Nachhaltige Unternehmensführung - Master of Science (M.Sc.)

Durch Gesetzgebungen werden Unternehmen in die Pflicht genommen z.B. ihre Emissionen zu verringern. Zudem zieht das veränderte Bewusstsein von Konsumenten eine Veränderung der Marktstruktur nach sich, wodurch die Integration von Nachhaltigkeit, sowohl auf der ökologischen als auch auf der sozialen Dimension, in den Unternehmensprozess als zunehmend wichtiger Wettbewerbsfaktor angesehen werden kann. Diese Veränderungen erfordern neue Kompetenzen der Mitarbeiter, z.B. in der Umsetzung nachhaltigkeitsbezogener Managementsysteme, bezüglich nachhaltigkeitsbezogener Steuerungsvariablen oder in der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Hier knüpft der Masterstudiengang "Nachhaltige Unternehmensführung" an, indem diese Kompetenzen vermittelt werden.

Eckdaten

Art des Studiums

Master of Science (M.Sc.)

Studientyp
  • Vollzeit
Studienplan

Informationen zum Studienplan

Bewerbung

Informationen zur Bewerbung

Studienbeginn
  • nächstes Wintersemester: 01.10.2017
Studienplätze pro Jahr

30

Unterrichtssprache
  • deutsch, teilweise englisch
Zulassungsbeschränkungen
  • ja (weitere Informationen unter "Bewerbung")
ECTS credit points

120

Regelstudienzeit (in Semestern)

4

Worum geht es in diesem Studiengang?

Das Studium dient insbesondere der fachlichen, wissenschaftlichen Vertiefung im Bereich Nachhaltigkeitsmanagement. Eine individuelle Schwerpunktsetzung ermöglicht neben dem Erwerb von Nachhaltigkeitskompetenzen zudem eine Vertiefung in den klassischen wirtschaftswissenschaftlichen Bereichen "Unternehmensführung und Controlling", "Technologie- und Prozessmanagement" sowie "Economics". Weiterhin besteht die Möglichkeit im Bereich "Ethik" die persönlichen moralischen Kompetenzen weiter zu stärken und entsprechende Argumentationslinien kennen und anwenden zu lernen.

Studium

  • Studiensituation

    Im Masterstudiengang "Nachhaltige Unternehmensführung" werden betriebs- und volkswirtschaftliche Module durch Module mit einschlägigem Nachhaltigkeitsfokus ergänzt. Durch den großen Anteil sowie der freien Kombinationsmöglichkeit von Wahlmodulen aus unterschiedlichen Bereichen wird Ihnen eine individuelle Schwerpunktsetzung ermöglicht. Durch Veranstaltungen aus dem Bereich Ethik/ Philosophie sowie der Wirtschaftschemie erhält der Studiengang zudem einen interdisziplinären Charakter.

    Um dieser Interdisziplinarität Rechnung zu tragen steht der Studiengang neben Absolventen wirtschaftswissenschaftlicher Bachelorstudiengänge auch Absolventen der Wirtschaftschemie, Wirtschaftsphysik sowie eines ingenieur-, natur- oder sozialwissenschaftlichen Studiums mit Nebenfach Wirtschaftswissenschaften bzw. integrierten wirtschaftswissenschaftlichen Modulen offen.

    Hierbei stehen jedes WiSe 30 Studienplätze zur Verfügung, wodurch ein optimales Betreuungsverhältnis gewährleistet wird.

    Durch den Kontakt zum Ulmer Initiativkreis nachhaltige Wirtschaftsentwicklung e.V. (unw) besteht zudem eine hervorragende Verbindung zur Praxis.

    Bei der Hochschulgruppe Nachhaltigkeit und ökosoziale Marktwirtschaft haben Sie die Möglichkeit sich außerhalb des Studiums zum Thema Nachhaltigkeit auszutauschen und sich aktiv bei diversen Projekten zu engagieren.

  • Studienziele und -inhalte

    Studieninhalte

    Innerhalb der zu belegenden Pflichtmodule erlernen Sie zunächst die Erweiterung klassischer betriebswirtschaftlicher Funktionsbereiche um den Aspekt Nachhaltigkeit mit einem Schwerpunkt auf Nachhaltigkeitscontrolling und -management. In der Volkswirtschaftslehre liegt der Schwerpunkt auf Umwelt- und Ressourcenökonomik. Abgerundet wird das Profil durch eine Veranstaltung zur Wirtschaftsethik. Bei zweien dieser Module ("Nachhaltige Unternehmensführung" sowie "Umwelt- und Ressourcenökonomik") handelt es sich um Bachelor- Module. Sollten Sie diese bzw. Module mit äquivalenten Inhalten bereits im BA-Studium belegt haben, muss das entsprechende Modul durch ein Wahlpflichtmodul (siehe nächster Abschnitt) ersetzt werden.

