Erich Hauser
10/87 (44) 1987

Die Plastik ist eine zwar typische, aber zugleich
herausragende Arbeit im Schaffen Erich Hausers.
Sie ist aus dynamisch vom Mittelpunkt
fortstrebenden Dreieckskörpern aufgebaut, von der
einen in die andere Richtung ansteigend, in die
Höhe strebend eine räumlich Diagonale. Die
einzelnen zu einem Sinn gebenden Ganzen
zusammengefügten dreiecksförmigen Flächen
stellen - wenn man gedanklich die jeweiligen

Innenteile mit einzubeziehen vermag -
unregelmäßig geformte Pyramiden dar. Die
Pyramide aber spielt speziell in Hausers Leben
und Denken eine übergeordnete Rolle, er mißt
ihr rational nicht begründete Kräfte zu und
lebt nicht nur mit ihr, sondern auch total in ihr:
auf seinem Grundstück in Rottweil entstand eine
15 x 15x15 Meter messende Pyramide als
Wohnhaus, die wohl in die architektonische
Kunstgeschichte eingehen wird. Die Skulpturen
Erich Hausers sind ohne das Material Edelstahl
nicht denkbar, in ihren blanken, aber nicht
glänzenden Oberflächen lebt und spiegelt sich
das Licht, verändert sich das Blau des Himmels
und das Weiß der Wolken. Sie agieren mit der
Umgebung, sei es Natur oder Architektur:
Der Standort der Plastik 10/87 - Hauser gibt
seinen Werken keinen Namen, er bezeichnet sie
mit der Entstehungsreihenfolge im einzelnen Jahr -
wurde mit dem Künstler gemeinsam so gewählt,
daß der Betrachter von zwei Seiten Architektur,
von den beiden anderen Natur im Hintergrund
wahrnehmen und so die eben gemachte Aussage
nachempfinden kann. Die “Breitseite" steht
aufsteigend von West nach 0st, die einfallende
Sonne erreicht so ein Maximun an Licht- und
Schattenkontrast.