Verhalten in sozialen Dilemmas

Soziale Dilemmas sind Situationen, die dadurch gekennzeichnet sind, dass zwischen den beteiligten Personen Interdependenz besteht (die Ergebnisse jedes Akteurs sind abhängig vom Verhalten anderer Akteure) und ein Konflikt besteht zwischen individuellen und gemeinschaftlichen Interessen. Ein aufschlussreiches Beispiel ist die Problematik der Überfischung der Meere. Jeder einzelne Fischer hat einen Anreiz sehr viele Fische zu fangen (d.h., sich egoistisch zu verhalten). Verhalten sich aber viele Fischer auf diese Art kommt es zur Überfischung der Meere, sodass für die Gemeinschaft letztlich weniger Fische verfügbar sind, als es der Fall wäre, wenn jeder einzelne Fischer sich weniger egoistisch verhalten hätte.

Bisherige Forschung hat nun eindrücklich zeigen können, dass die Einführung einer Option zur Sanktionierung (d.h. Bestrafung) von egoistischen Akteuren in sozialen Dilemmas kooperatives Verhalten substantiell fördern kann. In unserer Forschung untersuchen wir nun Einflussfaktoren und (situationale) Voraussetzungen dafür, dass Akteure sich an der kostspieligen Bestrafung unkooperativer (oder auch kooperativer) Akteure beteiligen. In dieser Forschung verfolgen wir einen biopsychosozialen Ansatz, der physiologische (insbesondere endokrinologische) Faktoren im Zusammenspiel mit psychologischen Faktoren (affektiver sowie kognitiver Ausprägung) und Merkmale der sozialen Situation (z.B. subtile Hinweise auf soziale Präsenz) untersucht.

Referenzen

Pfattheicher, S., & Keller, J. (2014). Towards a biopsychological understanding of costly punishment: The role of basal cortisol. PloS one, 9, e85691.

Pfattheicher, S., Landhäußer, A., & Keller, J. (2014). Individual differences in antisocial punishment in public goods situations: The interplay of cortisol with testosterone and dominance. Journal of Behavioral Decision Making,  27, 340-348.

Pfattheicher, S. & Keller, J. (2013). Vigilant self-regulation and costly punishment in public goods situations. European Journal of Personality, 27, 346-354.

Keller, J. & Pfattheicher, S. (2011). Vigilant self-regulation, cues of being watched and cooperativeness. European Journal of Personality, 25, 363-372.

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