    Neben den zu belegenden Pflichtmodulen können Sie sich im Rahmen der Wahlpflichtmodule individuelle Schwerpunkte setzen, indem Sie Module aus den folgenden vier Bereichen wählen und beliebig miteinander kombinieren.

     

    Welche Wahlpflichtmodule innerhalb des jeweiligen Schwerpunktes turnusmäßig belegt werden können, können Sie hier einsehen.

    Zudem sind zwei Seminare, die aus dem gesamten wirtschaftswissenschaftlichen Bereich gewählt werden dürfen, als auch vier Module im Bereich "Additive Schlüsselqualifikationen" (ASQ) zu belegen. Das Studium schließt mit dem Verfassen einer schriftlichen Masterarbeit ab.

    Im Rahmen dieser Vorgaben können Sie Ihr Studium frei gestalten. Als Anhaltspunkte sind im Folgenden ein allgemeiner sowie Beispiel-Studienpläne aufgeführt.

     

    Studienziele

    Nach erfolgreicher Beendigung des Masterstudiums haben Sie weitreichende Kompetenzen im Bereich Nachhaltigkeit erworben. Sie sind in der Lage ökonomische Steuerungsvariablen durch ökologische und soziale Variablen wie das „Life Cycle Assessment“, „Carbon Footprint“, „virtuelles Wasser“ oder den „Kumulierten Energieaufwendungen“ zu ergänzen und bei Ihren Entscheidungen zu berücksichtigen. Sie lernen dabei mit Zielkonflikten umzugehen, beispielsweise wenn hohe ökologische Standards den Gewinn beeinträchtigen.

    Zudem sind Sie mit den Grundzügen von Umweltmanagementsystemen, wie ISO 14001, Sozialstandards, z.B. SA 8000 sowie Richtlinien der Nachhaltigkeitsberichterstattung vertraut und können diese in der Praxis einsetzen.

    Neben sozial-ökologischen Kompetenzen wird eine solide ökonomische Grundausbildung vermittelt, wodurch Sie befähigt werden, betriebswirtschaftliche Problemstellungen –auch ohne expliziten Nachhaltigkeitsbezug– zu bearbeiten.

  • Brush-Up Your Bachelor

    Um Ihnen einen Reibungslosen start in Ihr Masterstudium zu ermöglichen, werden vor Beginn des Materstudiums (i.d.R. Anfang Oktober) "Brush-Up-Kurse" angeboten. In diesen werden die Inhalte aus dem Bachelorstudium für die zur Auswahl stehenden Wahlpflichtbereiche wiederholt, auf die im Masterstudium aufgebaut werden.

  • Auslandsaufenthalt

    Wie bieten Ihnen die Möglichkeit einen Austausch bei Partneruniversitäten der Fakultät für Mathematik und Wirtschaftswissenschaften durchzuführen. Empfohlen wird hierzu das dritte Fachsemster, bzw. wenn alle Pflichtmodule an der Universität Ulm bereits absolviert wurden.

    Um Ihnen ein optimales Beratungs- und Betreuungsangebot gewährleisten zu können, wurde eigens für den Bereich Wirtschaftswissenschaften eine Auslandsstudienberatung eingerichtet.

    Die Kontaktdaten sowie nähere Informationen zu den möglichen Partneruniversitäten und Fristen finden Sie hier.

  • Ausführliche Homepage Master Nachhaltige Unternehmensführung

    Weitere Informationen (z.B. Modulhandbuch und aktuellen Stundenplan) finden Sie auf der ausführlichen Homepage des Masterstudienganges "Nachhaltige Unternehmensführung"

Berufsaussichten

  • Berufsfelder

    Absolventen des Masterstudienganges „Nachhaltige Unternehmensführung“ sind befähigt in unterschiedlichen Branchen, bei Behörden oder NGOs Positionen mit einschlägigem Nachhaltigkeitsbezug auszuüben.

    Durch die Verknüpfung wirtschaftlicher Inhalte mit Nachhaltigkeitskompetenzen, insbesondere Nachhaltigkeitsmanagement, sind die Absolventen besonders für Positionen an der Schnittstelle zwischen Umweltabteilungen und Management geeignet bzw. als Allrounder in mittelständischen Unternehmen, die eine nachhaltige Unternehmensstrategie verfolgen.

    Durch die solide klassische wirtschaftswissenschaftliche Ausbildung ist das Tätigkeitsfeld jedoch nicht auf Nachhaltigkeitsmanagement begrenzt, sondern die Absolventen können je nach Schwerpunktsetzung Positionen z.B. im Controlling oder Supply Chain Management etc. ausüben.

