Axel F. Otterbach
Drei Stelen (9) 1989

Otterbachs bildhauerisches Werk hat eine recht
traditionelle Seite und eine Gegenposition, die
beharrlich auf Veränderung drängt.
Zur Tradition gehört allein schon die Tatsache, dass
man bei ihm die Arbeit der "Bildhauerei" noch
wörtlich nehmen darf.
Trennscheibe und Kompressionshammer sind ihm
zwar unverzichtbare Hilfsmittel, doch hat die
Handarbeit mit Meissel und Klüpfel, Feilen und
Schleifstein an der Formfindung entscheidenden
Anteil Der Gebrauch maschineller Hilfen wird nicht
etwa versteckt, sondern trägt in präzisen Schnitt-
spuren oder Profilformen unmittelbar zum konstruk-
tiv festen Formenaufbau bei.

Die drei Stelen bergen ein Stück "Restnatur" in
einem strengen, geometrischen Rahmen Die
Innenform sitzt bruchstückhaft rauh im "Rahmen"
und kontrastiert zu dessen geschliffener Oberflä-
che. Das durchbrechende Licht akzentuiert die fragile
Wirkung der in Auflösung begriffenen Innenform.
Die Arbeiten sind drei Variationen zu einer Form-
auflösung, wobei der Stein, als Zeichen für ge-
wachsene Natur, bis zu seiner Zerbrechlichkeit
ausgedünnt wird Jedoch hat diese "Auflösung"
keinen destruktiven Charakter, sondern führt zu
einem neuen Seherlebnis Der Innenraum wird zum
Spielraum des Lichts. Seine Wirkung verändert sich
stetig mit fortschreitender Zeit.