Kranken- und Haftpflichtversicherung

Für gesetzlich Versicherte gilt:
Mit den meisten Ländern der EU (aber auch zum Beispiel Island, Lichtenstein, Schweiz) bestehen Sozialversicherungsabkommen. Das heißt, sofern Sie in Ulm immatrikuliert bleiben, behalten Sie Ihre gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland bei und nehmen zu einem Studienaufenthalt innerhalb der EU die EHIC (European Health Insurance Card) ihrer Krankenversicherung mit. Diese Karte garantiert Ihnen im Gastland medizinische Grundversorgung im Krankheitsfall.
Zu beachten ist, dass in der Regel nur dann eine Behandlung kostenlos ist, wenn sie im Rahmen des nationalen Gesundheitsplans erfolgt. Darüber hinausgehende Behandlungen werden in der Regel nicht, maximal aber bis zur Höhe des deutschen Kassensatzes erstattet (Also darauf achten, nicht als Privatpatient behandelt zu werden!). Akzeptiert der behandelnde Arzt die EHIC nicht, müssen Sie die Behandlung bezahlen, können aber die Rechnung bei Ihrer Krankenkasse zu Hause einreichen.

Für privat Versicherte gilt:
Bitte prüfen Sie, ob sie bereits einen Tarif haben, der Krankenversorgung bei Auslandsaufenthalten sowie Rücktransport nach D mit einschließt. Häufig gilt allerdings ein eingeschlossener Versicherungsschutz im Ausland nur für Urlaubsreisen und nicht länger als eine gewisse Zeit (z.B. 6 Wochen).
Ist letzteres der Fall muss eine zusätzliche Versicherung abgeschlossen werden.

Weitere Informationen:
Genaue Informationen über den Versicherungsschutz im Gastland gibt die jeweilige Krankenkasse (meist schon sehr ausführliche Informationen auf der Homepage).
Für alle Studierenden empfiehlt sich, zusätzlich eine Haftpflichtversicherung abzuschließen. Eine Unfallversicherung ist ebenfalls ratsam (siehe weiter unten).

Studienaufenthalte in Ländern außerhalb der EU bzw. in Ländern ohne Sozialversicherungsabkommen mit Deutschland:


Allgemeines:
Es muss eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung für die Dauer des Aufenthalts abgeschlossen werden.
Ausnahme: In manchen Staaten ist der Kauf eines sog. Health Insurance Plan vor Ort obligatorisch (Australien: Overseas Health Insurance Plan / OHIP; Ontario: University Health Insurance Plan / UHIP; einzelne Staaten in USA, z. B. Massachusetts). Dies geschieht bereits von Deutschland aus mit einer Einzugsermächtigung über eine Kreditkarte und ist eines der formalen Zulassungskriterien dort. Hat man eine sehr gute private Versicherung in Deutschland, die auch einen Studienaufenthalt im Ausland abdeckt, lohnt es sich, mit der Gasthochschule vorab zu verhandeln – in Einzelfällen wird die Versicherung vor Ort erlassen.
Prüfen Sie in jedem Fall die Leistungen der OHIP / UHIP und schliessen Sie gg.falls noch eine Zusatzversicherung in D ab. Es bieten sich hierzu kombinierte Pakete aus Kranken-, Haftpflicht- und Unfallversicherung an.
Wichtig: bei der aufnehmenden ausländischen Hochschule über geforderte Deckungssummen informieren.

Was bei der Auswahl der Versicherungen zu beachten ist:
Es gibt zahlreiche Angebote auf dem Markt. Oft sind die Gebühren sehr unterschiedlich. Sie variieren zudem von Versicherung zu Versicherung mit der Vertragsdauer und mit dem Alter des Versicherungsnehmers.
Fast immer heißt es: ambulante Heilbehandlung beim Arzt, ärztlich verordnete Medikamente, schmerzstillende Zahnbehandlung, ärztlich verordnete Hilfsmittel nach Unfall etc. werden übernommen.
Dennoch: im Kleingedruckten sind die Unterschiede sehr groß. Jeder sollte sich daher, neben den beworbenen vertraglichen Leistungen auch über die Leistungsgrenzen, bzw. Leistungsausschluss informieren.

Einige Beispiele der Kosten und Leistungsunterschiede von verschiedenen Versicherungsunternehmen:

  • Beitragssätze für weibliche und männliche Versicherte unterscheiden sich von einer Versicherung zur anderen, oder sind gleich.
  • Konstante monatliche Beitragssätze bei der einen Versicherung, die andere verlangt ab dem 12. Monat höhere Beiträge.
  • Ärztlich verordnete Hilfsmittel nach Unfall (Gehhilfe etc) werden bei einer Versicherung zu 100% übernommen, bei der anderen nur bis einer Höhe von 250 Euro
  • Schmerzstillende Zahnbehandlung, wird entweder voll übernommen, nur bis 260 Euro im gesamten Versicherungszeitraum oder ein drittes Unternehmen zahlt 80% der Kosten, maximal jedoch 250 Euro
  • Unfälle unter Alkoholeinfluss (z.B.: Sturz nach einer Party) zahlt eine Versicherung nicht, die andere fragt nicht danach, wie sich der Unfall ereignete.
  • Medizinisch notwendiger Rücktransport wird teilweise ganz bezahlt, teilweise nur bis zu einem Höchstbetrag, z.B. 15.000 Euro
  • Zahnersatz (auch nach Unfall) wird meist nicht übernommen, manche Versicherungen zahlen zum Beispiel 60%, maximal 1.000 Euro
  • Sehr große Unterschiede bei Invaliditätszahlungen, zum Beispiel 140.000 Euro bei Vollinvalidität oder lediglich 108.000 Euro
  • Versicherungsschutz im Heimatland (Deutschland) bei Urlaub manchmal inbegriffen, manchmal nicht


Fazit: Drum prüfe, wer sich rechtlich bindet!
Jeder sollte sich ausführlich über seinen bestehenden und zusätzlichen Versicherungsschutz informieren. Die günstigste Versicherung, die mit 100 % Deckung von ambulanter und stationärer Behandlung wirbt, ist nicht unbedingt die Empfehlenswerteste. Oft ist trotz des Leistungsversprechen vieles ausgeschlossen.
Für alle Angaben wird keine Gewähr übernommen! Weitere Informationen im Internet oder bei ihren Versicherungsunternehmen