Gliederung des Studiums der Humanmedizin

Ausbildungsziele

Ziel der ärztlichen Ausbildung ist der wissenschaftlich und praktisch in der Medizin ausgebildete Arzt, der zur eigenverantwortlichen und selbständigen ärztlichen Berufsausübung, zur Weiterbildung und zu ständiger Fortbildung befähigt ist. Die Ausbildung soll grundlegende Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten in allen Fächern vermitteln, die für eine umfassende Gesundheitsversorgung der Bevölkerung erforderlich sind. Die Ausbildung zum Arzt wird auf wissenschaftlicher Grundlage und praxis- und patientenbezogen durchgeführt.

Grundlage für den Aufbau des humanmedizinischen Studiums ist die ärztliche Approbationsordnung.

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Das Studium der Humanmedizin ist in 3 Studienabschnitte gegliedert:

1. Vorklinischer Studienabschnitt
(1.-4. Semester)

Das Studium ist durch eine vorklinische Studienordnung und mit dem vorklinischen Studienplan geregelt.

Dieser Abschnitt legt vor allem medizinische und naturwissenschaftliche Grundlagen, die für ärztliches Handeln von besonderer Bedeutung sind. Studierende lernen die notwendigen Wissensbausteine, um im klinischen Studienabschnitt medizinisch-theoretische und klinische Zusammenhänge zu verstehen. Des Weiteren lernen die Studierenden Anwendungsfelder der Medizin kennen, um sich einen ersten Eindruck über zukünftige Arbeitsfelder zu machen.

Begleitet wird die universitäre Ausbildung durch nicht-universitäre Inhalte:

Nach 4 Semestern kann die 1. Ärztliche Prüfung (schriftlich und mündlich) abgeschlossen werden.

2. Klinischer Studienabschnitt
(5.-10. Semester)

Das klinische Studium gliedert sich in folgende Fächergruppen:

  • Einzelfächer (9 benotete Leistungsnachweise)
  • Fächerübergreifende Angebote (4 benotete Leistungsnachweise)
  • Querschnittsfächer (12 benotete Leistungsnachweise)
  • Blockpraktika (5 benotete Leistungsnachweise)
  • Klinisches Wahlfach (1 benotete Leistungsnachweis)

2.1.   Klinisch-theoretische Grundlagen
(5.-6. Semester)

In diesem Studienabschnitt werden naturwissenschaftliche Grundlagen vertieft und medizinisch-theoretische Zusammenhänge eingeübt und anhand von Praktika angewendet. Grundlagen klinischer Untersuchungstechniken werden vermittelt.

2.2.   Propädeutikum-, Kurs-/Block- und Abschlusssemester
(7.-10. Semester)

Schließlich wird im letzten theoretischen Abschnitt v.a. in klinische Anwendungsfelder eingeführt. Die Studierenden lernen den klinischen Betrieb kennen und werden in die medizinische Versorgung eingebunden.

Ab dem Propädeutikumsemester wird die Organisation von der Studienjahresplanung auf Semesterplanung umgestellt, d.h. jedes Semester wird sowohl im Wintersemester als auch im Sommersemester angeboten.Im klinischen Propädeutikumssemester werden klinisch-theoretische Grundlagen für die Blockpraktika in vorbereitenden Vorlesungen angeboten. Alle Studierende eines Semesters sollen daran teilnehmen.

Im darauffolgenden Semester wird eine Gruppe der Studierenden (etwa die Hälfte) zunächst das Blocksemester mit Blockpraktika in den 12 klinischen Fächern über einen Zeitraum von 18 Wochen absolvieren.
Das Blockpraktikum Psychiatrie und Augenheilkunde finden für alle Studierenden im Blocksemester zu selben Zeitpunkt statt (in der Regel zu Anfang oder Ende eines Semesters).

Die andere Gruppe der Studierenden (ebenfalls etwa die Hälfte) wird zeitgleich das Kurssemester besuchen (siehe Stundenplan). Hier finden Besuchspraktika in 10 klinischen Fächern statt.
Ein gleichzeitiger Besuch von Blockpraktika für Studenten des Kurssemesters ist nicht möglich.

Im Abschlusssemester finden weitere Kurse, insbesondere der Querschnittsfächer statt.

Das klinische Wahlfach und die Wahlpflichtveranstaltungen können ab dem Propädeutikumssemester besucht werden.

Begleitend zum Studium ist eine viermonatige Famulatur (Krankenhauspraktikum) zu leisten. Innerhalb der Famulatur (4 Monate) ist verpflichtend ein Monat in hausärztlicher Einrichtung (Allgemeinärzte, Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin, Internisten, die sich an der hausärztlichen Versorgung beteiligen, Praktische Ärzte, die ins Arztregister eingetragen sind) abzuleisten.

Der 2. Klinische Studienabschnitt schließt mit der 2. Ärztlichen Prüfung (schriftlich und mündlich) ab.

Die PJ Zulassung setzt das Bestehen des 2. Abschnitts der Ärztlichen Prüfung (neu) voraus

3. Klinischer Studienabschnitt
(Praktisches Jahr / PJ)

Das Praktisches Jahr umfasst eine ganztägige zusammenhängende praktische Ausbildung in der Krankenanstalt von insgesamt 48 Wochen Dauer.

Das Praktische Jahr umfasst je 16 Wochen in:

  • Innerer Medizin
  • Chirurgie
  • wahlweise in einem der übrigen klinisch-praktischen Fachgebiete oder Allgemeinmedizin

Über die Zulassung zum Praktischen Jahr entscheidet die Medizinische Fakultät der Universität Ulm. Zuständig ist das PJ-Büro.

An die Ausbildung im Praktischen Jahr schließt sich die 3. Ärztliche Prüfung (mündlich) an.