Mathematik - Theoriegebäude, Werkzeugkasten, Produktionsfaktor

Die Mathematik ist eine in der Öffentlichkeit fast unsichtbare Wissenschaft. Dadurch wird ihre Wirkung weithin unterschätzt. Der Vortrag beleuchtet die heutige Bedeutung der Mathematik für die Industrie, Wirtschaft und Gesellschaft.

Zunächst ist die Mathematik eine eigenständige und reiche Wissenschaft mit einem hochkomplexen Theoriegebäude. Das Außergewöhnliche daran ist, dass die bei der Formulierung von Mathematik erfundene Sprache zur präzisen Beschreibung einer großen Zahl von realen Phänomenen benutzt werden kann. Deswegen kommt heute kaum eine Wissenschaft ohne „Formulierungshilfen“ der Mathematik und ohne die von ihr entwickelten Werkzeuge aus.

Seit dem Beginn des Computerzeitalters hat sich die Mathematik vielfältige Anwendungen in Wirtschaft und Industrie erschlossen und wird mehr und mehr benötigt. Es wird erwartet, dass sich die Mathematisierung unseres Lebens – verbunden mit der rasanten Entwicklung der Informationstechnik – weiter fortsetzt. In der Ökonomie wird daher der Verbund von Mathematik und Informatik gelegentlich bereits (neben Boden, Kapital und Arbeit) als weiterer Produktionsfaktor angesehen.

Der Vortrag erklärt die Rolle der Mathematik in der heutigen Welt anschaulich und mit vielen Beispielen.

Zur Person: Professor Martin Grötschel ist seit 2015 Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Einer seiner Schwerpunkte ist Mathematik in Verbindung mit Informatik und Anwendungen in Transport und Logistik, Telekommunikation, Chip-Design, Energie und Produktionstechnik. 1995 erhielt er den renommierten Leibniz-Preis.

 

 

Spielerisch Probleme lösen

Spielerisch Probleme lösen? Kann man das überhaupt - und wenn ja, wie kann das gehen? Wie kann die Mathematik dabei helfen? Der Spieleerfinder Dr. Reiner Knizia erläutert an eindrucksvollen Beispielen, wie wertvoll der multidisziplinäre Ansatz der Wirtschaftsmathematik beim spielerischen Umgang mit wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragestellungen ist und wie ein spielerischer Ansatz hilft, seine Ziele zu erreichen. Der Vortrag richtet sich an ein allgemeines Publikum ohne Fachwissen.

Zur Person: Dr. Reiner Knizia hat an der Universität Ulm Mathematik studiert. Nach einigen Jahren im Management und als Geschäftsführer bei Banken und Finanzierungsunternehmen, machte er seine Leidenschaft - das Entwickeln von Spielen - zu seinem Beruf. Er ist sechsfacher Preisträger des Deutschen Spielepreises und zweifacher Gewinner des "Spiel des Jahres". Man kennt ihn - um nur ein drei Beispiele herauszugreifen - als Entwickler von "Der Herr der Ringe", "Wer war's?" oder "Einfach genial".

Im Anschluss Diskutieren Professor Martin Grötschel und Dr. Reiner Knizia mit:

Professor Karsten Urban
Professor Karsten Urban ist Leiter des Instituts für Numerische Mathematik an der Universität Ulm und Sprecher des Ulmer Zentrums für Wissenschaftliches Rechnen (UZWR). Er bearbeitet dort zahlreiche Projekte zusammen mit Firmen der Region.

Dr. Thomas Wiesemann:
Dr. Thomas Wiesemann studierte an der Universität Ulm Wirtschaftsmathematik und ist heute Vorstandsmitglied bei der Allianz Lebensversicherung. Zudem engagiert er sich im Beirat Wirtschaft der Fakultät für Mathematik und Wirtschaftswissenschaften der Uni Ulm.

Die Moderatorin Prof. Anke van Kempen
Professorin Anke van Kempen ist Professorin für Unternehmenskommunikation an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München und arbeitet auch als Coach.