Atypische Parkinson Syndrome

Die Gruppe der Parkinson Syndrome gliedert sich in verschiedene Erkrankungen, deren gemeinsame Symptomatik eine Bewegungsstörung mit Verlangsamung der Bewegungsabläufe (Akinese), erhöhte Muskelspannung (Rigor) und oft auch ein Zittern (Tremor) ist. Fast immer sind die Einschränkungen der Beweglichkeit mit weiteren Symptomen wie Gedächtnisstörungen, Stimmungsschwankungen oder Störungen des Kreislaufs und der Blasenfunktion vergesellschaftet.

 

Der Morbus Parkinson ist die häufigste Erkrankung aus dieser Gruppe der Parkinson Syndrome. Die sogenannten atypischen Parkinson Syndrome hingegen treten sehr viel seltener auf. Sie lassen sich durch einen meist schnelleren Krankheitsverlauf und durch früh beginnende nicht motorische Symptome wie Gedächtnisstörungen , Stürze und/oder Störungen des autonomen Nervensystems von einem M. Parkinson unterscheiden. V.a. haben Medikamente, die auf das dopaminerge System einwirken, bei diesen Erkrankungen eine nur sehr begrenzte Wirksamkeit. Zu Beginn der Beschwerden kann die Unterscheidung zwischen M. Parkinson und atypischen Parkinson Syndromen jedoch schwierig sein.

Die atypischen Parkinson Syndrome kann man im Wesentlichen in drei Gruppen einteilen, die sich auch durch den zugrundeliegenden krankhaften Prozess voneinander unterscheiden. Über die Parkinson-Symptomatik hinaus stehen folgende Symptome bei den Erkrankungen im Vordergrund:

Multisystematrophie (MSA): Die MSA ist insbesondere durch eine Beeinträchtigung der Kleinhirnfunktionen sowie bereits früh auftretende Störungen des autonomen Nervensystems gekennzeichnet. Stehen die Störungen des Kleinhirns im Vordergrund, spricht man vom „cerebellären Verlaufstyp“ (MSA-C), bei vorwiegend Parkinson- ähnlicher Symptomatik vom Parkinson Verlaufstyp (MSA-P)

Progressive Supranukleäre Blickparese (PSP): die vorherrschenden Merkmal der PSP sind eine Störung der Augenbewegungen, der rasche Verlust des Gleichgewichts-Sinns mit Stürzen und eine früh einsetzende Demenz

Corticobasales Syndrom (CBS): Das CBS zeigt neben der Parkinson ähnlichen Symptomatik eine stark ausgeprägte Ungeschicklichkeit (Apraxie) in der Regel deutlich auf einer Körperseite betont, oft verbunden mit einem Gefühl der „Fremdheit“ für die betroffene Extremität. Ebenso kommt es wie bei der PSP zu einem früh beginnenden demenziellen Prozess.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Albert C. Ludolph

ZSE: Prof. Dr. Albert C. Ludolph
Prof. Dr. Albert C. Ludolph

Stellvertretender Vorstandsvorsitzender

Ärztlicher Direktor der Klinik für Neurologie
Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm (RKU)
Ambulanz für Bewegungsstörungen
Neurologische Hochschulambulanz im RKU
Oberer Eselsberg 45
89081 Ulm