  • Absolventen

    folgt

  • Unternehmensstimmen

    Ferdinand Geckeler (BMW Group):

    „Die Industrie aber auch andere Stakeholder, also OEMs wie wir, die das Thema sehr stark forcieren, schaffen ja auch die Notwendigkeit in unserem Lieferantennetzwerk, d.h. bei unseren Zulieferern – und die Automobilbranche hat viele Zulieferbetriebe in Europa. Dadurch wird es einen starken Schub für den Arbeitsmarkt geben.  Mir bekannte Firmen, die das Thema Nachhaltigkeit ernst nehmen und Kapazitäten aufbauen wollen, tun sich aktuell schwer, diese am Arbeitsmarkt zu finden.

    Das wichtigste Ressort ist das Controlling. Das Controlling ist der Schlüssel zum Erfolg bei der Umsetzung der Nachhaltigkeit im Unternehmen, von dem her sollte da der Fokus liegen.“

     

    Christoph Heinecke (Robert Bosch GmbH):

    „Kompetenzen aus dem Nachhaltigkeitskontext werden definitiv in großen internationalen Unternehmen benötigt, da die Ressourcen vorhanden sind. In staatlichen Institutionen ebenfalls, da diese ja die Richtung vorgeben. Kleine und mittelständische Unternehmen haben nicht so umfangreiche Ressourcen, durch die Gesetzgebung wird das aber auch hier relevanter.“

     

    Rainer Janz (Hermann Bantleon GmbH):

    „Ich glaube, dass es sicherlich Bedarf an Absolventen des Studienganges gibt. Wir sind ja in Ulm in einer wirtschaftsstarken Region, mit vielen Unternehmen, wo auch das Thema schon sehr präsent ist. Ich kann mir vorstellen, dass es da genügend interessierte Unternehmen gibt.“

    Andreas Merkel (Gebr. Otto, Baumwollfeinzwirnerei GmbH & CO. KG):

    „Ich bin der festen Überzeugung, dass in der Industrie Bedarf für Leute besteht, die solche Grundlagen vermittelt bekommen.“

    Tobias Peylo (Sparkassenverband Baden-Württemberg):

    „In keinem Fall wird die Studienzahl zu hoch sein, ich glaube, dass es eher zu niedrig ist für den entstehenden Bedarf. Ich freue mich, dass Ulm diese Herausforderung annimmt und entsprechend umsetzen wird. Das Gleiche müssten noch viel, viel mehr andere Universitäten machen, da der Bedarf einfach sehr viel höher sein wird.“

    Dr. Karsten Schröder (econsense - Forum Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft):

    „Ich halte die Vermittlung von praxisorientierten Methoden der ganzheitlichen Unternehmenssteuerung, d.h. eine Steuerung unter Einbeziehung ökologischer und sozialer Aspekte, für sehr wichtig, da es in den Unternehmen hier meist noch an Wissen, Steuerungsgrößen und Daten(-systeme) mangelt. Wenn diese Kompetenzen Teil der betriebswirtschaftlichen Ausbildung werden, und wenn überzeugend vermittelt wird warum das für den langfristigen Erfolg und die Akzeptanz des Unternehmens wichtig ist, dann sind wir einen großen Schritt weitergekommen.“

    Dr. Albert Waas (The Boston Consulting Group GmbH):

    „Aus persönlicher Erfahrung mit diversen Beratungsprojekten und Kunden kann ich sagen, dass die Vermittlung von sozialen und ökologischen Steuerungsvariablen immer mehr an Bedeutung gewinnt. Unternehmen sehen sich immer stärker mit diesen Themen konfrontiert. Sie müssen auf zunehmenden Druck von Seiten der Kunden, Wettbewerber und Stakeholder reagieren, indem sie sich verstärkt nachhaltig aufstellen.“

    Kai Weinmüller (IWU - Privates Institut für Wirtschaft und Umwelt GmbH):

    „Die Absolventen werden derzeit in größeren Firmen benötigt, diese haben schon eigene Nachhaltigkeitsabteilungen und bauen diese aus, das Thema externe Nachhaltigkeitskommunikation ist hier schon ganz wichtig. Bei den Mittelständlern sehen wir zukünftig einen großen Bedarf an Führungspersonen mit dieser Qualifikation. Es wird in Zukunft entscheidend  für Unternehmen sein, Prozesse und Produkte an nachhaltigen Kriterien auszurichten und dieses Thema intern und extern kompetent zu kommunizieren. V.a. bei KMUs ab 100 Personen aufwärts ist sicher viel Bedarf an solchen Qualifikationen da.“

Kontakt