Internationale Studierende an der Universität Ulm
Internationale Studierende an der Universität Ulm

Einstiege und Übergänge - Integrationsangebote in den neuen Studienstrukturen

aus: Kruse/Battaglia, "Legt Euch in den Kühlschrank, dann wißt ihr, wie das hier ist". Erfahrungen ausländischer Studierender in Thüringen. Eine Fragebogen und Interviewstudie

Die Umstellung der Studiengänge auf das BA / MA System hat auch das Studium der ausländischen Studierenden in Deutschland und die Möglichkeiten und Anforderungen an die Integrationsmaßnahmen verändert. Dies bezieht sich auf studienbezogene und auf solche Maßnahmen, die in Hochschule und Gesellschaft integrieren wollen.
Neben der Tatsache, dass die in den Studierendenprotesten und den (selbst)kritischen Evaluationen der Hochschulen benannten Probleme wie „Überfrachtung“ der Stundenpläne und weniger Freiräume, auch die ausländischen Studierenden betroffen sind, ist die striktere Unterteilung des Studiums in merkbarere Studienphasen (Vorstudienphase, Bachelor, Master, ggf. Promotion, Übergang in den Beruf oder Rückkehr) eine wichtige Veränderung, die bei der Integration ausländischer Studierender eine entscheidende Rolle spielt.
Verbrachten die „grundständigen“ ausländischen Studierenden bisher oft über fünf Jahre an einem (Studien-)Ort, so verkürzt sich die Aufenthaltsdauer nun mitunter merklich, was für die Integration in die Hochschule, Gesellschaft und Arbeitswelt neue Anforderungen mit sich bringt.
Auch bisherige Integrationsmaßnahmen, vor allem im Bereich der Integration ins Studium, setzen an verschiedenen Studienphasen an. Diese sind aufgrund des grundsätzlich anderen Aufbaus der Studiensystems jedoch nicht vergleichbar mit den Anforderungen an die Integrationsmaßnahmen in den BA / MA Studienphasen, da beide Studienphasen völlig anders als die bisherigen Magister-/ Diplomstudiengänge aufgebaut sind. So ist es im neuen Studiensystem beispielsweise viel mehr notwendig aufeinander aufbauende Module zu absolvieren oder einen bestimmten minimalen Workload zu erbringen. Auch sind viele BA, vor allem aber MA Studiengänge stark spezialisiert, was sich beispielsweise auf Tutorienangebote oder Fachsprachenangebote auswirkt.
Übergänge und neue Einstiege werden sich häufen. Studienvorbereitung, Bachelor, Master und Promotion finden unter Umständen an verschiedenen Hochschulorten statt, was für die Integration vor allem in die Hochschule und Gesellschaft vor Ort eine Herausforderung darstellt.
Und es wird nicht selten vorkommen, dass ausländische Studierende sich nur zwei Jahre in Deutschland aufhalten, wenn sie ein Masterstudium absolvieren. Darüber hinaus werden zunehmend englischsprachige Studienprogramme angeboten, so dass Integration während immer kürzerer Studienphasen auch ohne Deutschkenntnisse stattfinden muss.
Ein Anliegen des Projektes ist es Studierenden, die nur eine Studienphase in Deutschland bleiben, von Anfang an angepasste Integrationsangebote zu machen, die sie unter Umständen auch zu einem Verbleiben in Deutschland bewegen und Studierenden die Übergänge zwischen den einzelnen Studienabschnitten (BA/MA/Promotion) im dreistufigen Systems zu erleichtern und erfolgreich zu unterstützen.
Hierzu sollen bisherige Integrationsangebote evaluiert und angepasst und neue Integrationsangebote und Maßnahmen entwickelt werden. Diese sollen speziell auf die Möglichkeiten und Ressourcen kleinerer Universitäten ausgerichtet sein, die zudem oft keine Volluniversitäten mit einem breiten Fächerspektrum und entsprechenden Möglichkeiten sind. Die Kooperation zwischen den Universitäten Konstanz und Ulm ermöglicht vor allem (1) ein breites Fächerspektrum zu evaluieren, um etwaige Unterschiede bei den Integrationsmaßnahmen zu erfassen und um (2) die Modellhaftigkeit für kleinere Universitäten sicherzustellen.

Es sollen auf die neuen Studienstrukturen angepasste Ansätze entwickelt bzw. weiterentwickelt und neue Konzepte erarbeitet werden, die den unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden, dabei ist an bereits bestehende Maßnahmen zur fachlichen, sprachlichen und sozialen Unterstützung ausländischer Studierender anzuknüpfen. Erfahrungen aus anderen (DAAD geförderten) Programmen und der bisherigen Arbeiten sowie Links zu anderen Projekten sollen genutzt werden.
Die geplanten Maßnahmen sollen darüber hinaus zur Verbesserung der Integration internationaler Studierender in die Fachbereiche vor und während des Studiums, sowie zur Verbesserung der Integration internationaler Studierender auf dem Campus und in die Gesellschaft beitragen.

Projektbeteiligte / Projektpartner

Universität Ulm

Dr. Reinhold Lücker (Leiter International Office, Projektverantwortlicher)
Johannes Glembek (Projektverantwortlicher)
Daniela Leitner (Projektkoordinatorin)


Universität Konstanz

 

Regina Sonntag-Krupp (Leiterin Auslandsreferat/International Office)
Alexandra Frasch

 



gefördert durch:

DAAD und BMBF