ULM LECTURE mit Fields-Medaillenträger Prof. Lions Spieltheorie für Fortgeschrittene im Stadthaus

Universität Ulm

Wie entsteht eine La Ola-Welle im Fußballstadion? Und wann sollte man zu einer für 18:00 Uhr angesetzten Veranstaltung aufbrechen, die erst beginnt, wenn die Hälfte der Teilnehmer anwesend ist? Solche Fragen lassen sich mithilfe der so genannten Mean Field Games beantworten. Professor Pierre-Louis Lions vom Collège de France in Paris (Frankreich) ist Experte für diese mathematischen Modelle. Bei seiner englischsprachigen ULM LECTURE am Mittwoch, 19. Juli (18:00 Uhr), im Stadthaus stellt der Fields-Medaillenträger allgemeinverständliche Anwendungen vor.

Ihren Ursprung haben Mean Field Ansätze in der Physik, genauer in der Modellierung von Vielteilchensystemen. Während diese Elementarteilchen jedoch den Naturgesetzen folgen müssen, trifft jeder Teilnehmer eines Spiels seine Entscheidungen höchst selbst. Dabei entscheiden Spieler unter Einbeziehung der möglichen Beschlüsse aller anderen und immer mit dem Ziel, den eigenen Profit zu maximieren. Bei zu vielen Teilnehmern können jedoch nicht mehr alle gegenseitigen Beeinflussungen berücksichtigt werden. Hier setzen Mathematiker auf Mean Field Games: Bei diesen Modellen nimmt man unendlich viele Agenten an und betrachtet die mittlere Auswirkung der Entscheidungen aller auf einen Spieler.
Der renommierte Wissenschaftler Pierre-Louis Lions wurde unter anderem mit der Fields-Medaille (1994) ausgezeichnet, dem „Nobelpreis“ für Mathematiker. Der Eintritt zu seinem Vortrag im Stadthaus ist natürlich frei!

ULM LECTURE
Prof. Dr. Pierre-Louis Lions

Collège de France, Frankreich
“On mean field games”
Mittwoch, 19. Juli
Stadthaus Ulm
Münsterplatz 50
89073 Ulm
Eintritt frei!

Nächste ULM LECTURE:
6. November 2017 (18:00 Uhr, Stadthaus)
Prof. Dr. William Moerner, Träger des Nobelpreises für Chemie 2014
„What can you learn from watching single molecules?“

Prof. Pierre-Louis Lions (Foto: Collège de France)