Kreative Suchfelder in Forschung und Entwicklung - Fachtagung des UFW zur Digitalisierung in der Automobilindustrie

Universität Ulm

Mitarbeiter in der Denkfabrik, neue Konkurrenten und vernetzte Fahrzeuge: In diesem Spannungsfeld bewegt sich ein Automobilzulieferer wie die ZF Friedrichshafen AG beim Thema Digitalisierung. Zur diesjährigen Fachtagung des Ulmer Forums für Wirtschaftswissenschaften (UFW) kam mit Dr. Harald Naunheimer, Senior Vice President und Leiter der Forschung und Entwicklung bei ZF, ein ausgewiesener Praktiker auf diesem Gebiet an die Universität Ulm. Organisiert wurde die Tagung zum Thema „Disruptive Veränderungen in der Automobilindustrie – Fokus Digitalisierung“ von Professorin Brigitte Zürn. Naunheimer vertrat als Keynote-Speaker souverän den ZF-Vorstandsvorsitzenden Dr. Stefan Sommer, der kurzfristig verhindert war.

In der Forschung und Entwicklung als Querschnittsbereich bricht sich die Digitalisierung mit ungeahnter Geschwindigkeit Bahn und verändert alle Prozesse. Das spürt auch ein Unternehmenskonzern wie ZF mit rund 137 000 Mitarbeitern weltweit und einem Jahresumsatz von 35,2 Milliarden Euro. Vor rund 150 Zuhörern erläuterte Naunheimer die Zukunftsstrategie, mit der ZF auf die globalen Herausforderungen reagiert: Effizienz, autonomes Fahren und Sicherheit sind hier als Trendthemen festgeschrieben. Aus diesem Grund hat ZF unter anderem einen eigenen Konzernbereich E-Mobility gegründet und beteiligt sich mit „Zukunft Ventures“ an Start-Ups. „Wir müssen uns verändern, der Wandel ist in der Industrie angekommen“, fasste Naunheimer die Herausforderungen zusammen.

In der anschließenden Diskussionsrunde, moderiert von Professor Kai-Uwe Marten, Leiter des Instituts für Rechnungswesen und Wirtschaftsprüfung sowie Professor Mischa Seiter vom Institut für Technologie- und Prozessmanagement, äußerte sich Naunheimer unter anderem auch zu den  Anforderungen an Absolventen. Neben einem guten Grundlagenwissen als Basis sieht er Chancen für eine „hybride Ausbildung“. Durch die Digitalisierung wachse der Bedarf an neuen Fachleuten in Querschnittsbereichen von Informatik, Mathematik und Wirtschaftswissenschaften. „Hochschulen sollten ähnlich wie Start-Ups handeln und mehr experimentieren“, so der Appell des promovierten Maschinenbauingenieurs Naunheimer. Ein Ruf, der Ulm nicht ungehört verhallt: An der School of Advanced Professional Studies (SAPS) bietet die Universität Ulm als eine der wenigen deutschen Hochschulen bereits solche berufsbegleitende Master-Studiengänge in Digitalen Technologien an.

Jährlich organisiert der gemeinnützige Verein Ulmer Forum für Wirtschaftswissenschaften (UFW) die Fachtagung zu aktuellen Themen und Fragestellungen in der Wirtschaft und möchte dadurch die wirtschaftswissenschaftliche Ausbildung an der Universität enger mit der Praxis vernetzten. Außerdem vergibt die UFW Förderpreise an herausragende Absolventen und fördert Deutschlandstipendien.

 

Text und Medienkontakt: Daniela Stang

Prof. Mischa Seiter, Prof. Klaus Dietmayer, Universitätspräsident Prof. Michael Weber, Prof. Brigitte Zürn, Dr. Harald Naunheimer, Prof. Kai-Uwe Marten (v.l.) (Foto: Elvira Eberhardt/kiz)