Forschungsmethoden

Die Mitglieder der Abteilung Sozialpsychologie der Universität Ulm setzen in ihrer Forschung vielfältige Verfahren ein, um menschliches Denken, Empfinden und Verhalten zu untersuchen.

Im Zentrum steht dabei die experimentelle Analyse von Kausalzusammenhängen, d.h. das zentrale Merkmal unseres methodischen Herangehens besteht in der Durchführung von (Labor- und Feld-)Experimenten.

Dabei verfolgen wir eine biopsychosoziale Perspektive, d.h. neben dem „klassischen“ Fokus der Sozialpsychologie auf kognitive und affektive Mechanismen beziehen wir physiologische Indikatoren in unsere Forschung explizit mit ein. Dazu zählen:

  • die Erfassung der Herzrate (z.B. anhand von Pulsuhren)
  • die Erfassung endokrinologischer Prozesse (z.B. anhand von Speichelproben und der Analyse von Kortisol- und Testosteronwerten)
  • die Erfassung neurologischer Prozesse (anhand von Magnetresonanztomographie, MRT)
  • Erfassung peripherphysiologischer Parameter (z.B. mit Biopac Systems)

Neben experimentellen Ansätzen stützen wir uns in unserer Forschung auch auf Daten, die sich aus Selbstberichten von Personen im Rahmen von Befragungen ergeben. Dabei wenden wir u.a. die innovative Technik der „Day Reconstruction Method“ (DRM) an, um Daten aus dem Alltagsleben der Befragten zu erhalten, die ein umfassendes Abbild der episodischen Erlebnisse der Befragten ergeben. Zudem sind wir an einer repräsentativen Panel-Studie beteiligt, die im Rahmen der „Longitudinal Internet Studies for the Social sciences“ (LISS) an der Universität Tilburg (NL) durchgeführt wird.

Generell vertreten wir die Ansicht, dass die (Sozial-)Psychologie das tatsächliche Verhalten von Personen stärker in das Zentrum des Interesses stellen sollte als dies in den vergangenen Jahrzehnten aufgrund einer Aufmerksamkeitsfokussierung speziell auf kognitive Prozesse der Fall war. Dementsprechend setzen wir Paradigmen ein, die als zentrale abhänge Variable das Verhalten von Probanden erfassen - wie z.B. die Bereitschaft, eigene finanzielle Ressourcen (Geld) einzusetzen. Dabei stützen wir uns u.a. auf die so genannte „Zürich Toolbox for Readymade Economic Experiments“ (z-tree), die von Wirtschaftswissenschaftlern der Universität Zürich entwickelt wurde und insbesondere für die Analyse des Verhaltens von Personen in sozialen Dilemma-Situation eingesetzt werden kann.