Quantitative Wirtschaftswissenschaften

Institute

Institut für Controlling
Prof. Dr. Paul Wentges

Institut für Nachhaltige Unternehmensführung
Profs. Drs. Martin Müller, Sebastian Kranz

Institut für Rechnungswesen und Wirtschaftsprüfung
Profs. Drs. Kai-Uwe Marten, Heribert M. Anzinger

Institut für Technologie- und Prozessmanagement
Profs. Drs. Leo Brecht, Mathias Klier, Mischa Seiter

Institut für Wirtschaftspolitik
Prof. Dr. Werner Smolny

Institut für Wirtschaftswissenschaften
Profs. Drs. Gerlinde Fellner-Röhling, Georg Gebhardt, Sandra Ludwig

 

Kontakt (geschäftsführend)

Prof. Dr. Georg Gebhardt

In Zusammenarbeit mit den mathematischen Instituten verwenden wir moderne statistische Methoden. Wir unterscheiden dabei zwischen reiner Prognose, die sich auf Korrelationen stützt, und kausaler Analyse, die experimentelle Ansätze integriert. Wir stützen uns auf umfangreiche Datenmengen („Big Data“), die Unternehmen und öffentlichen Institutionen, beispielsweise in soziale Medien und dem Internet, aber auch in internen Systemen, (ERP-, CRM- und QM oder Meldestatistiken) sammeln. Ein wachsender Teil dieser Daten wird aber auch durch gezielte experimentelle Variation (beispielsweise zufällig gewählte Preisänderungen) im Rahmen der Anwendung oder im Experimentallabor generiert.

Die Forschungsthemen, die im Rahmen des Schwerpunkts „Quantitative Entscheidungsunterstützung und Business Analytics“ beleuchtet werden, sind sowohl aus wissenschaftlicher als auch aus praktischer Perspektive äußerst relevant und hoch aktuell – gerade vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung. Die Fakultät für Mathematik und Wirtschaftswissenschaften bietet dabei ideale Voraussetzungen, um die interdisziplinären und methodisch quantitativ hoch anspruchsvollen Fragestellungen an der Schnittstelle von Mathematik, Wirtschaftswissenschaften und IT zu erforschen.

Projektbeispiele

Nachhaltige Textilwirtschaft

In Zusammenarbeit mit dem Textilunternehmen Gebrüder Otto aus Dietenheim werden Wirkmechanismen untersucht, die bei den Konsumenten einen Einstellungswandel in Richtung Nachhaltigkeit bewirken können. Grundlage der Forschung sind konkrete empirische Beispiele aus interdisziplinären Perspektiven: Ökonomie, Psychologie, Mode/Design, Kulturwissenschaft.

Im Mittelpunkt stehen Ideen, den Verbraucher mit Unterstützung der Textilunternehmen und Studierenden in den Designprozess zu integrieren, ihn zu befähigen, die erworbenen Textilien zu reparieren, aber auch zu verändern.

Entscheidungsverhalten

Wie verhalten sich Menschen in Entscheidungssituationen? Was bewirkt Selbstüberschätzung von Händlern auf dem Aktienmarkt? Wie fördert man Steuerehrlichkeit? Können soziale Vergleiche als Leistungsanreize dienen?

Ökonomische Standardmodelle gehen von rationalen, eigennützigen Akteuren aus. In der Realität spielen häufig psychologische und soziale Faktoren eine Rolle. Die Verhaltensökonomik schafft Klarheit: Im „Ulm Laboratory for Economics and Social Sciences“ führen wir Entscheidungsexperimente durch, um ökonomische Verhaltensregularitäten zu entdecken, Theorien zu verfeinern und Handlungsempfehlungen für Unternehmen und Politik abzuleiten.

Industrie 4.0

Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf Unternehmen? Dieser Frage gehen das Institut für Technologie- und Prozessmanagement (ITOP) und das International Performance Research Institute (IPRI) unter dem Forschungsschwerpunkt „Industrie 4.0 & Business Analytics“ nach.

