Die Scultetus Gesellschaft wurde 1975 von Prof. Jörg Vollmar, ehemals Ordinarius für Gefäßchirurgie an der Universität Ulm, gegründet mit dem erklärten Ziel, zum einen das Gedächtnis des chirurgischen Ahnherrn wiederzuerwecken, zum anderen die medizinhistorische Vergangenheit Ulms zu erforschen. Um eine Brücke zur Bevölkerung zu schlagen, lädt die Gesellschaft alljährlich zu einer öffentlichen Vortragsveranstaltung ein, auf der laienverständlich über ein aktuelles medizinisches Thema referiert wird. Seit 2004 werden junge Wissenschaftler für hervorragende Leistungen der medizinhistorischen Forschung oder Innovationen in der operativen Medizin mit dem Scultetuspreis ausgezeichnet.

Johannes Scultetus (1595-1645), Namensgeber der Gesellschaft, war der erste Stadtphysicus Ulms, der zugleich akademisch gebildeter Chirurg war. In Erinnerung geblieben ist vor allem sein Armamentarium Chirurgicum. Das Buch fasst den chirurgischen Wissensstand seiner Zeit in hervorragender Weise zusammen. Es war das erste wissenschaftliche Lehrbuch der Chirurgie, das in enzyklopädisch – systematischer Form alle damals üblichen Operationsinstrumente und Operationstechniken darstellte.

2011 wurde der Zweck der Gesellschaft um die Forschung zur Geschichte der Naturwissenschaften und Technik und um die Zielsetzung der Förderung medizinhistorischer Forschung am Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Universität Ulm erweitert.