Versicherungspflicht

  • In Deutschland besteht für alle grundsätzlich Krankenversicherungspflicht. Das heißt, Sie müssen für die Immatrikulation an einer Hochschule die Versicherungsbescheinigung einer Krankenversicherung (gesetzliche oder private) vorlegen. Ohne diesen Nachweis können Sie nicht anfangen zu studieren! 
  • Studierende können günstig bei einer gesetzlichen Krankenkasse eine studentische Krankenversicherung abschließen. Der monatliche studentische Beitrag setzt sich aus einem einheitlichen Sockelbetrag und Pflegeversicherungsbetrag sowie einem kassenindividuellen Zusatzbeitrag zusammen. Demnach zahlen Studierende jetzt - je nach Zusatzbeitrag ihrer Krankenkasse - einen unterschiedlichen Beitragssatz. Im Durchschnitt liegt der Krankenkassenbeitrag bei ca. 90 €.
  • Ausnahmen:
    • Studierende, die das 30. Lebensjahr vollendet haben
    • Studierende, die bereits ihr 14. Semester abgeschlossen haben
    • Doktoranden*innen
    • Studierende, die nebenbei mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten
    • Studierende, die Anspruch auf eine gesetzliche Familienversicherung haben:
      • bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres kann evtl. ein Versicherungsschutz über die Eltern bestehen
      • bei Verheirateten braucht nur ein Ehepartner zu zahlen, der/die andere hat Anspruch auf Familienversicherung

Studierende ohne Anspruch auf gesetzliche Krankenversicherung müssen sich bei einer privaten Krankenversicherung versichern oder sich bei einer gesetzlichen Krankenkasse "freiwillig" versichern (höhere Beiträge als die studentische Krankenversicherung). Die Tarife der privaten Krankenversicherungen werden individuell berechnet und können stark variieren.

Möchten sich Studierende unter 30 Jahren privat versichern, benötigen sie zur Immatrikulation eine Bescheinigung über die Befreiung von der gesetzlichen Krankenversicherung. Diese Befreiung ist innerhalb eines Studienaufenthalts in Deutschland irreversibel. Das bedeutet, dass man danach nicht mehr in eine gesetzliche Krankenkasse aufgenommen wird.

Studierende aus Ländern mit Sozialabkommen mit Deutschland

Alle Studierenden aus EU-Ländern und aus Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz, Türkei und Tunesien müssen keine Krankenversicherung in Deutschland abschließen, wenn sie eine Krankenversicherung in ihrem Heimatland besitzen. Besorgen Sie sich einen Nachweis über Ihre Krankenversicherung und beantragen Sie die EHIC (European Health Insurance Card) bei Ihrer Versicherung. 

Studierende, die die Versicherung ihres Heimatlandes in Deutschland benutzen möchten

Alle anderen Studierenden mit privater Krankenversicherung in ihrem Heimatland müssen einen Nachweis (in Deutsch oder Englisch) erbringen, dass ihre Krankenkasse alle Kosten in Deutschland übernimmt. Damit können Sie sich in Deutschland bei einer gesetzlichen Krankenkasse von der Krankenversicherungspflicht befreien lassen. Eine Reiseversicherung ist hierfür nicht ausreichend.


Studierende, die sich in einer anderen Sprache ärztlich beraten lassen möchten, können dank der Suchmaschine auf den Seiten der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg und Bayerns (beide Seiten auf Deutsch!) herausfinden, welche fremdsprachige Haus-, Fachärzte und Psychoterapeuten in der Umgebung tätig sind.

Gesetzliche Krankenkassen

Es gibt in Ulm/Neu-Ulm viele gesetzliche Krankenversicherungsgesellschaften. Sie können wählen, bei welcher Krankenkasse Sie sich versichern lassen möchten.

  • Allgemeine Ortskrankenkasse Ulm (AOK)
    Ansprechpartner für die Universität Ulm und Hochschule Ulm:
    Frau Stefanie Rumpus, Schwambergerstraße 14, 89073 Ulm
    Tel. +49 (0)0731 168-162, stefanie.rumpus(at)bw.aok.de, Link

         Ansprechpartner für die Hochschule Neu-Ulm:
         Herr Moritz Ebner, Jahnstraße 6, 89312 Günzburg
         Tel. +49 (0)8221 94-369, moritz.ebner(at)by.aok.de, Link

  • Barmer GEK
    Münchener Straße 17, 89073 Ulm
    Tel. +49 (0)800 333 1010, Link
  • Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK)
    Bahnhofstraße 17, 89073 Ulm
    Tel. +49 (0)731/7157880, Link

Private Krankenversicherungen

Ab dem 30. Lebensjahr bzw. ab dem 15. Fachsemester ist nur noch eine Versicherung bei einer privaten Krankenkasse oder bei einer "freiwilligen" Versicherung in einer gesetzlichen Krankenkasse möglich (höhere Beiträge als die "studentische Versicherung"). Die Tarife der privaten Krankenversicherungen werden individuell berechnet und können stark variieren.

Studierende, die aus den EU/EWR-Staaten und der Schweiz kommen und bei einer privaten Krankenkasse versichert sind, müssen bei der Immatrikulation in Deutschland eine Bestätigung ihrer Krankenkasse vorlegen. Im Krankheitsfall müssen alle ärztlichen Leistungen und Medikamente in Deutschland im Voraus selbst bezahlt und anschließend mit der Krankenkasse im Herkunftsland abgerechnet werden.

Günstige private Krankenversicherungen sind in folgenden Online-Börsen zu finden:
www.testberichte.de
www.test.de (PKV-Massgeschneiderte-Angebote, 2011, kostenpflichtig)

Private Reise- oder Notfallversicherungen werden ebenfalls NICHT als Studentenkrankenversicherung anerkannt. Zwar sind die oft für die Beantragung eines Visums nötig, doch reicht das für die Immatrikulation und die Ausländerbehörde nicht aus.