Gemeinsam mit einer Vielzahl von Unternehmen stehen Fragestellungen zu Smart Production, Smart Services und Smart Networks im Fokus: Wie muss sich Unternehmenssteuerung verändern, damit in der Smart Production das Werkstück seinen Weg automatisch durch die Werkhalle findet? Welche neuen Smart Services lassen sich auf Basis von Kundendaten generieren? Wie muss sich der Einkauf verändern, damit Smart Networks Realität werden?

Interorganizational Networks

In Zukunft wird der Wettbewerb nicht mehr zwischen Unternehmen, sondern zwischen Wertschöpfungsnetzwerken stattfinden. Beispiele für solche Netzwerke sind komplexe Supply Chains, Vertriebskooperationen oder Innovationsnetzwerke.

Unternehmen stehen dabei vor den Herausforderungen, wie diese Netzwerke optimal gesteuert werden können. Konkret sind u.a. die Wahl der richtige Netzwerkpartner, des optimalen Standorts und der einzusetzenden Kontrollinstrumente wichtige Bestandteile des Managements eines Netzwerks. So werden in einem aktuellen Projekt Lösungen erarbeitet, durch welche Kunststoffhersteller eine Kooperation für die gemeinsame Verwertung ihrer Produktionsabfälle aufbauen und betreiben können. 

Industrial Services

Produzierende Unternehmen stehen aufgrund abnehmender Differenzierungsmöglichkeiten und sinkender Margen unter steigendem Druck. Industrielle Dienstleistungen wie komplexe Instandhaltungsaufträge oder das Ersatzteilmanagement haben sich daher als fester Bestandteil des Leistungsangebots etabliert.

Sie sind aus zwei Gründen attraktiv: zum einen stellen Dienstleistungen eine Möglichkeit zur Differenzierung gegenüber Wettbewerbern dar, zum anderen bieten sie ein attraktives Erlöspotenzial. Typische Forschungsfragen adressieren das Dienstleistungsportfolio, Steuerungsinstrumente und Anreizsysteme.

Business Development

Welche technologischen Trends bieten Chancen für Unternehmen? Wie können Unternehmen diese Chancen bewerten und rentable Geschäftsfelder identifizieren? Welche Möglichkeiten haben Unternehmen den Herausforderungen des Aufbaus neuer Geschäftsfelder zu begegnen?

Im Fokus dieses Forschungsschwerpunkt stehen anwendungsorientierte betriebswirtschaftliche Lösungen, durch welche Unternehmen der Zugang zu innovativen Geschäftsfeldern gelingt. Gemeinsam mit einem Konsortien mehrerer mittelständischer Unternehmen werden in Projekten bspw. Lösungen erarbeitet, durch welche Hersteller von industriellen 3D-Druckern ihre Geräte nicht mehr verkaufen, sondern Betreibermodelle als neues Geschäftsfeld für sich erschließen können. 

Die Intertaktion von Immobilien- und Arbeitsmärkten

Nicht zuletzt die Finanz- und Eurokrise hat den Nexus aus Arbeits- und Immobilienmarkt zu einem wichtigen Thema gemacht: Erschweren die Immobilienvermögensverluste den Weg in die Selbstständigkeit? Reduzieren die erhöhten Immobilienbesitzquoten die Mobilität der Arbeitslosen gerade in den am schlimmsten betroffenen Gebieten? Die theoretischen Mechanismen hinter diesen Forschungsfragen sind gut verstanden und plausibel, aber sind sie auch empirisch relevant? Diese Fragen versuchen wir am Institut für Wirtschaftswissenschaften zu beantworten. Die zentrale Herausforderung ist dabei, die Richtung der Kausalität zu ermitteln: Hausbesitzer sind erfolgreicher am Arbeitsmarkt, obwohl sie seltener für einen Arbeitsplatz umziehen. Allerdings kaufen möglicherweise jene Arbeitnehmer ein Haus, die lokal besonders gute Arbeitsmarktaussichten haben. Um diese Effekte zu trennen, entwickeln wir in unserem Projekt eine Reihe neuer und innovativer Ansätze.