Programmierung

Das Seminar bietet eine Plattform, um neuere Forschungsansätze kennenlernen, analysieren und bewerten zu können. Es dient zudem der Vertiefung der Fähigkeiten im Aufbereiten und Präsentieren von fachwissenschaftlichen Inhalten. Dies geschieht durch Erarbeitung, Ausarbeitung, Vortrag und Diskussion ausgewählter Texte: Die Studierenden arbeiten sich in ihr jeweiliges Thema ein, erstellen eine schriftliche Ausarbeitung zu ihrem Thema, halten dazu einen wissenschaftlichen Vortrag und beteiligen sich an der Diskussion zu den anderen Vorträgen.

Thema: „Computational Psychology“

Computational Psychology bezeichnet ein neueres Forschungsfeld zwischen Psychologie und Informatik, in dem psychologische Modelle von kognitiven Vorgängen wie Erinnern, Sehen, Schließen, mit Computerhilfe implementiert, analysiert und simuliert werden, und die Ergebnisse dieser Simulationen mit den Ergebnissen aus der experimentellen Psychologie verglichen werden, um so neue Erkenntnisse zu gewinnen über die zugrunde liegenden kognitiven Vorgänge und ihre Modelle.

Im Seminar werden einige tiefergehende Konzepte und Methoden im Bereich der Kognitionswissenschaften betrachtet. Dazu wird die in den Kognitionswissenschaften populäre Theorie ACT-R herangezogen. Dabei handelt es sich um eine Computerumsetzung einer regel-basierten Theorie der menschlichen Kognition. Für ACT-R existieren zahlreiche Implementierungen und Modelle, die in wissenschaftlichen Publikationen und oft online dokumentiert und aufgearbeitet sind. Am Institut wurde eine CHR-Implementierung der grundlegenden Konzepte von ACT-R entwickelt, die einen Compiler von ACT-R-Modellen zu CHR-Regeln enthält. Im Seminar sollen insbesondere einige Erweiterungen der klassischen ACT-R-Theorie beleuchtet und erarbeitet werden, die in der bisherigen CHR-Implementierung noch nicht berücksichtigt wurden. Dabei geht es z.B. um Lernmechanismen, Multitasking und Zeitwahrnehmung.