MEINE KINDHEIT - DEINE KINDHEIT

Eine Untersuchung zur Weitergabe von Beziehungserfahrungen

  • Wie wirken sich positive und negative Kindheitserfahrungen von Müttern auf die Beziehung zum eigenen Kind aus?
  • Beeinflussen die Kindheitserfahrungen der Mütter die Entwicklung des Kindes im ersten Lebensjahr?
  • Welche Rolle spielen biologische Mechanismen bei der Weitergabe von Beziehungserfahrungen?

In der vom BMBF geförderten Studie „Meine Kindheit - Deine Kindheit“ wird untersucht, wie sich positive und negative Kindheitserfahrungen von Müttern auf die Beziehung zum eigenen Kind auswirken. Im Fokus stehen die eigene Lebensgeschichte der Mutter, die Beziehung zwischen Mutter und Kind im ersten Lebensjahr sowie die Entwicklung des Kindes.

Die Studie zum Einfluss von Kindheitserfahrungen auf Mütter und deren neugeborene Kinder ist ein Kooperationsprojekt folgender Institutionen:

  • Universität Ulm, Institut für Psychologie und Pädagogik, Abteilung Klinische und Biologische Psychologie (Leitung: Prof. Dr. Iris-Tatjana Kolassa)
  • Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Ulm (Leitung: Prof. Dr. Harald Gündel)
  • Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie Ulm (Leitung: Prof. Dr. Jörg Fegert, Prof. Dr. Ute Ziegenhain)
  • Otto-von-Guericke Universität Magdeburg, Abteilung Zoologie und Entwicklungsneurobiologie (Leitung: Prof. Dr. Anna Katharina Braun)
  • Deutsches Jugendinstitut München (Leitung: Dr. Kindler)
  • Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Ulm (Leitung: PD Dr. Frank Reister)

Die Abteilung für Klinische & Biologische Psychologie unter der Leitung von Frau Prof. Iris-Tatjana Kolassa forscht dabei besonders zu den zugrundeliegenden biologischen Mechanismen. Bislang ist wenig bekannt, welche biologischen Mechanismen an der transgenerationalen Weitergabe von Beziehungserfahrungen beteiligt sind und inwiefern diese wirken. Mögliche biologische Korrelate könnten sich im physiologischen Stress-System, Immun-System, Bindungs-System, der Zellalterung sowie der Epigenetik finden.

Ziele des Projekts

  • Aufzeigen des Einflusses der biographischen und biologischen Faktoren der Eltern auf die Entwicklung ihrer Kinder im ersten Lebensjahr
  • langfristig: Entwicklung und Optimierung von Unterstützungsangeboten für Familien für die ersten Lebensjahre

Studienablauf

Wir begleiten Mütter und deren Kinder, die in der Universitätsklinik Ulm auf die Welt gekommen sind, über das erste Lebensjahr des Kindes:

t0 – 1.bis 3. Tage nach der Geburt des Kindes
In der Frauenklinik Ulm sprechen unsere Mitarbeiterinnen alle Mütter an, die frisch entbunden haben, stellen unsere Studie vor und laden zur Teilnahme ein. Bei Interesse erfolgt eine ausführliche Aufklärung über Freiwilligkeit, Inhalte und Ziele der Studie. Danach wird ein erstes Gespräch über die aktuelle Lebenssituation der Mutter, über die Schwangerschaft und Geburt sowie über Kindheitserfahrungen der Mutter geführt. Zu diesem Zeitpunkt werden Nabelschnurblut des Kindes, Blut der Mutter, Mundschleimhautzellen sowie Haare von Mutter und Kind untersucht.

t1 – 3 Monate nach der Geburt des Kindes
Drei Monate nach der Geburt des Kindes laden wir Mutter und Kind zu uns an die Universität auf dem Oberen Eselsberg ein. In einem mehrstündigen Gespräch unterhalten wir uns ausführlich über die Kindheit der Mutter sowie ihr seelisches Wohlbefinden. Dabei entnehmen wir erneut Mutterblut sowie Mundschleimhautzellen von Mutter und Kind. An einem zweiten Termin kommt es zu einem Hausbesuch, bei welchem eine kurze Videoaufnahme von Mutter und Kind gemacht wird sowie von Mutter und Kind Speichelproben abgenommen werden.

t2 - 12 Monate nach der Geburt des Kindes
Ein Jahr nach der Geburt hat das Kind sicher schon viel gelernt und sich weiterentwickelt. Aus diesem Grund laden wir Mutter und Kind nach 12 Monaten ein letztes Mal zu uns in die Uniklinik Ulm ein. Dort möchten wir erneut eine Videoaufnahme einer Spielsituation machen sowie währenddessen ein EKG bei Mutter und Kind anlegen. Zudem werden nochmals Haar-, Speichelproben sowie Mundschleimhautabstriche von Mutter und Kind gesammelt.

Zum letzten Termin besuchen die Mitarbeiterinnen der Studie die Mütter zuhause, wo sich ihr Kind auskennt und wohl fühlt. Dabei soll besprochen werden, welche Beratungsangebote oder städtische und/oder kirchliche Kurse die Mütter bereits kennen und nutzen. Abschließend wird ein Entwicklungstest mit dem Kind durchgeführt.

Kontakt

Haben wir Ihr Interesse zur Teilnahme geweckt?
Dann melden Sie sich doch unter folgender Emailadresse: meineKindheit.deineKindheit(at)uniklinik-ulm.de

Einen herzlichen Dank an alle Mütter, die bereits mitgemacht haben, sowie an alle Frauen, die mitmachen werden!
Durch Ihre Teilnahme leisten Sie einen wichtigen Forschungsbeitrag!