Forschung

Das Forschungskonzept der Abteilung für Klinische Psychologie und Psychotherapie vertritt einen multimethodalen, interdisziplinären Ansatz zur versorgungsnahen Erforschung insbesondere depressiver Störungen und psychologischer Aspekte körperlicher Erkrankungen. Als Setting ergibt sich durch die Thematik ein Fokus, der von der Prävention über die klinisch-psychologische und psychotherapeutische Behandlung bis hin zur Rehabilitation reicht. Das Forschungskonzept gliedert sich in die Schwerpunkte Depression, Somato-Psychische Komorbidität, E-Mental-Health, Computer-Adaptives Testen und Versorgungsforschung.

Durch die Leitthemen „Mensch-Gesundheit“ und „Mensch-Technik“ des Instituts für Psychologie und Pädagogik, der Verortung der Psychologie in der Fakultät für Ingenieurwissenschaften, Informatik und Psychologie und der psychotherapeutischen Hochschulambulanz bietet sich ideale Rahmenbedingungen zur Untersuchung von Mensch-Gesundheit-Technik zusammenhängen.

Depressionen

Depressive Störungen, gekennzeichnet durch Symptome wie depressive Stimmung, Interessen- und Freudeverlust, verringerter Antrieb und innere Unruhe, geringes Selbstwertgefühl, Suizidgedanken, Beeinträchtigungen von Konzentration, Appetit und Schlafverhalten sowie Grübelneigung und ein Gefühl der inneren Leere, gehören zu den häufigsten psychischen Störungen. Die Abteilung untersucht Fragestellungen zu Subtypen depressiver Störungen, diagnostischen Möglichkeiten zur validen und reliablen Erfassung depressiver Störungen und insbesondere zur Wirksamkeit etablierter und innovativer Behandlungsmöglichkeiten.

Projektübersicht Depressionen

Psychologische Aspekte körperlicher Erkrankungen

Die Abteilung beschäftigt sich mit Fragen zur Epidemiologie, Ätiologie, Diagnostik und Behandlung psychischer Störungen bei Patienten mit körperlichen Erkrankungen. Im Fokus stehen hierbei die Bereiche Psychokardiologie, Psychodiabetologie, Psychoonkologie und psychologische Schmerzforschung.

Projektübersicht Somato-Psychologie

E-Mental-Health / Internet- und mobile basierte Interventionen

Internet- und Mobile-basierte Interventionen (IMIs) können als ort- und zeitunabhängige Angebote dazu beitragen, die psychotherapeutische Versorgung zu verbessern. Die Abteilung untersucht die Wirksamkeit und Kosten-Effektivität, Akzeptanz und Inanspruchnahme sowie zugrundeliegende Wirkfaktoren von E-Mental-Health Interventionen. Im Fokus stehen therapeutisch begleitete und unbegleitete Selbsthilfeinterventionen sowie die Kombination klassischer Psychotherapien mit Online-Angeboten („blended-therapy“).

Projektübersicht E-Mental-Health / Internet- und mobile basierte Interventionen

Computer-Adaptives Testen

Die zuverlässige und valide Erfassung von Indikatoren und Prädiktoren der psychischen Gesundheit ist von zentraler Bedeutung für die Diagnostik, Therapieplanung und Therapieprozessevaluation. Auf Modellen der Item-Response-Theorie basierende Computer-adaptive Testverfahren (CAT) bieten sich als psychometrisch hochwertige und ökonomische Testverfahren an. Aufgrund der Antworten eines Patienten werden bereits während der Testadministration diejenigen Items identifiziert, die bezogen auf den jeweiligen Patienten einen maximalen Informationsgehalt besitzen. Hierdurch kann im Allgemeinen trotz erheblicher Verkürzung der Testdauer eine in allen Bereichen des Merkmalsspektrums definierte Schätzgenauigkeit erreicht werden. Die Abteilung entwickelt, validiert und implementiert CATs u.a. für die Testdimensionen Depression, Angst, Funktionsfähigkeit im Alltag und im Beruf sowie Vermeidend-Selbstunsichere und Zwanghafte Persönlichkeitsstörungen.

Projektübersicht Computer-Adaptives Testen

Versorgungsforschung – Disseminations- & Implementationsforschung

Die Nützlichkeit innovativer und etablierter psychologischer Interventionen ergibt sich aus deren Wirksamkeit und Effektivität im Behandlungsalltag sowie aus der Reichweite der jeweiligen Behandlungen. Die klinische Forschung weist einen expliziten Fokus auf die Wirksamkeits- und Effektivitätsüberprüfung von psychologischen Interventionen auf, während die Dissemination und Implementation von als wirksam erwiesener Therapien zumeist passiv und ungesteuert erfolgt. Für eine bestmögliche Implementierung evidenz-basierter Verfahren in unseren klinischen Alltag bedarf es jedoch Erkenntnisse, wie die jeweilige Zielpopulation zur Inanspruchnahme dieser Verfahren motiviert werden kann und welche Implementierungsprozesse es für eine zielorientierte Umsetzung der Interventionen in den klinischen Alltag zu berücksichtigen gilt. Die Disseminations- & Implementationsforschung der Abteilung zielt entsprechend darauf ab, neben der Effektivität von Interventionen auch deren Reichweite und Implementierung in den Alltag zu optimieren.

Projektübersicht Versorgungsforschung - Disseminations- & Implementationsforschung