DFG Klinische Forschergruppe 200

Entzündungsantwort nach muskuloskelettalem Trauma

Mehr als 8 Millionen Menschen ...

... erleiden jährlich in Deutschland einen Unfall. Mehr als 1,5 Millionen der Verletzten müssen dabei aufgrund der Verletzungsschwere vollstationär behandelt werden. Damit sind Traumata in jedem Lebensabschnitt der häufigste Behandlungsgrund überhaupt und überschreiten anzahlmäßig noch Tumor- oder Herz-Kreislauf-Krankheiten. Zudem ist das Trauma bis zum 45. Lebensjahr die häufigste Todesursache. Der Verlust an Lebensarbeitsjahren durch Verletzungen mit entsprechenden Komplikationen ist für die Volkswirtschaft beträchtlich und wird auf über 40 Mrd € jährlich geschätzt. Trotz deutlicher Fortschritte in der chirurgischen und anästhesiologischen Versorgung der Verletzten ist bis dato die unverhältnismäßige Entzündungsantwort nach muskuloskelettalem Trauma gefürchtet und in ihrer Komplexität und schweren Ausprägung immer noch eine Herausforderung sowohl für den Kliniker als auch für den Forscher und bedarf dringend weiterer grundlegender Erforschung.

Ziel der klinischen Forschergruppe...

...ist, die frühe Entzündungsantwort und Immunmodulation nach muskuloskelettalem Trauma in vitro an Entzündungs-, Knochen- und Knorpelzellen, in vivo in klinisch relevanten Mono-, Kombi-, Polytrauma- und Intensivstationsmodellen, sowie translational bei Traumapatienten zu untersuchen. Dabei soll die Pathophysiologie der frühen posttraumatischen lokalen und systemischen Entzündungsreaktion besser verstanden werden. Durch eine genauere Erfassung der Immunantwort soll eine gezielte „immune control“ mittels innovativer Therapiekonzepte zusätzlich zur etablierten chirurgischen und anästhesiologischen „damage control“ ermöglicht werden.

Die Förderung der Forschergruppe erfolgt durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG. Die Laufzeit beträgt 6 Jahre (2008-2014) mit einer Zwischenbegutachtung nach 3 Jahren. Die erfolgreiche Zwischenbegutachtung fand am 5. und 6. Juli 2011 statt. Die Forschergruppe kann ihre erfolgreiche Arbeit bis Ende 2016 fortsetzen. Link zur DFG

Beteiligte Institutionen

  • Klinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie
  • Institut für Unfallchirurgische Forschung und Biomechanik
  • Institut für Anästhesiologische Pathophysiologie und Verfahrensentwicklung
  • Universitätsklinik für Orthopädie, Sektion Biochemie der Gelenks- und Bindegewebserkrankungen

Teilprojekte

Teilprojekt 1

Posttraumatische Veränderungen der Phagozytoseaktivität von Alveolarmakrophagen nach stumpfem Thoraxtrauma

PI: Prof. Dr. med. Markus Huber-Lang, Prof. Dr. med. Florian Gebhard

Teilprojekt 2

Rolle des Complementsystems auf die frühe Gefahrenantwort nach Polytrauma und hämorrhagischem Schock

PI: Prof. Dr. med. Markus Huber-Lang

Teilprojekt 3

Bedeutung des Komplementsystems bei der Frakturheilungsstörung nach Polytrauma

PI: Prof. Dr. Anita Ignatius

Teilprojekt 4

Entzündungsantwort von Knochenzellen nach muskuloskelettalem Trauma

PI: Prof. Dr. Anita Ignatius, Prof. Dr. med. Markus Huber-Lang

Teilprojekt 5

Knorpeltrauma und posttraumatische Inflammationsreaktion

PI: Prof. Dr. med. Rolf Brenner

Teilprojekt 8

Prävention des Multiorganversagens nach traumatisch-hämorrhagischem Schock: H2Sinduzierte „suspended animation“

PI: Prof. Dr. Dr. h.c. Peter Radermacher

Teilprojekt 9

Verbesserung der Frakturheilung durch O2-induzierte Modulation der posttraumatischen Entzündungsantwort

PI: Univ.-Prof. Dr. med. vet. Anita Ignatius, Univ. Prof. Dr. Dr. h.c. Peter Radermacher

 

 

 

Leiter der Forschergruppe

Prof. Dr. med. Markus Huber-Lang
Klinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie
Traumalabor

E-Mail: Markus.Huber-Lang(at)uniklinik-ulm.de
Tel.: 0731 / 500-54717
Fax: 0731 / 500-5450

Sprecher der Forschergruppe

Prof. Dr. med. Florian Gebhard
Klinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie

E-Mail: unfall.chirurgie(at)uniklinik-ulm.de
Tel.: 0731 / 500-54500
Fax: 0731 / 500-54502