Forschungsverbünde

Die Universität Ulm blickt auf eine lange Tradition erfolgreicher physischer und psychischer Traumaforschung zurück. Es wurden und werden zahlreiche Verbundprojekte durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Europäische Union (EU) und das Land Baden-Württemberg gefördert. Dadurch wurden eine exzellente wissenschaftliche Expertise und ein hoher Grad an interdisziplinärer Zusammenarbeit am Standort Ulm aufgebaut. In Ulm arbeiten grundlagenorientierte Forschungsabteilungen und klinische Abteilungen eng zusammen. Forschung erfolgt nahe am Patienten translational über Fächergrenzen hinweg.

Deutlich wird dies an den aktuellen Verbundprojekten, die unter dem Dach des ZTF bearbeitet werden und die im Folgenden aufgelistet sind.

DFG Sonderforschungsbereich 1149: Gefahrenantwort, Störfaktoren und regeneratives Potential nach akutem Trauma

In dem gemeinsamen Forschungsvorhaben kooperieren insgesamt 18 Kliniken und Institute aus dem Universitätsklinikum Ulm und der Universität. Das gemeinsame Vorhaben wurde im Dezember 2014 zunächst für 4 Jahre mit 11,2 Mio. €  Fördermitteln ausgestattet. Mehr Informationen 

DFG Forschergruppe 200: Entzündungsantwort nach muskuloskelettalem Trauma

Ziel der klinischen Forschergruppe ist, die frühe Entzündungsantwort und Immunmodulation nach muskuloskelettalem Trauma in vitro an Entzündungs-, Knochen- und Knorpelzellen, in vivo in klinisch relevanten Mono-, Kombi-, Polytrauma- und Intensivstationsmodellen, sowie translational bei Traumapatienten zu untersuchen. Dabei soll die Pathophysiologie der frühen posttraumatischen lokalen und systemischen Entzündungsreaktion besser verstanden werden. Durch eine genauere Erfassung der Immunantwort soll eine gezielte „immune control“ mittels innovativer Therapiekonzepte zusätzlich zur etablierten chirurgischen und anästhesiologischen „damage control“ ermöglicht werden. Mehr Informationen 

Zivil-militärischer Verbund Regenerative Medizin

Der Forschungsverbund verfolgt in acht zusammenhängenden Teilprojekten das übergeordnete Ziel, die Folgen von Traumata auf zellulärer und molekularer Ebene zu erforschen und neue Therapien für Verletzungen von Knochen, Knorpel, Haut, Nerven sowie für psychische posttraumatische Störungen zu entwickeln. Die Regeneration soll durch die Anwendung bioaktiver Moleküle, durch die Entwicklung zelltherapeutischer Verfahren und durch die Modulation von entzündlichen Vorgängen verbessert werden. Die Forschungsfragen, die in dem Verbund bearbeitet werden, sind daher von sehr hohem gesundheitlichem wie sozioökonomischem Interesse für unsere Gesellschaft. Von den Forschungsergebnissen werden sowohl Patienten im zivilen Bereich als auch innerhalb der Bundeswehr profitieren. Der Verbund wird vom Sanitätsamt der Bundeswehr mit 1,8 Mio. € finanziert. Mehr Informationen

Kompetenzzentrum Kinderschutz

Das Kompetenzzentrum Kinderschutz in der Medizin in Baden-Württemberg (Competence Center Child Abuse and Neglect) wurde 2013 als standortübergreifender Verbund der Abteilung für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Freiburg, der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Heidelberg (die schon im Transregio-Kompetenzzentrum KJP aktiver Partner war), der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Ulm und der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie in Ulm gegründet, Sprecher ist Prof. Jörg M. Fegert. Aufgrund der erfolgreichen Projektzusammenarbeit beschloss das MWK Baden-Württemberg im November 2015 die Verstetigung des Kompetenzzentrums als Einrichtung an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Ulm. Zu dieser Verstetigung werden zwei W1-Professuren zur Epidemiologie und zur Verlaufsforschung und zur Dissemination/E-Learning im Kinderschutz, eingerichtet. Mehr Informationen

http://www.comcan.de

Meine Kindheit – Deine Kindheit

Das Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projektes ist es zu untersuchen, welchen Einfluss positive und negative mütterliche Kindheitserfahrungen auf die Beziehung zum eigenen Kind und die Entwicklung des Kindes haben. Dabei geht es darum die Mechanismen besser zu verstehen, welche einen Einfluss von Kindheitserfahrungen auf die nächste Generation bedingen können, wobei besondere Beachtung der Erforschung zugrundeliegender biologischer Mechanismen zukommen soll. Langfristiges Ziel der Studie ist es, spezifische Unterstützungsangebote für Mütter mit belastenden Erfahrungen bereitstellen zu können und den Zugang zu Hilfen zu erleichtern, besonders wenn während der Schwangerschaft oder nach der Geburt Fragen zum Umgang mit dem Kind oder Themen der eigenen Kindheit dringlich werden. Ein besseres Verständnis der Mechanismen, die zu einer Weitergabe von Risiken in die nächste Generation beitragen, sowie ein umfassendes Wissen über die Möglichkeiten, eine solche transgenerationale Weitergabe durchbrechen zu können, sind wesentliche Voraussetzung dafür. Mehr Informationen