Stiftungsprofessur
Die Stiftungsprofessur ist durch eine Initiative der Stadt Ulm zum 40. Jahrestag der Universität zustande gekommen. An der Finanzierung für insgesamt fünf Jahre beteiligen sich sechs
Hauptstifter und mehrere, vom unw geworbene Unternehmen als
Zustifter.
Informationen zu aktuellen Seminarthemen finden sich unter dem Menüpunkt "Lehre".
Die Stiftungsprofessur ist dem
Institut für Wirtschaftswissenschaften zugeordnet.
Forschungs- und Lehrperspektiven der Stiftungsprofessur
Forschungsschwerpunkte der Stiftungsprofessur
In der Forschung liegt der Schwerpunkt auf wissenschaftlichen Analysen zur Integration von Nachhaltigkeit in betriebliche und gesellschaftliche Strukturen. Auf Basis betriebs- und volkswirtschaftlicher Zugänge sollen Stoff-, Energie- und Akteursanalysen auf einer betrieblichen Ebene sowie Governance-Prozesse auf einer Makro-Ebene untersucht werden. Auf der betrieblichen Mikroebene geht es dabei beispielsweise um die Verankerung von nachhaltigen Beschaffungsprozessen oder um eine Optimierung von Stoff- und Energieströmen entlang der Wertschöpfungskette. Auf der Makroebene zum Beispiel um die Wirksamkeit von globalen Zertifizierungsprozessen.
Forschungsmethodik:
Methodisch kommen dabei Verfahren der quantitativen und qualitativen empirischen Sozialforschung zum Einsatz. Ein Schwerpunkt liegt hier auf qualitativen Verfahren, da die Untersuchungsfragen zumeist auf die Sicht- und Handlungsweisen und Wahrnehmungen der Akteure abzielen. So kommen insbesondere Fallstudien-Designs zum Einsatz, die über vergleichende Auswertungen zu Aussagen verdichtet und auf theoretische Diskurse rückbezogen werden. Im Rahmen von großzahligen quantitativen Untersuchungen geht es um den Integrationsstand von Nachhaltigkeit in Betrieben oder der Bevölkerung, um Defizite und Potenziale aufzuzeigen.
Inter- und Transdisziplinarität:
Zahlreiche von mir geleitete, zumeist drittmittelgeförderte Projekte sind inter- und transdisziplinär ausgerichtet, indem sowohl verschiedene disziplinäre Zugänge und Methoden zum Einsatz kommen, als auch gesellschaftliche Akteure wie Unternehmenspraktiker/-innen, Politik- oder NGO-Vertreter/innen einbezogen werden. Konkret liegen transdisziplinäre Erfahrungen in der Konzipierung, Durchführung und Auswertung von Stakeholder-Prozessen im Bereich Nachhaltiges Beschaffungsmanagement und Nachhaltigem Konsum vor.
Lehrperspektive
Der Wandel von der Qualifikations- zu einer Kompetenzgesellschaft erfordert neue didaktische Impulse für Lehre und Lernen, dies gilt insbesondere im Nachhaltigkeitsbereich, wo unterschiedlichste Kompetenzen notwendig sind. Die Lernenden müssen von einer passiv-rezeptiven in eine aktive Rolle gebracht werden. Das Leitziel hierbei ist die Handlungskompetenz. Diese kann in Sach-, Methoden-, Gestaltungs-, Sozial- und moralische Kompetenz unterteilt werden. Die Lehrveranstaltungen der Stiftungsprofessur zielen auf die Vermittlung dieser Kompetenzen ab.
Im Einzelnen konkretisiert sich das didaktische Design wie folgt:
- In den Vorlesungen werden zahlreiche Beispiele, welche an das spezielle Erfahrungswissen der Studierenden oder an aktuelle Diskussionen anknüpfen verwendet.
- Unterstützung der Vorlesung durch E-Learning, um zusätzliche Angebote und Studierenden mit Wissensdefiziten mehr Übungsmöglichkeiten zu geben (zusätzlich wird dadurch die Medienkompetenz gefördert).
- Innerhalb der Übungen sollen Fallstudien bearbeitet werden, um Praxisbezug herzustellen (Förderung der Gestaltungskompetenz).
- In den Übungen Beispiele aus der Tagespresse oder Fachzeitschriften diskutieren (Fähigkeit zum Abstrahieren).
- Einsatz von Unternehmensplanspielen (Internetbasiert). Dabei müssen in Gruppen Managemententscheidungen getroffen werden, was zugleich die Sozialkompetenz, Gestaltungskompetenz und Methodenkompetenz steigern kann.
- Anreicherung der Vorlesung durch Vorträge von Praktiker/innen aus dem Management.
- Organisation von Betriebsbesichtigungen gegen Ende des Semesters mit Bezug zur Vorlesung.
- Fallstudien sollen in Pro- und Contra-Gruppen organisiert werden. Kritikfähigkeit wird in erster Linie durch das Streitgespräch geschult (These und Einwand). Dies fördert moralische Kompetenz und Sozialkompetenz.
- In den Übungen Einsatz von Experimenten (Spiele: z. B. zu sozialen Dilemmata) oder Computersimulationen (z.B. Moro, Bullwhipeffekt usw., fördert die Gestaltungskompetenz).
- Unterstützung der Lehrveranstaltungen durch umfassendes Begleitmaterial (Skripte, Literatur usw.).
- Systematischer Aufbau der Lehrveranstaltungen mit Lernzielen und Zusammenfassungen, weiterführende Literatur.
Kontakt
- Prof. Dr. Martin Müller
- Universität Ulm
- Helmholtzstraße 18
- 89081 Ulm
- Tel.: 0731 50 32350
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