Festakt und Universitätsball zum Gründungstag

Festakt

Den offiziellen Auftakt zum Gründungstag markierte der Festakt im Congress Centrum Ulm (CCU) mit mehr als 900 Gästen. Mit einem Filmausschnitt von der Gründungsfeier 1967 stimmte Universitätspräsident Professor Michael Weber die Gäste auf die Feierlichkeiten ein. In seiner Ansprache er jedoch nicht nur auf die Anfangsjahre zurück. Denn in 50 Jahren hat sich die einst von Ulmer Bürgern "ertrotzte" Universität hervorragend entwickelt: In internationalen Rankings zählt sie seit einigen Jahren zu den besten jungen Unis Deutschlands.

Unter den prominenten Gratulanten waren neben dem aktuellen baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann auch einer seiner Vorgänger, Erwin Teufel. Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch kündigte an, die Stadt werde eine Stiftungsprofessur "Vernetzte Mobilitätssysteme" ins Leben rufen, um das Thema "Digitale Mobilität" zu vertiefen. Der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Professor Peter Strohschneider, befasste sich in seinem Festvortrag mit dem vielfältigen Wandel des "Institutionentyps Universität" in den vergangenen fünf Jahrzehnten und mit der Rolle und den Herausforderungen der "pluralistischen Universität" angesichts aktueller gesellschaftspolitischer Entwicklungen.

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DFG-Präsident Prof. Strohschneider als Festredner
Die pluralistische Universität als Ort des „Streiten-Könnens“

Prof. Peter Strohschneider (Foto: Elvira Eberhardt/kiz)

In seinem viel beachteten Festvortrag befasste sich Professor Dr. Peter Strohschneider, Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, mit dem Wandel des „Institutionentyps Universität“ in den vergangenen fünf Jahrzehnten. In der Geschichte der Bundesrepublik hätten Universitäten immer mehr Aufgaben übernommen – von Lösungsbeiträgen zu gesamtgesellschaftlichen Problemen ökonomischer, ökologischer oder demographischer Art bis zur sozialen Integration von Migranten und der Supra-Maximalversorgung Kranker.

Im Zentrum des Vortrags standen weiterhin die Rolle und die Herausforderungen der „pluralistischen Universität“ angesichts aktueller Entwicklungen in Politik und Gesellschaft. Strohschneider nahm Bezug auf autoritäre, nationalistische und populistische Strömungen in zahlreichen europäischen Gesellschaften sowie auf das erodierende Vertrauen in "übernationale Institutionen wie die Europäische Union" – allzu deutlich ausgedrückt im Brexit. Bei alledem habe sich das Internet nicht zum Raum demokratischer Partizipation entwickelt, vielmehr funktionierten die „a-sozialen Medien“ als Echokammern, die nicht die Auseinandersetzung mit Unbekanntem beförderten, sondern die eigenen Urteile und Vorurteile bestätigten.

Auf den intellektuellen Habitus der Irritabilität ziele jedoch die moderne Forschungsuniversität: „Deswegen muss sie streiten gegen die populistischen Vereinfacher und gegen gesellschaftliche Entwicklungen, bei denen intellektuelle Abweichung für illegitim erklärt wird“, so Strohschneider. Kurz sei der Weg von populistischer Ignoranz zur Wissenschaftsfeindlichkeit, wie die executive orders des neuen US-Präsidenten oder die „Säuberungen“ der türkischen Universitäten zeigten. Die Universität, so Strohschneider, sei ein Ort des Streitens, des Streiten-Könnens und der ,Zumutung‘ im positiven Sinne – und zum Besten der Gesellschaft, die die Universität trage. „Sie war ein solcher Ort hier in Ulm im zurückliegenden halben Jahrhundert. Und sie wird es auch in den kommenden 50 Jahren sein. Das jedenfalls ist der wichtigste Wunsch, den ich mir zum Universitätsgeburtstag denken kann“, so der DFG-Präsident.

Jubiläumsball

Mit Sektempfang und Buffet eröffneten Universitätspräsident Professor Michael Weber und SWR-Moderatorin Maren Haring den Ball. Nach dem Eröffnungstanz erinnerten sie mit Filmszenen an die Gründungszeit der immer noch jüngsten Landesuniversität. Seit den Anfangsjahren unterstützt und begleitet die Ulmer Universitätsgesellschaft (UUG) die einstige Neugründung und übergab einen Spendenscheck über 50 000 Euro.

Weiter Showacts waren die Regensburger Physiker UrPhis mit einer Experimentalshow und der Auftritt des Mentalisten Dr. Florian Ilgen. Die Tanzeinlagen des Ballabends wurden von der Tom Lehner-Band begleitet.

Pünktlich um Mitternacht ist dann das Geschenk des Studierendenwerks, eine mehrstöckige Geburtstagstorte mit Feuerwerk, in den Einsteinsaal gefahren worden. Mit dem Auftritt der Sambagruppe der Universität „Gato Sorriso“ fand der Abend einen fulminanten Ausklang.

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Medienecho

50 Jahre Uni Ulm - ein Ort, der Wissen schafft
Südwest Presse Sonderbeilage

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Südwest Presse 24.02.2017

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Interview, Südwest Presse 21.02.2017

Schöne Bescherung für die Uni
Neu-Ulmer Zeitung 25.02.2017

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Schwäbische Zeitung 24.02.2017

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Schwäbische Zeitung 24.02.2017

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Video, SWR4 24.02.2017

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Festlicher Jubiläumsball
Video, SWR4 27.02.2017

Uni Ulm wird 50
Video, Journal Regio TV Schwaben 24.02.2017, ab 5:42 min.

50 Jahre Uni Ulm! Kretschmann ist Stargast
Donau 3 FM 24.02.2017

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